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	<title>Japankino &#187; Gendaigeki Filme</title>
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	<description>Filme und Filmgeschichte des japanischen Kinos</description>
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		<title>The Quiet Duel</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 23:04:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Wiesmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gendaigeki Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Kurosawa Akira]]></category>

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		<description><![CDATA[Original: Shizukanaru kettô (1949) von Akira Kurosawa
Während einer Operation in einem Kriegslazarett schneidet sich der Arzt Fujisaki (Toshiro Mifune) und steckt sich anschließend bei seinem Patienten mit der Syphilis an. Nach Kriegsende kehrt er in die Klinik seines Vaters und zu seiner Verlobten Misao (Miki Sanjo) zurück und unterzieht sich heimlich einer Therapie. Doch ihm [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Original: Shizukanaru kettô (1949) von Akira Kurosawa</em></p>
<p>Während einer Operation in einem Kriegslazarett schneidet sich der Arzt Fujisaki (<a title="Mehr bei IMDb" href="http://www.imdb.com/name/nm0001536/">Toshiro Mifune</a>) und steckt sich anschließend bei seinem Patienten mit der Syphilis an. Nach Kriegsende kehrt er in die Klinik seines Vaters und zu seiner Verlobten Misao (<a title="Mehr bei IMDb" href="http://www.imdb.com/name/nm0762807/">Miki Sanjo</a>) zurück und unterzieht sich heimlich einer Therapie. Doch ihm ist klar, dass es Jahre dauern wird, bis er die Krankheit überwunden haben wird. Obwohl es ihm beinahe das Herz zerreißt beendet er daher die Verlobung ohne Angabe von Gründen, damit Misao mit einem anderen Mann glücklich werden kann.</p>
<p>Seine Krankheit bleibt aber nicht allen verborgen: Eine der Krankenschwestern (<a title="Mehr bei IMDb" href="http://www.imdb.com/name/nm0784279/">Noriko Sengoku</a>) überrascht ihn, als er sich eine Injektion setzt. Sie vermutet, dass er sich die Syphilis in einem Bordell zugezogen hat und verachtet ihn deshalb zunächst. Doch als sie die Wahrheit erfährt und versteht welche Überwindung es ihn kostet, Misao zu ihrem eigenen besten ziehen zu lassen, betrachtet sie Fujisaki mehr und mehr als einen Heiligen. Entsprechend groß ist ihre Empörung, als der Mann in der Klinik auftaucht, bei dem Fujisaki sich angesteckt hatte &#8211; und der ohne seine Krankheit behandeln zu lassen seine Frau geschwängert hat.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2351" title="Quiet Duel Screenshot 01" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2012/01/vlcsnap-00010.jpg" alt="Quiet Duel Screenshot 01" width="450" height="335" /></p>
<p>In vieler Hinsicht ist <em>The Quiet Duel </em>ein Musterbeispiel aus dem frühen Werk Kurosawas. Wie schon im Jahr zuvor in <em>Der trunkene Engel</em> dient ihm eine Krankheit als Metapher für den Zustand der Gesellschaft &#8211; dass es nun die Syphilis statt der Tuberkulose ist, lässt vermuten, dass die sozialkritische Haltung des Regisseurs eher noch zugenommen hat. Auch das Schüler-Meister-Verhältnis ist in stark zurückgenommener Form in der Verehrung der Krankenschwester für den Arzt vorhanden.</p>
<p>Und seinen Helden lässt er wieder gegen die Auswüchse verantwortungslosen, schändlichen Handelns ankämpfen, verkörpert durch den Syphilis-Patienten, der die Gefahren der Krankheit herunterspielt, ihre Konsequenzen nicht akzeptieren will und ohne Rücksicht auf die Gesundheit seiner Frau mit ihr schläft. Zugleich muss Fujisaki aber auch einen Kampf mit sich selbst austragen, um nicht genau so zu handeln. Dieses Ringen zwischen seiner verantwortungsvollen, fürsorgenden und selbstlosen Seite und den Instinkten und Begierden in ihm ist das eigentliche, titelgebende stille Duell.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2353" title="Quiet Duel Screenshot 2" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2012/01/vlcsnap-00023.jpg" alt="Quiet Duel Screenshot 2" width="450" height="335" /></p>
<p>Ein großes Problem des Films ist jedoch, dass dieses Duell mit Ausnahme von zwei kurzen Momenten (Fujisakis Beichte an die Krankenschwester und sein Abschied von Misao) nicht wirklich fesselt und speziell in den Szenen mit Misao häufig ins melodramatische abdriftet. Zudem will die Überhöhung des Arztes in heiligengleiche Gefilde einfach nicht so recht gelingen und wirkt gerade in den finalen Szenen schon fast unfreiwillig komisch. Fünfzehn Jahre später gelang Kurosawa dann mit dem eigenwilligen Arzt Niide in <a title="Zur Japankino-Rezension von Rotbart" href="http://www.japankino.de/2007/rotbart/">Rotbart</a> eine perfekte Mischung aus übermenschlicher, aber zugleich augenzwinkernder Arztfigur.</p>
<p>Interessant ist, dass Kurosawas Wahl für die Rolle des Arztes auf Toshiro Mifune fiel, der in seiner bis dahin kurzen Karriere praktisch nur Gangster gespielt hatte. Doch Kurosawa glaubte an sein Talent und wollte ihm die Chance geben, sich mit dieser völlig anderen Rolle weiterzuentwickeln und setzte sich gegen die Bedenken des Studios durch. Mifune spielt zwar exzellent, dennoch fällt es mir jedesmal wieder schwer, ihm diesen rationalen, beherrschten und fast intellektuellen Arzt abzunehmen &#8211; die überbordende Emotionalität seiner meisten anderen Rollen wiegt einfach sehr schwer.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2352" title="Quiet Duel Screenshot 3" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2012/01/vlcsnap-00020.jpg" alt="Quiet Duel Screenshot 3" width="450" height="335" /></p>
<p>Kurosawa selbst schreibt in seiner Autobiographie mit großer Begeisterung von den Dreharbeiten an <em>The Quiet Duel</em>, gesteht aber ein, dass er mit dem Ergebnis nicht wirklich zufrieden war und es ihm nicht gelang, seine Botschaft wie gewünscht zu vermitteln. So ist der Film zwar keiner der großen Kurosawas und hat mit einigen Unzulänglichkeiten zu kämpfen. Dennoch bietet er auch einige interessante Highlights, allen voran die eröffnenden Szenen im Kriegslazarett mit ihrer enorm dichten Atmosphäre sowie einen jungen Toshiro Mifune in einer ziemlich ungewohnten Rolle.</p>
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		<title>Madadayo</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 20:45:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Wiesmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gendaigeki Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Kurosawa Akira]]></category>

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		<description><![CDATA[Original: Madadayo (1993) von Akira Kurosawa
Madadayo war die letzte Regiearbeit Kurosawas, in welcher der 1998 verstorbene Großmeister des japanischen Kinos die Schlachtfelder früherer Filme wie Ran, Kagemusha oder Die Sieben Samurai hinter sich lässt. Statt dessen widmet er sich der Geschichte des Deutschprofessors Uchida und seiner ihn verehrenden Schüler. Eine Handlung im eigentlichen Sinne fehlt dem Film, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="maintext"><em>Original: Madadayo (1993) von Akira Kurosawa</em></p>
<p class="maintext"><em>Madadayo </em>war die letzte Regiearbeit Kurosawas, in welcher der 1998 verstorbene Großmeister des japanischen Kinos die Schlachtfelder früherer Filme wie <a href="http://www.japankino.de/2007/ran/">Ran</a>, <a title="Zur Japankino Filmkritik" href="http://www.japankino.de/2008/kagemusha-der-schattenkrieger/">Kagemusha</a> oder <a title="Zur Japankino Filmkritik" href="http://www.japankino.de/2008/die-sieben-samurai/">Die Sieben Samurai</a> hinter sich lässt. Statt dessen widmet er sich der Geschichte des Deutschprofessors Uchida und seiner ihn verehrenden Schüler. Eine Handlung im eigentlichen Sinne fehlt dem Film, vielmehr setzt er sich aus Episoden und Anekdoten zusammen, die den Professor und seine Schüler vom Anfang der 1940er bis in die 1960er Jahre hinein verbinden.</p>
<p class="maintext"><em><img class="alignnone size-full wp-image-2338" title="Madadayo Screenshot 1" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2006/09/vlcsnap-431166.jpeg" alt="Madadayo Screenshot 1" width="450" height="256" /></em></p>
<p class="maintext"><span class="maintext">Zu Beginn des Films zieht Uchida (<a title="Mehr bei IMDb" href="http://www.imdb.com/name/nm0559581/">Tatsuo Matsumara</a>) sich überraschend aus der Lehrtätigkeit zurück, um sich ganz seinem literarischen Schaffen widmen zu können. Wir sehen die ersten ausgelassenen Besuche bei ihm, Saufgelage und das Schwelgen in alten Geschichten. Dann wird das Haus Uchidas von Bomben zerstört, er und seine Frau erleben das Ende des Krieges und die amerikanische Besatzung in einer kleinen Hütte. </span></p>
<p class="maintext"><span class="maintext">Doch den Frohsinn und die Lebensfreude kann das nicht beeinträchtigen, und kaum ist der Krieg vorüber, helfen die Schüler ihnen beim Wiederaufbau. Außerdem wird jedes Jahr der Geburtstag des Professors gebührend gefeiert, mit einem zentralen Ritual bei dem ihn die Schüler fragen &#8220;Mahda-kai?&#8221;            (&#8221;Fertig?&#8221;) und er antwortet: &#8220;Mahda-dayo!&#8221; (&#8221;Noch            nicht!&#8221;).</span></p>
<p class="maintext"><img class="alignnone size-full wp-image-2337" title="Madadayo Screenshot 2" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2006/09/vlcsnap-00011.jpeg" alt="Madadayo Screenshot 2" width="450" height="258" /></p>
<p class="maintext">Mit <em>Madadayo </em>schuf Kurosawa ein einfühlsames            Porträt eines lebensfrohen, aufgeweckten und liebenswerten Menschen,            der sich seine positive Haltung zum Leben und zu anderen Menschen auch angesichts von Verlusten im Krieg und zunehmender Beschwernisse            des Alterns bewahrt. Durch sein kindlich-sympathisches Wesen, seine Aufgeschlossenheit und seine unterhaltsamen Weisheiten bereichert er auch das Leben der Menschen um ihn herum, insbesondere seiner Ehefrau und seiner Schüler. Und die zahlen es ihm mit viel Liebe, Zuwendung und Unterstützung zurück.</p>
<p class="maintext">Die Dialoge sind dabei oft durch eine gewisse            oberflächliche Komik geprägt und bewegen sich teilweise am Rande der Belanglosigkeit. Die eigentlich entscheidenden            Hinweise auf die Beziehungen der Charaktere zueinander und die unendliche Wertschätzung, die dem Professor vor allem von seinen Schülern aber auch von vielen anderen Menschen entgegengebracht wird, werden oft ohne Worte und statt dessen durch Gesten und Handeln zum Ausdruck gebracht &#8211; wie es der japanischen Sitte entspricht.</p>
<p class="maintext"><img class="alignnone size-full wp-image-2339" title="Madadayo Screenshot 3" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2006/09/vlcsnap-433598.jpeg" alt="Madadayo Screenshot 3" width="450" height="256" /></p>
<p class="maintext">Kurosawa wurde seinem Ruf des Perfektionisten einmal mehr gerecht und legte bei den Dreharbeiten größten Wert auf Details,            um die für die Aussage des Films und die Darstellung der Charaktere so wichtigen            Stimmungen einfangen zu können. Für die Dreharbeiten an der wunderbare Szene,            in der Uchida und seine Frau in ihrer kleinen Hütte den Gang der            Jahreszeiten verfolgen, wurde beispielsweise keineswegs Kunstschnee verwendet. Vielmehr entstanden die Aufnahmen tatsächlich im Abstand von mehreren Monaten unter realen Witterungsbedingungen &#8211; ein enormer Aufwand angesichts der paar Sekunden im fertigen Film.</p>
<p class="maintext">Der Titel &#8220;Madadayo&#8221; stammt von den Rufen japanischer            Kinder beim Versteckspiel: Die Suchenden rufen &#8220;Mahda-kai&#8221;            und das sich versteckende Kind &#8220;Mahda-dayo&#8221;, bis es ein gutes            Versteck gefunden hat. Dies wird auch in der letzten Szene zum Höhepunkt            des Films, als der alte Uchida erschöpft von einer weiteren Feier            mit seinen Schülern im Schlaf von den Spielen der Kindheit träumt &#8211; ein Ende von geradezu betörender Schönheit!</p>
<p class="maintext"><img class="alignnone size-full wp-image-2341" title="Madadayo Screenshot 4" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2006/09/vlcsnap-437984.jpeg" alt="Madadayo Screenshot 4" width="450" height="257" /></p>
<p class="maintext"><em>Madadayo </em>wird damit zum Ausdruck des unbedingten Lebenswillens, des            Sich-versteckens vor dem &#8211; letztlich unausweichlichen &#8211; Tod. Doch mehr als das zeigt der Film vor allem, wie einfach ein schönes Leben sein kann: Gemütliche Gespräche und ausgelassene Saufgelage mit Freunden, besinnliches Betrachten des Mondes, Freude an Tier und Natur, eine harmonische und liebevolle Ehe &#8211; da wird selbst ein Weltkrieg zur Nebensache, und die größte Katastrophe ist das Verschwinden der geliebten Hauskatze.</p>
<p class="maintext">Verglichen mit den mitreißenden, atemlosen und teils verstörenden tour-de-force Filmen, die wir aus Kurosawas Werk sonst kennen, ist <em>Madadayo </em>ein ganz schöner Langweiler. Die meiste Zeit sitzen ein paar Leute einfach nur herum und hören einem alten Mann zu. Andererseits ist es aber wahrscheinlich der &#8220;japanischste&#8221; Film, den er je gedreht hat &#8211; ein würdiges Alterswerk eines Regisseurs, dem von seinen Landsleuten oft vorgeworfen worden war, ein &#8220;westlicher&#8221; Regisseur zu sein.</p>
<p class="maintext"><small><em>Dies ist die überarbeitete und erweiterte Fassung eines Artikels, der ursprünglich am 26. September 2006 veröffentlicht wurde.</em></small></p>
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		<title>Am allerschönsten</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 21:35:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Wiesmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gendaigeki Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Kurosawa Akira]]></category>

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		<description><![CDATA[Original: Ichiban utsukushiku (1944) von Akira Kurosawa
Eine Gruppe junger Mädchen stellt in einer Fabrik Präzisionslinsen für Kampfflugzeuge her, es ist ihr Beitrag zur Kriegsanstrengung Japans. Im Kampf gegen die materielle Übermacht der Gegner wird das Produktionsziel für die Arbeiter von der Fabrikleitung verdoppelt, das der Arbeiterinnen aber nur um 50% erhöht. Empört darüber, dass ihnen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Original: Ichiban utsukushiku (1944) von Akira Kurosawa</em></p>
<p>Eine Gruppe junger Mädchen stellt in einer Fabrik Präzisionslinsen für Kampfflugzeuge her, es ist ihr Beitrag zur Kriegsanstrengung Japans. Im Kampf gegen die materielle Übermacht der Gegner wird das Produktionsziel für die Arbeiter von der Fabrikleitung verdoppelt, das der Arbeiterinnen aber nur um 50% erhöht. Empört darüber, dass ihnen nur so wenig zugetraut wird, setzen die Mädchen mittels ihrer Anführerin Watanabe (<a title="Mehr bei IMDb" href="http://www.imdb.com/name/nm0944939/">Yoko Yaguchi</a>) eine stärkere Erhöhung durch. Doch um dieses Ziel auch zu erreichen, müssen Krankheiten, Unfälle und nicht zuletzt auch Streitigkeiten und Neid innerhalb der Gruppe überwunden werden. Dabei wird Watanabe von der Herbergsmutter Mizushima (<a title="Mehr bei IMDb" href="http://www.imdb.com/name/nm0409960/">Takako Irie</a>) unterstützt, die sich rührend um die Mädchen kümmert.</p>
<p><em><img class="alignnone size-full wp-image-2321" style="border-style: initial; border-color: initial;" title="The most beautiful Screenshot 01" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2011/11/vlcsnap-00025.jpg" alt="The most beautiful Screenshot 01" width="450" height="337" /></em></p>
<p><em></em>Nach dem großen Erfolg von <a title="Zur Japankino Filmkritik von Sanshiro Sugata" href="http://www.japankino.de/2010/sanshiro-sugata/">Sanshiro Sugata</a> erhielt Kurosawa den Auftrag für einen Propagandafilm, der den Geist der Nation feiern und bestärken sollte. Wie viele Regisseure wählte er dafür einen dokumentarischen Ansatz und war darum bemüht, den Alltag der Mädchen in der Fabrik so realitätsgetreu (und dennoch mit dem Propagandaziel vereinbar) darzustellen, wie möglich. Dazu ließ er alle Schauspielerinnen tatsächlich in einem Wohnheim auf dem Fabrikgelände unterbringen, Marschieren und Musizieren. Die Dreharbeiten müssen allen Berichten der Beteiligten zufolge hochgradig anstrengend gewesen sein.</p>
<p>Was hinter dem Film steht, wird noch vor Filmbeginn klar, da prangt nämlich ein Schriftzug &#8220;Greift den Feind an und zerstört ihn&#8221; &#8211; martialische Töne, die <em>Am allerschönsten</em> interessanterweise fast völlig ignoriert. Denn Kurosawa erzählt die Geschichte einer kleinen Gruppe Menschen, die sich ganz und gar in den Dienst einer Sache stellen. Ihr Gegner ist eine unerbittliche Produktivitätskurve in einem Diagramm, die zugleich als Stimmungsindikator dient. Sind Konflikte auszustehen oder Unglücksfälle zu überwinden, geht es mit der Kurve abwärts, feiert die Gruppe die Rückkehr eines Mitglieds oder hat sie Spaß beim Volleyball, geht es aufwärts.</p>
<p>Dass die Mädchen am Ende erfolgreich ihr Ziel erreichen, haben sie zum großen Teil ihrer Anführerin Watanabe zu verdanken. Die geht (wunderbar gespielt von Kurosawas späterer Ehefrau Yoko Yaguchi) mal vermittelnd, mal anspornend, mal mit strenger Hand voran und muss dabei selbst einen inneren Konflikt austragen: Soll sie ihre im Sterben liegende Mutter besuchen, oder ihrer Pflicht gegenüber der Sache nachkommen?</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2320" title="The most beautiful Screenshot 02" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2011/11/vlcsnap-00024.jpg" alt="The most beautiful Screenshot 02" width="450" height="337" /></p>
<p>Nach dem Krieg sah Kurosawa seine eigene Rolle als Instrument der Propaganda für das Regime und einen wahnwitzigen Krieg sehr kritisch und schämte sich, dass ihm der Mut zu Widerstand gefehlt und er sich sogar bei den Zensoren eingeschmeichelt hatte. Den Film selbst bezeichnete er in seiner Autobiographie zwar nicht als bedeutend, aber als einen seiner Liebsten, nicht zuletzt wegen der Erinnerungen an die außerordentlich enge Zusammenarbeit.</p>
<p>Bei aller Kritik angesichts des propagandistischen Subtextes ist <em>Am allerschönsten</em> ein Film, der auf spannende Weise zeigt, wie eine Gruppe von Menschen mit sich und schwierigen Umständen ringt und im Dienst einer Sache über sich selbst hinauswächst. Und das ist nunmal klassischer Kurosawa.</p>
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		<title>Record of a tenement gentleman</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Sep 2011 21:07:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Wiesmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gendaigeki Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Ozu Yasujiro]]></category>

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		<description><![CDATA[Original: Nagayaka shinshiroku (1947) von Yasujiro Ozu
Der Wahrsager Tashiro (Chishu Ryu) bringt eines Abends einen kleinen Jungen mit nach Hause, der sich scheinbar verlaufen hat. Doch niemand in der armen Nachbarschaft mag sich um den Kleinen kümmern und ihn für die Nacht aufnehmen. Schließlich lässt Tashiro ihn einfach bei der griesgrämigen Witwe Tane (Choko Iida), [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Original: Nagayaka shinshiroku (1947) von Yasujiro Ozu</em></p>
<p>Der Wahrsager Tashiro (<a href="http://www.japankino.de/2008/chishu-ryu/">Chishu Ryu</a>) bringt eines Abends einen kleinen Jungen mit nach Hause, der sich scheinbar verlaufen hat. Doch niemand in der armen Nachbarschaft mag sich um den Kleinen kümmern und ihn für die Nacht aufnehmen. Schließlich lässt Tashiro ihn einfach bei der griesgrämigen Witwe Tane (<a title="Mehr bei IMDb" href="http://www.imdb.com/name/nm0407329/">Choko Iida</a>), die den Jungen widerwillig aufnimmt.</p>
<p>Am nächsten Morgen bringt sie ihn zu seinem Zuhause und es stellt sich heraus, dass sein Vater verschwunden ist &#8211; offenbar wurde der Junge ausgesetzt. Genau das versucht nun auch Tane, doch der Kleine will sich nicht abschütteln lassen und folgt ihr bis nach Hause. Mit seiner stoischen, aufrechten Art bringt er die alte Witwe nach und nach dazu, ihre harte Schale abzulegen und so dauert es nur ein paar Tage, bis sie ihn in ihr Herz geschlossen hat und sich darüber selbst verwandelt. So wird der Junge, den sie zunächst als Bürde abgelehnt hat, zu ihrer geliebten Familie, bis plötzlich sein Vater in der Tür steht.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2278" title="Screenshot Tenement Gentleman 01" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2011/09/vlcsnap-00009.jpg" alt="Screenshot Tenement Gentleman 01" width="450" height="339" /></p>
<p>Die Charaktere des Films leben mitten in einer zertrümmerten Stadtlandschaft und in einfachsten Verhältnissen. Sie halten sich mit Tauschgeschäften, Lebensmittelrationen und kleinen Dienstleistungen über Wasser. Damit dürften sie kurz nach Kriegsende die Realität der allermeisten Japaner wiederspiegeln und vor diesem Hintergrund ist die Botschaft des Films eine eindeutige: Gerade wenn man es schwer hat und scheinbar nichts zu teilen, dann sind Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit besonders wichtig. All die Sorgen, die Tanes Alltag anfangs bestimmen, treten zum Ende hin völlig in den Hintergrund und statt über günstige Kartoffeln und geklaute Süßigkeiten zu grübeln genießt sie das Leben zusammen mit dem Jungen.</p>
<p>Hier muss ich übrigens kurz die Darstellung der Tane durch Choko Iida hervorheben, die wirklich ganz vorzüglich spielt und Tane mit vielen kleinen Macken und ihren Wandel sehr glaubhaft verkörpert &#8211; allein die Grimassen, die sie manchmal zieht, sind köstlich! Dabei scheint Iida 1947 bereits auf eine lange Karriere zurückblicken zu können, ihr Debut gab sie offenbar bereits 1924. Ein echtes Urgestein des japanischen Kinos also!</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2279" title="Screenshot Tenement Gentleman 02" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2011/09/vlcsnap-00013.jpg" alt="Screenshot Tenement Gentleman 02" width="450" height="340" /></p>
<p>In Ozus Werk sehe ich <em>Record of a tenement gentleman</em> insofern in einer Sonderrolle, als es zwar um Familienbande geht, aber hier ganz die Entdeckung der schönen, sinnstiftenden Aspekte der Familie im Zentrum stehen. Im Vergleich dazu sind die meisten seiner anderen Filme (jedenfalls der Bekannteren) sehr viel zweideutiger im Umgang mit Familie und beleuchten meist die Konflikte und Themen wie Entfremdung oder unerfüllte Hoffnungen.</p>
<p>Davon abgesehen wird sich jeder, der schon den einen oder anderen Ozu gesehen hat, hier gleich wie zuhause fühlen. Ästhetisch wie thematisch (und auch was einige bekannte Gesichter angeht) ist diese kleine aber feine Tragikomödie unverkennbar ein Ozu, aber im Vergleich zu einigen seiner nachfolgenden Filme sehr viel leichter zugänglich. Ein Einsteiger-Ozu gewissermaßen.</p>
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		<title>Godzilla</title>
		<link>http://www.japankino.de/2011/godzilla/</link>
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		<pubDate>Sat, 06 Aug 2011 21:58:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Wiesmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gendaigeki Filme]]></category>

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		<description><![CDATA[Original: Gojira (1954) von Ishiro Honda
Als mehrere Schiffe auf mysteriöse Weise sinken und dann auch noch die Bewohner der kleinen Insel Odo von merkwürdigen Vorkommnissen während eines Taifuns und dem legendären Monster Gojira berichten, wird eine Kommission mit der Untersuchung beauftragt. Geleitet vom Paläontologen Yamane (Takashi Shimura) besuchen die Wissenschaftler die Insel Odo, wo sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;"><em>Original: Gojira (1954) von Ishiro Honda</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Als mehrere Schiffe auf mysteriöse Weise sinken und dann auch noch die Bewohner der kleinen Insel Odo von merkwürdigen Vorkommnissen während eines Taifuns und dem legendären Monster Gojira berichten, wird eine Kommission mit der Untersuchung beauftragt. Geleitet vom Paläontologen Yamane (<a href="http://www.japankino.de/2006/takashi-shimura/">Takashi Shimura</a>) besuchen die Wissenschaftler die Insel Odo, wo sie Zeuge eines Angriffs von Gojira werden. Die auf Odo gefundenen Spuren radioaktiver Verseuchung und längst ausgestorbene Trilobiten bringen Yamane zu dem Schluss, dass Gojira ein Seedinosaurier sein muss, der durch Atombombentests geweckt und in ein radioaktives, aggressives Monster verwandelt wurde.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Natürlich bleibt Gojira nicht auf dem kleinen Inselchen Odo, sondern taucht bald in Tokyo auf: Weder ein eilig errichteter Hochspannungszaun noch Panzer oder Kampfflugzeuge können ihn davon abhalten, die Stadt in Schutt und Asche zu legen. Nur Yamanes Tochter Emiko (<a href="http://www.imdb.com/name/nm0442708/">Momoko Kochi</a>) hat eine Idee, wie Gojira gestoppt werden könnte: Ihr Verlobter Serizawa (<a href="http://www.imdb.com/name/nm0386284/">Akihiko Hirata</a>) hat eine Substanz entwickelt, die jegliches Leben im Wasser vernichtet. Doch aus Sorge, dass seine Entdeckung als Waffe missbraucht werden könnte, hält er sie zurück.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><img class="alignnone size-full wp-image-2215" title="vlcsnap-00015" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2011/08/vlcsnap-00015.jpg" alt="vlcsnap-00015" width="450" height="338" /></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Um die Entstehungsgeschichte von <em>Godzilla </em>ranken sich zahllose Legenden: Über die Entstehung der bahnbrechenden Miniaturmodelle unter Leitung von Eiji Tsuburaya oder die unvorstellbar anstrengende Arbeit mit dem rund 100 kg schweren Latex-Anzug (Haruo Nakajima, der den Anzug trug, verlor bei den Dreharbeiten mehrfach das Bewusstsein und musste von der Crew aus dem Anzug herausgeschält werden).</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Kein Wunder angesichts der Pionierarbeit, die Regisseur Honda und sein Team hier leisteten, denn noch nie war ein vergleichbares Projekt von einem japanischen Filmstudio umgesetzt worden. Angeblich stand Toho, das den Film parallel zu Kurosawas <a title="Zur Japankino-Filmkritik von Die Sieben Samurai" href="http://www.japankino.de/2008/die-sieben-samurai/">Die Sieben Samurai</a> produzierte, wegen des hohen Aufwands für die beiden Großprojekte sogar kurz vor dem Bankrott. Letztlich wurde <em>Godzilla </em>aber zu einem gigantischen Erfolg und hat sich heute zu einer <a href="http://images.letsbuyit.de/original/60/00/godzilla-15460060.png">internationalen</a> <a href="http://www.spreadshirt.com/i-heart-godzilla-japan-women-s-t-shirts-C3376A7792251">Ikone</a> <a href="http://iamtypecast.kidstees.com/product_view.aspx?pid=1183">der</a> <a href="http://decided-gaming.de/blog/wp-content/uploads/2011/03/uh654101283121134rs654001283089249godzilla-facepalm-godzilla-facepalm-face-palm-epic-fail-demotivational-poster-1245384435.jpg">Pop-Kultur</a> entwickelt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><img class="alignnone size-full wp-image-2212" title="vlcsnap-00030" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2011/08/vlcsnap-00030.jpg" alt="vlcsnap-00030" width="450" height="338" /></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Selbst wenn die Spezialeffekte aus heutiger Sicht kaum den Namen Spezialeffekt verdienen, wohnt den Bildern nach wie vor eine seltsame Faszination inne. Zum einen, weil die dunkel gehaltenen schwarz-weiß Bilder die technischen Mängel der Effekte an vielen Stellen kaschieren. Vielleicht spielt aber auch eine Rolle, dass hier tatsächlich eine Miniaturausgabe von Tokyo, die man anfassen konnte,  zertrampelt und in Brand gesetzt wurde, und es sich nicht um virtuelle, nur im Computer existierende Gebäude handelt. Die Silhouette des Monsters vor dem Hintergrund des brennenden, nächtlichen Tokyos übt jedenfalls eine merkwürdige, schaurige Anziehungskraft aus, ähnlich wie die Fotos von atomaren Explosionen – Schönheit und Faszination der Zerstörung durch eine außer Kontrolle geratene Kraft.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Bei all den Legenden und der Actionlastigkeit des Films ist der ernste Hintergrund nicht zu übersehen. Gleich die erste Szene, in der das Schiff von Godzilla angegriffen wird, erinnert in der visuellen Gestaltung stark an die Explosion einer Atombombe: Eine Explosion unter Wasser und ein Blitz, der die Matrosen blendet und das Schiff Feuer fangen lässt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><img class="alignnone size-full wp-image-2211" title="vlcsnap-00006" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2011/08/vlcsnap-00006.jpg" alt="vlcsnap-00006" width="450" height="338" /></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Diese Szene stellte damals für jeden Zuschauer unmissverständlich den Bezug zu Atomtests her, denn Anfang 1954 waren ein japanisches Fischerboot und seine Besatzung bei den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Castle">Tests der Amerikaner</a> am Bikini-Atoll verstrahlt worden, was einen Aufschrei in der Öffentlichkeit hervorrief.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">So ist <em>Godzilla </em>über weite Strecken zwar ein Katastrophen- und Actionfilm, der an entscheidenden Stellen aber immer wieder Atomwaffen verurteilt und anklagt. Das passiert gleich auf mehreren Ebenen: Zunächst dadurch, dass das Monster Godzilla selbst ein Produkt &#8211; gewissermaßen die Reinkarnation &#8211; der Atombombe ist; dann durch die atomare Verseuchung, die von Godzilla ausgeht und die ihn endgültig zur Verkörperung der Atombombe macht; durch die Angst Serizawas vor einem Missbrauch seiner Entdeckung für militärische Nutzung; und letztlich noch auf einer emotional-symbolischen Ebene, in der ein Chor junger Mädchen die durch Godzilla Getöteten betrauert, stellvertretend für die Toten von Hiroshima und Nagasaki.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><img class="alignnone size-full wp-image-2213" title="vlcsnap-00031" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2011/08/vlcsnap-00031.jpg" alt="vlcsnap-00031" width="450" height="338" /></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Es sind einerseits diese politische Botschaft und andererseits die für einen Katastrophenfilm gut entwickelten und dargestellten Charaktere, die den Original-<em>Godzilla </em>weit aus der Masse seiner recht tumben Nachfolger herausheben und ihn zu einem absolut sehenswerten Klassiker machen.</p>
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		<title>Es war einmal ein Vater</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Apr 2011 22:23:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Wiesmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gendaigeki Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Ozu Yasujiro]]></category>

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		<description><![CDATA[Original: Chichi ariki (1942) von Yasujiro Ozu
Der alleinstehende Lehrer Shuhei (Chishu Ryu) kümmert sich liebevoll um seinen Sohn Ryohei. Nach einem tragischen Unfall bei einem Schulausflug gibt Shuhei seinen Beruf auf und kehrt in seine Heimatstadt Ueno zurück, wo der kleine Ryohei zu seinem Entsetzen in einem Internat eingeschult wird. Die Entfremdung der beiden beginnt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Original: Chichi ariki (1942) von Yasujiro Ozu</em></p>
<p>Der alleinstehende Lehrer Shuhei (<a title="Kurzporträt von Chishu Ryu bei Japankino" href="http://www.japankino.de/2008/chishu-ryu/">Chishu Ryu</a>) kümmert sich liebevoll um seinen Sohn Ryohei. Nach einem tragischen Unfall bei einem Schulausflug gibt Shuhei seinen Beruf auf und kehrt in seine Heimatstadt Ueno zurück, wo der kleine Ryohei zu seinem Entsetzen in einem Internat eingeschult wird. Die Entfremdung der beiden beginnt und wird beschleunigt, als Shuhei nach Tokyo zurückkehrt um mit der Arbeit in einer Fabrik das Geld für die Ausbildung seines Sohnes zu verdienen.</p>
<p>Die Jahre vergehen, Ryohei hat seine Ausbildung abgeschlossen und ist nun wie sein Vater einst selbst Lehrer mit einer Anstellung in Akita. Bei einem gemeinsamen Urlaub nähern sich die beiden wieder an und Ryohei schlägt seinem Vater vor, wieder als Familie zusammen zu leben. Doch Shuheis tiefsitzendes Verantwortungsgefühl lässt dies nicht zu, bis es schließlich zu spät ist.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2017" title="Screenshot 1 There was a father" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2011/04/vlcsnap-00008.jpg" alt="Screenshot 1 There was a father" width="450" height="337" /></p>
<p>Die Vater-Sohn-Geschichte dümpelt die meiste Zeit gemütlich vor sich hin  und wird zudem durchbrochen von einigen Episoden, in denen Shuhei einen  alten Kollegen trifft und sich mit dessen Familie anfreundet, sowie  einer Wiedersehensfeier mit seinen alten Schülern. Diese Abschweifungen  lassen die Beziehung von Vater und Sohn phasenweise fast zur Nebensache  werden. Auch in den Momenten des Wiedersehens von Vater und Sohn will  kein wirkliches Gefühl der Verbundenheit aufkommen, da sie kaum einmal  über den Austausch von Belanglosigkeiten  hinaus kommen. Ryohei ist  seinem Vater vor allem durch Dankbarkeit und ein Gefühl der  Verpflichtung verbunden.</p>
<p>Auch wenn <em>Es war einmal ein Vater </em>klassische Ozu-Themen wie  familiäre Werte und den Umgang mit den Beschwernissen des Lebens  aufgreift, war er doch ein Propagandafilm, der von den amerikanischen  Zensoren um einiges gekürzt wurde. Die Feier mit den ehemaligen Schülern  Shuheis beispielsweise soll von patriotisch-nationalistischen  Ansprachen und Gesängen durchsetzt gewesen sein, von denen heute nichts  mehr erhalten ist.</p>
<p>So ist der in der Hochphase des Zweiten Weltkriegs entstandene Film vor allem eine doppelte Hymne auf ein wohlmeinendes Patriarchat (und als solche wurde der Film von der Militärregierung auch verstanden): Auf der einen Seite der selbstlose Vater, der sein ganzes Leben ohne Rücksicht auf sein eigenes Wohl schuftet, um seinem Sohn eine Ausbildung und ein gutes Leben zu ermöglichen, und der selbst noch am Sterbebett dessen Hochzeit mit der Tochter eines Freundes arrangiert; auf der anderen Seite der brave Sohn, der sich der Weisheit und den Wünschen des Vaters unterordnet, obwohl er nichts anderes will als mit seinem Vater zusammen zu leben.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2018" title="Screenshot 2 There was a father" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2011/04/vlcsnap-00022.jpg" alt="Screenshot 2 There was a father" width="450" height="337" /></p>
<p>Der Film zeigt aber immer wieder auch die Schmerzen und die Enttäuschung Ryoheis, so dass man durchaus versteckte Kritik an einem Ideal  erkennen kann, das Verpflichtung und Selbstaufopferung über soziale und  familiäre Bindungen, Gefühle und menschliche Nähe stellt. Diese zweischneidige Interpretationsmöglichkeit verleiht dem Film aus meiner Sicht eine gewisse Würze, die ihn &#8211; neben dem Umstand, dass Chishu Ryu von Ozu erstmals in einer Hauptrolle eingesetzt wurde &#8211; erst so richtig interessant macht. Denn ansonsten zählt der Film nicht gerade zu denjenigen Werken Ozus, die man unbedingt gesehen haben muss.</p>
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		<title>The Shrikes</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Mar 2011 21:26:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Wiesmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gendaigeki Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Shibuya Minoru]]></category>

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		<description><![CDATA[Original: Mozu (1961) von Minoru Shibuya
Die Bardame Ohisa (Chikage Awashima) hat ihre besten Tage hinter sich, geht aber bei den Kunden noch als Mitte 30 durch. Als ihre fast 30jährige Tochter Sachiko (Ineko Arima) nach Tokyo kommt, um in einem Schönheitssalon zu arbeiten, und das Wiedersehen nach vielen Jahren nicht gerade optimal verläuft, gerät Ohisas [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Original: Mozu (1961) von Minoru Shibuya</em></p>
<p>Die Bardame Ohisa (<a href="http://www.imdb.com/name/nm0043398/">Chikage Awashima</a>) hat ihre besten Tage hinter sich, geht aber bei den Kunden noch als Mitte 30 durch. Als ihre fast 30jährige Tochter Sachiko (<a href="http://www.imdb.com/name/nm0034836/">Ineko Arima</a>) nach Tokyo kommt, um in einem Schönheitssalon zu arbeiten, und das Wiedersehen nach vielen Jahren nicht gerade optimal verläuft, gerät Ohisas Welt aus den Fugen.</p>
<p>Sachiko ist schockiert, als ihr klar wird, dass ihre Mutter sich von einem Kunden aushalten lässt, mit dem sie eine Beziehung führt. Ausgerechnet dieser Kunde – ein alter Industrieller – ist es dann jedoch, der Sachiko hilft, eine Stelle zu finden. Als jedoch Ohisa von der Begegnung der beiden erfährt, wird sie eifersüchtig und macht sich dennoch gleichzeitig Sorgen um Sachiko. Schließlich beendet sie ihre Affäre, wird entlassen und obendrein auch noch krank. Nun kümmert sich Sachiko um sie, die beiden ziehen zusammen und eine nicht enden wollende Serie aus Streitereien nimmt ihren Lauf, meist ausgelöst durch Männergeschichten oder Heiratspläne für Sachiko. Doch jedesmal versöhnen sich die beiden wieder.</p>
<p>Die Beziehung von Mutter und Tochter dominiert den Film von der ersten bis zur letzten Sekunde. Diese ist geprägt durch ständige wechselseitige Vorwürfe und Unverständnis für den jeweils anderen. Der Auslöser dafür liegt direkt in der ersten Szene, in der die beiden sich nach langer Trennung zunächst langsam aneinander herantasten. Bevor die beiden wieder wirklich vertrauen zueinander fassen können, werden sie von Ohisas Kunden unterbrochen. Als Sachiko die „Wahrheit“ über ihre Mutter erfährt, bedeutet das einen Schock und einen Vertrauensverlust, der sie nicht wieder loslässt. Gleichzeitig fühlt sie sich dennoch ihrer Mutter zutiefst verpflichtet, und diese Bindung wird im Laufe des Films immer stärker.</p>
<p>Ironischerweise ist es am Ende des Films Sachiko, die sich an denselben Kunden wie ihre Mutter verkauft, um die Tuberkulosebehandlung für die im Sterben liegende Mutter bezahlen zu können. In gewisser Weise schließt sich an dieser Stelle der Kreis, sie ist in die Fußstapfen ihrer Mutter getreten und hat sich genauso prostituiert wie diese.</p>
<p>Von den fünf Filmen Shibuyas, die ich auf der Berlinale sehen konnte, konnte mich <em>The Shrikes</em> am wenigsten überzeugen. Die ständigen, wegen lächerlicher Lappalien ausbrechenden Streitereien zwischen Mutter und Tochter sind irgendwann nur noch anstrengend, zumal die jedesmal anstehende Versöhnung absehbar ist. Undurchschaubar bleibt dabei für mich die Rolle der Tochter Sachiko, ihre Motivation ist für mich nicht wirklich nachvollziehbar: Sie hat ihre Mutter jahrelang nicht mehr gesehen, streitet sich bei jeder Gelegenheit mit ihr, und kümmert sich dennoch am Ende aufopferungsvoll um sie, ohne dass wirklich klar wäre, weshalb.</p>
<p>Da es außer den beiden keine weiteren relevanten Charaktere gibt und auch eine Story im klassischen Sinne fehlt, ist es mir nicht gelungen, irgendeinen emotionalen Bezug zum Film herzustellen. Dabei war die Auftaktszene in der Bar, in der das Wiedersehen von Ohisa und Sachiko stattfindet, so vielversprechend: Eine lebendige, lustige Truppe an Bardamen, ein paar schräge Kunden, das sah ganz nach einem weiteren Ensemble-Film Shibuyas mit wunderbar gezeichneten, liebenswert-chaotischen Charakteren à la <a title="Zur Japankino Filmkritik" href="http://www.japankino.de/2011/doctors-day-off/">Doctor&#8217;s Day off</a>, <a title="Zur Japankino Filmkritik" href="http://www.japankino.de/2011/righteousness/">Righteousness</a> oder <a title="Zur Japankino Filmkritik" href="http://www.japankino.de/2011/the-days-of-evil-women/">Days of evil women</a> aus.</p>
<p>Positiv aufgefallen ist mir vor allem <a title="Mehr bei IMDb" href="http://www.imdb.com/name/nm0652961/">Nobuko Otowa</a> in einer kleinen Nebenrolle als Bardame und Freundin Ohisas. Wer die Ehefrau Kaneto Shindos vor allem aus den Filmen ihres Mannes wie <a title="Zur Japankino Filmkritik" href="http://www.japankino.de/2010/onibaba/">Onibaba</a> oder <a title="Zur Japankino Filmkritik" href="http://www.japankino.de/2007/die-nackte-insel/">Die nacke Insel</a> kennt, wird sich ganz schön die Augen reiben! Wie sie hier Witze und Grimassen reißt und mit den Kunden flirtet, deutet auf ein komödiantisches Talent hin, das ich so nie bei ihr vermutet hätte.</p>
<p>Fünf Filme sind wahrscheinlich nicht ausreichend, um das Gesamtwerk Shibuyas beurteilen oder einschätzen zu können. Mein Eindruck ist jedoch, dass seine Stärke in der Verbindung von komödiantisch-turbulenten Charakteren und Stories mit einer sozialkritischen Aussage liegt. Bei drei der fünf Filmen kam diese Mischung zum Einsatz, und sie hat jedesmal gut funktioniert. Beim sehr viel ernster angelegten <em>The Shrikes</em> wollte der Funke aber nicht überspringen.</p>
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		<title>Modern People</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Feb 2011 19:47:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Wiesmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gendaigeki Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Shibuya Minoru]]></category>

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		<description><![CDATA[Original: Gendaijin (1952) von Minoru Shibuya
Ogino (Sô Yamamura), Chef einer Abteilung im Bauministerium, lässt sich von einem windigen Bauunternehmer schmieren, um die Krankenhausrechnung für seine Frau zahlen zu können. Obendrein führt er noch eine Affäre mit der Barbesitzerin Shinako (Isuzu Yamada), die ebenfalls der Bauunternehmer finanziert. Als der neue Mitarbeiter Odagiri (Ryô Ikebe) in die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Original: Gendaijin (1952) von Minoru Shibuya</em></p>
<p>Ogino (<a title="Mehr bei IMDb" href="http://www.imdb.com/name/nm0945522/">Sô Yamamura</a>), Chef einer Abteilung im Bauministerium, lässt sich von einem windigen Bauunternehmer schmieren, um die Krankenhausrechnung für seine Frau zahlen zu können. Obendrein führt er noch eine Affäre mit der Barbesitzerin Shinako (<a title="Kurzporträt von Isuzu Yamada bei Japankino" href="http://www.japankino.de/2006/isuzu-yamada/">Isuzu Yamada</a>), die ebenfalls der Bauunternehmer finanziert. Als der neue Mitarbeiter Odagiri (<a title="Mehr bei IMDb" href="http://www.imdb.com/name/nm0407411/">Ryô Ikebe</a>) in die Abteilung kommt, will Ogino diesen jedoch aus den unredlichen Machenschaften heraushalten und denkt sogar daran, ihn mit seiner Tochter Michiko zu verheiraten.</p>
<p>Michiko und Odagiri verlieben sich auch tatsächlich ineinander. Um Michiko den Traum von der perfekten Familie zu ermöglichen, beginnt Odagiri jedoch ein undurchsichtiges Intrigenspiel: Zuerst spannt er dem Vater Shinako aus und drängt ihn aus dem Geschäft mit der Vergabe von Bauaufträgen. An Stelle Oginos verstrickt er sich nun selbst immer tiefer in die Fänge der Korruption. Als ihm klar wird, dass er mit seinen Ränkeschmieden sowohl den Vater wie die Tochter gegen sich aufgebracht hat, will er einen Schlussstrich ziehen, doch es gibt kein Zurück mehr: Betrunken zettelt er einen Streit mit dem Bauunternehmer an und erschlägt ihn, anschließend steckt er auch noch das Büro in Brand um Beweise zu vernichten.</p>
<p>Der Film eröffnet mit einer Flugsequenz über eine Industrie- und  Großstadtlandschaft, unterlegt mit bedrohlicher Musik und einem  Off-Sprecher, der Kriminalität und Gewissenlosigkeit anprangert. Da ist es nicht verwunderlich, dass mit Odagiri der Hauptcharakter, der zunächst unbefleckt von diesen Machenschaften auftritt, in Korruption, Gewalt und Kriminalität versinkt und am Ende der Todesstrafe entgegensieht. Verwunderlich ist jedoch, mit welcher Direktheit Regisseur Shibuya seine Kritik an gesellschaftlichen Zuständen (die in vielen seiner Filme vertreten ist) vorbringt. Das ist schon kein Wink mit dem Zaunpfahl mehr, hier winkt er gleich mit dem ganzen Zaun!</p>
<p>Fünf Filme Shibuyas konnte ich auf der Berlinale sehen und verglichen mit diesen fällt <em>Modern People</em> noch unter zwei weiteren Gesichtspunkten ziemlich aus dem Rahmen: Zum einen hatten die anderen Filme bei aller Ernsthaftigkeit und Dramatik immer auch ihre komischen Momente, die in <em>Modern People</em> dagegen völlig fehlen. Zum anderen zeichneten sich die übrigen Filme Shibuyas duch ihre liebenswert gezeichneten und durch und durch menschlichen, wenn auch manchmal etwas überdrehten Charaktere aus, mit denen wir Zuschauer mitfiebern und uns identifizieren konnten.</p>
<p>Im Gegensatz dazu mag man sich in <em>Modern People</em> mit keinem der Charaktere wirklich identifizieren: Ogino ist ein permanent herumstammelnder Schwächling ohne einen Hauch von Rückgrat, Odagiri ist berechnend und nimmt keine Rücksicht auf die Gefühle der Menschen, Shinako ist  käuflich und arrogant, der Bauunternehmer sowieso ein gewissenloses Arschloch und Michiko eine verwöhnte  Träumerin.</p>
<p>Offenbar liegt hier der Hund begraben: &#8220;Moderne Menschen&#8221; haben ihre Menschlichkeit verloren. Worin allerdings die Ursache für die allgegenwärtige Gewissenlosigkeit und die Selbstbezogenheit liegt, darauf gibt uns Shibuya keine Hinweise. Die Motivation der einzelnen Charaktere für ihr Handeln ist jedenfalls von Fall zu Fall verschieden, ein Muster nicht wirklich erkennbar. Hier liegt die Schwäche des Films, der zwar die Zustände anprangert, aber weder Ursachen benennt noch einen möglichen Ausweg weist.</p>
<p>Ein sehr direkter und kritischer Film, der schonungslos und mutig die üblen Machenschaften zwischen Politik und Wirtschaft im Nachkriegsjapan zum Thema macht und Schwächen der Menschen adressiert. Leider wird die Botschaft aber ziemlich plakativ vermittelt und die Problematik etwas eindimensional betrachtet. Mit <a href="http://www.japankino.de/2011/righteousness/">Righteousness</a> ist Shibuya ein paar Jahre später ein besserer Wurf zu einer ähnlichen Thematik gelungen.</p>
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