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	<title>Japankino &#187; Teshigahara Hiroshi</title>
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	<description>Filme und Filmgeschichte des japanischen Kinos</description>
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		<title>Die Frau in den Dünen</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Nov 2007 20:15:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Wiesmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[New Wave Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Teshigahara Hiroshi]]></category>

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		<description><![CDATA[Originaltitel: Suna no onna (1964), von Hiroshi Teshigahara

Eine konzeptionell und ästhetisch faszinierende Parabel über unser subjektives Freiheitsempfinden und gesellschaftliche Zwänge. Vom früheren Dokumentarfilmer Hiroshi            Teshigahara in beeindruckenden Bildern inszeniert und mit einer Oscar-Nominierung als bester Regisseur belohnt.

Ein Mann (Eiji Okada) begibt sich auf der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="maintext"><em>Originaltitel: Suna no onna (1964), von Hiroshi Teshigahara<br />
</em></p>
<p class="maintext">Eine konzeptionell und ästhetisch faszinierende Parabel über unser subjektives Freiheitsempfinden und gesellschaftliche Zwänge. Vom früheren Dokumentarfilmer <a href="http://www.japankino.de/2006/hiroshi-teshigahara/">Hiroshi            Teshigahara</a> in beeindruckenden Bildern inszeniert und mit einer Oscar-Nominierung als bester Regisseur belohnt.</p>
<p class="maintext"><img alt="Suna no onna Screenshot 1" id="image347" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2007/11/vlcsnap-171731.jpg" /></p>
<p class="maintext">Ein Mann (<a href="http://imdb.com/name/nm0645402/">Eiji Okada</a>) begibt sich auf der Suche nach            seltenen Insekten in eine einsame Küstengegend. Als er eine Unterkunft            für die Nacht sucht, wird er von einigen Dorfbewohnern zum Haus            einer allein lebenden Frau (<a href="http://imdb.com/name/nm0457219/">Kyoko Kishida</a>, die vor einem knappen Jahr verstarb) gebracht, das unter einer            Klippe liegt, die er mit Hilfe einer Strickleiter hinunterklettern muss.            Die Frau bewirtet ihn, und beginnt, während er sich schlafen legt,            den durch jede Ritze dringenden Sand wegzuschaffen. Am nächsten            Morgen muss er feststellen, dass das Haus nicht nur von der Klippe sondern            auch von unüberwindbaren Dünen rundum umgeben ist und dass die Leiter entfernt wurde. Er ist gefangen.</p>
<p class="maintext">Von der Frau erfährt            er, dass er zu ihrer Unterstützung festgehalten wird, da sie alleine            nicht gegen die vordringenden Dünen ankämpfen könnte,            von denen auch das Dorf bedroht ist. Empört unternimmt er mehrere            vergebliche Ausbruchversuche, fesselt die Frau und verweigert die Kooperation,            muss jedoch einsehen, dass sie zur Versorgung auf die Dörfler angewiesen            sind. So fügt er sich in sein Schicksal und nimmt resigniert den von ihm erwarteten Kampf gegen den Sand            auf.</p>
<p class="maintext"><img alt="Suna no onna Screenshot 2" id="image348" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2007/11/vlcsnap-173978.jpg" /></p>
<p class="maintext">Zwischen ihm und der Frau mit den so ganz anderen Ansichten über das Leben            entwickelt sich eine ausgeprägte erotische Spannung und so beginnen die beiden eine Affäre, die durch die            Sehnsucht des Mannes nach Freiheit immer wieder getrübt wird. Eines            Tages entdeckt er jedoch, dass sich im Boden zwischen den Dünen            Wasser sammelt, das sich gewinnen lässt. Er beginnt, das Phänomen            zu untersuchen und begeistert sich für die Möglichkeit, durch seine Erkenntnis das einfache Leben der Dörfler verändern zu können. Als sich ihm endlich die Möglichkeit zur Flucht            bietet, erkennt er, dass sein altes Leben ihm nichts mehr zu bieten            hat. Er bleibt bei der Frau in den Dünen.</p>
<p class="maintext">Regisseur Teshigahara arbeitete als Dokumentarfilmer, bevor er Spielfilme            drehte, und das merkt man <em>Der Frau in den Dünen</em> an:            Mit fantastischen Großaufnahmen und Bildern des fast wie Wasser            dahinfließenden Sandes schafft er eine gleichermaßen            bezaubernde wie verstörende Atmosphäre. Dazu trägt auch            die ungewöhnliche, avantgardistische Musik von Toru Takemitsu bei,            die im Zusammenspiel mit den menschenleeren Landschaftsaufnahmen eine            äußerst bedrückende Stimmung schaffen &#8211; vier Jahre später            wurde in Planet der Affen auf ganz ähnliche Stilelemente und Effekte            zurück gegriffen.</p>
<p class="maintext">Neben den Landschaftsaufnahmen prägen den Film auch die zahlreichen extremen Nahaufnahmen der beiden Hauptdarsteller. Gerade in den Phasen der größten Verzweiflung des Mannes und der wachsenden Spannung mit der Frau verleihen diese dem Zuschauer regelrecht das Gefühl, die Charaktere wie unter einem Mikroskop zu betrachten. In ihrer außergewöhnlichen Intensität sind diese Close-ups durchaus mit denen in Sergio Leones nur wenig später entstandenen Filmen vergleichbar.</p>
<p class="maintext"><img alt="Suna no onna Screenshot 4" id="image350" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2007/11/vlcsnap-180592.jpg" /></p>
<p class="maintext"><em>Die Frau in den Dünen</em> ist eine faszinierende Parabel,            in der sich Teshigahara gezielt der Verfremdung und Anonymisierung (die            Frau ist ohne Namen, den des Mannes erfährt man erst ganz zum Schluss)            bedient. Er thematisiert zum einen die Auseinandersetzung des Einzelnen            mit der Gesellschaft, deren Normen und Anforderungen wie der Sand permanent            und erbarmungslos durch die Ritzen des menschlichen Geistes eindringen            und sein Bewusstsein und Selbstverständnis formen. Dagegen anzukämpfen            erweist sich als zwecklos.</p>
<p class="maintext">Zum anderen zeigt die Parabel einen Menschen,            der scheinbar ein Leben in völliger Freiheit führt, das aber            sinnentleert ist. Während des Freiheitsentzugs werden dann jedoch            die Beziehung mit der Frau und insbesondere die Entdeckung der Wassergewinnung            zu sinnstiftenden Elementen, die ihm letztlich wichtiger sind als die            plötzlich mögliche Wiedergewinnung der Freiheit und die Rückkehr            in das alte Leben. So verkehrt sich auch sein anfängliches Unverständnis, ja seine Verachtung für die einfach-monotone, scheinbar idiotische Lebensweise der Frau in die Erkenntnis, dass ihm genau dieses Leben etwas zu geben in der Lage ist, das ihm in der Stadt fehlte.</p>
<p class="maintext">[Hinweis: Dies ist eine überarbeitete und erweiterte Fassung eines ursprünglich am 30. September 2006 veröffentlichten Beitrags.]</p>
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