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	<title>Japankino &#187; Miike Takashi</title>
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	<description>Filme und Filmgeschichte des japanischen Kinos</description>
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		<title>Sukiyaki Western Django</title>
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		<pubDate>Sat, 31 May 2008 08:21:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Wiesmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gegenwartsfilme]]></category>
		<category><![CDATA[JFFH]]></category>
		<category><![CDATA[Miike Takashi]]></category>

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		<description><![CDATA[Original: Sukiyaki Western Django (2007), von Takashi Miike
Miike darf derzeit ja auf keinem japanischen Filmfest fehlen, letztes Jahr lief Big Bang Love auf dem Japanischen Filmfest, jetzt Sukiyaki Western Django, der reichlich Aufmerksamkeit erhielt, auch in den großen Medien. Was nicht weiter verwunderlich ist, schließlich spielt Quentin Tarantino eine kleine Rolle und alle japanischen Schauspieler [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Original: Sukiyaki Western Django (2007), von Takashi Miike</em></p>
<p>Miike darf derzeit ja auf keinem japanischen Filmfest fehlen, letztes Jahr lief <a href="http://www.japankino.de/2007/big-bang-love-juvenile-a/">Big Bang Love</a> auf dem Japanischen Filmfest, jetzt <em>Sukiyaki Western Django</em>, der reichlich Aufmerksamkeit erhielt, auch in den großen Medien. Was nicht weiter verwunderlich ist, schließlich spielt Quentin Tarantino eine kleine Rolle und alle japanischen Schauspieler sprechen englisch &#8211; so gut oder schlecht es eben geht.</p>
<p>Die Story ist altbekannt und folgt den Genre-Konventionen: Zwei Banden bekriegen sich in einer kleinen Stadt über einen vermuteten Goldschatz, eine Familie gerät zwischen die Fronten, der Vater wird getötet, die Mutter schließt sich gezwungenermaßen einer der Banden an, der Sohn ist traumatisiert. Da verschlägt es einen mysteriösen, unbekannten Revolverhelden in die Stadt, die Dinge kommen in Bewegung und das Blut beginnt zu fließen.</p>
<p>Leider gab es bei der Vorführung eine kleine Panne, der Film lief mit der falschen Tonspur an (nämlich der japanischen Synchronfassung), so dass wirklich nichts zu verstehen war, denn Untertitel gibts nicht. Nach einer halben Stunde wurde der Fehler korrigiert und wir Zuschauer kamen endlich in den Genuss, <a href="http://www.imdb.com/name/nm0597390/">Kaori Momoi</a>, <a href="http://www.imdb.com/name/nm0027942/">Masanobu Ando</a> und all die anderen japanischen Stars, die Miike um sich geschart hatte, auf Englisch radebrechen zu hören. Das und der eine oder andere Gag führten durchaus zu einigen Lachern, alles in allem ist der Film von einer echten Komödie aber weit entfernt, vielmehr ist <em>Sukiyaki Western Django</em> eine einzige Skurrilität.</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" data="http://www.youtube.com/v/AYUecko6Vd0"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/AYUecko6Vd0" /><param name="quality" value="high" />Medium: www.youtube.com</object>
<br />Link: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=AYUecko6Vd0">www.youtube.com</a></p>
<p>Das beginnt schon beim Rückgriff auf den historischen Hintergrund, der aus den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heike_Monogatari">Heike Monogatari</a> stammt, in denen der Kampf der Samurai-Clans Taira und Minamoto geschildert wird. Miike bedient sich bis zu den Namen der Hauptkontrahenten der historischen Tatsachen, nur dass <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Taira_no_Kiyomori">Kyomori</a> dann plötzlich zum Showdown mit einer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gatling_%28Waffe%29#Gatling-Gun_-_Minigun_-_Microgun">Gatling</a> antritt und Shakespare bewundert. Ein schizophrener Sheriff und ein durch den Verlust seiner Hoden dem Wahnsinn verfallener Samurai mit Irokesen-Schnitt sind weitere Paradebeispiele in Miikes Kuriositäten-Kabinett.</p>
<p>Highlight des Films ist für mich ganz klar Kaori Momoi &#8211; die ich bisher nur aus Arthaus-Filmen in anspruchsvollen Rollen kannte &#8211; die sich hier als Revolverheldin mal so richtig austoben kann und daran sichtlich Spaß hat. Ansonsten fällt mir nicht viel gutes ein, außer dass der Film handwerklich natürlich sehr gut gemacht ist und nett anzusehen ist, besonders das Finale im Schnee. Aber viele Handlungsstränge und Motive bleiben unklar, der Charakter des Films ist schwer zu bestimmen und wäre wohl am ehesten als groteske Verarsche sowohl des Westerns als auch des Samurai-Genres aufzufassen. Einen tieferen Sinn kann ich nicht erkennen: aufwändige Verpackung, nichts dahinter.</p>
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		<title>The Bird People in China</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Dec 2007 19:26:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Wiesmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gegenwartsfilme]]></category>
		<category><![CDATA[Miike Takashi]]></category>

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		<description><![CDATA[Original: Chugoku no chojin (1998), von Takashi Miike
Nachdem Takashi Miike zuvor vor allem durch seine blutigen Gangster-Filme, allen voran die Triad Society-Trilogie, auf sich aufmerksam gemacht hatte, wandte er sich mit The Bird People in China einem völlig anderen Thema und Stil zu und gab damit eine beeindruckende Kostprobe seiner erstaunlichen Vielseitigkeit. Dieser Film brachte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Original: Chugoku no chojin (1998), von Takashi Miike</em></p>
<p>Nachdem <a href="http://imdb.com/name/nm0586281/">Takashi Miike</a> zuvor vor allem durch seine blutigen Gangster-Filme, allen voran die <em>Triad Society-</em>Trilogie, auf sich aufmerksam gemacht hatte, wandte er sich mit <em>The Bird People in China</em> einem völlig anderen Thema und Stil zu und gab damit eine beeindruckende Kostprobe seiner erstaunlichen Vielseitigkeit. Dieser Film brachte ihm schlagartig auch die Anerkennung von internationalen Kritikerkreisen.</p>
<p><img alt="Bird People Screenshot 1" id="image381" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2007/12/vlcsnap-00013.jpg" /></p>
<p>Der Angestellte Wada (<a href="http://imdb.com/name/nm0609403/">Masahiro Motoki</a>) wird von seiner Firma auf die Suche nach einer Jade-Mine tief im ländlichen China geschickt. Kaum angekommen, gerät er an den Yakuza Ujie (<a href="http://imdb.com/name/nm0410902/">Renji Ishibashi</a>), der für seinen Clan, dem Wadas Firma Geld schuldet, Anteile an der Mine sichern soll. Unter Führung des Chinesen Shen (<a href="http://imdb.com/name/nm0538683/">Mako</a>) machen sich der stets übellaunige Ujie und der völlig verunsicherte Wada auf ihre beschwerliche Reise. Diese führt sie von schlaglochübersäten Staubpisten über eine Floßfahrt schließlich steile Gebirgspfade hinauf, bis sie trotz des zwischenzeitlichen Gedächtnisverlustes ihres Führers das Dorf erreichen, in dem sich die Jade-Mine befindet.</p>
<p>Dort werden die beiden Großstadtmenschen nicht nur von der atemberaubenden Natur überwältigt, sondern auch von der einfachen Schönheit des Lebens der Menschen. Besonders Wada ist fasziniert von Si-Chang (<a href="http://imdb.com/name/nm0910970/">Li Li Wang</a>), einer Einwohnerin des Dorfes, die ein Lied singt, dessen Melodie und Text ihm seltsam bekannt vorkommen und die zudem die Kinder des Dorfes im Fliegen unterrichtet. Als Shen sein Gedächtnis zurückgewinnt und somit die Heimreise bevorsteht, kommt es zum Konflikt mit Ujie, der das Dorf, die Menschen und ihre traditionelle Kultur vor der mit der Ausbeutung der Mine verbundenen Ankunft der Zivilisation bewahren will.</p>
<p><img alt="Bird People Screenshot 3" id="image383" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2007/12/vlcsnap-00048.jpg" /></p>
<p>Was zunächst wie eine Mischung aus Buddy-Komödie und Abenteuerfilm beginnt, entwickelt sich völlig überraschend in eine tiefschürfende Auseinandersetzung mit Gefühlen, Schuld, Träumen und Fragen nach dem Sinn oder Unsinn unserer modernen, technikversierten Zivilisation. Die grandiosen Naturszenarien der südchinesischen Berge kontrastiert Miike mit dem nur in ganz wenigen Szenen gezeigten Japan, das ausschließlich aus hektischen Menschenmassen, Betonlandschaften und überfüllten Pendlerzügen zu bestehen scheint.</p>
<p>Der Film schweift aber nie in eine unkritische Lobhudelei für Naturschutz oder in einseitige Zivilisationskritik ab. Im Gegenteil zeigt er an Einzelschicksalen deutlich, welche Nachteile das scheinbar so idyllische Landleben der Bauern hat, wo ein einfaches Fieber lebenslange Taubheit nach sich ziehen kann und weist auch darauf hin, dass nur mittels moderner Technologie das Besuchen solcher Idylle möglich ist. Freude und Glück ebenso wie Leid finden sich letztlich in beiden Welten.</p>
<p>Sehr spannend ist jedenfalls auch die Entwicklung der beiden Hauptcharaktere zu verfolgen: Der scheinbar so gewissenlose Ujie wird allnächtlich von Alpträumen und Schuldgefühlen geplagt und überdeckt dies lediglich durch seine Rüpelhaftigkeit, die angesichts der ursprünglichen Natur und Lebensweise der Menschen in einen ausgewachsenen Hass auf all das, was er hinter sich gelassen hat und was er mit Zivilisation verbindet, ausartet. Wada dagegen wächst an den Erlebnissen und an der Auseinandersetzung mit Ujie, wird vom unterwürfigen Angestellten zu einem selbstbewussten Menschen, der  für sich (mit Hilfe von Si-Chang) schließlich den Sinn des Lebens findet.</p>
<p><img alt="Bird People Screenshot 2" id="image382" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2007/12/vlcsnap-00045.jpg" /></p>
<p>Das Fliegen als ewiger Traum der Menschheit ist das dominante Motiv des Films, der mit den Worten &#8220;Ich habe 10.000 Mal geschlafen, aber nie davon geträumt, fliegen zu können wie ein Vogel&#8221; beginnt. Für mich wird dieses Motiv im Film zu einem Symbol für ein erfülltes, glückliches Leben, das sich alle wünschen, wonach alle streben, das aber nicht durch noch so große Anstrengungen sondern nur durch eine bestimmte Lebenseinstellung erreicht werden kann.</p>
<p>Ein großer Teil der Interpretation des Films hängt jedoch von seinem Ende und besonders der faszinierenden Schlussszene ab, die ich hier aber nicht verraten will. Ich werde daher an dieser Stelle der Auseinandersetzung mit dem Film nicht mehr weiter ins Detail gehen &#8211; was mir aber zugegebermaßen sehr schwer fällt, er schreit einfach nach einer ausführlichen Interpretation &#8211; vielleicht in den Kommentaren?</p>
<p>Zwar ist <em>The Bird People in China</em> wie auch die anderen Miike-Filme, die ich bisher gesehen habe, voller Symbole und Anspielungen, er bleibt dabei aber recht gut zugänglich (kein Vergleich etwa zu <a href="http://www.japankino.de/2007/big-bang-love-juvenile-a/">Big Bang Love</a>). Der Film ist ein großartiges Werk und in meinen Augen ein absolutes Muss, auch für Cineasten, die von Miikes bluttriefenden Filmen eher abgeschreckt wurden.</p>
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		<title>Audition</title>
		<link>http://www.japankino.de/2007/audition/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Jul 2007 20:35:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Wiesmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gegenwartsfilme]]></category>
		<category><![CDATA[Miike Takashi]]></category>

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		<description><![CDATA[Original: Ôdishon (1999), von Takashi Miike
Tja, Miike hat es mal wieder geschafft, zwei Genres, von denen man eigentlich glaubt, sie würden sich gegenseitig ausschließen, zu einem umwerfenden &#8211; und magenumstülpenden &#8211; Film zu vereinen, nämlich öde Romanze und krassen Horror.
Jahre nach dem Tod seiner Frau nimmt Shigeharu Aoyama (Ryo Ishibashi) den Vorschlag eines befreundeten Filmproduzenten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Original: Ôdishon (1999), von Takashi Miike</em></p>
<p>Tja, Miike hat es mal wieder geschafft, zwei Genres, von denen man eigentlich glaubt, sie würden sich gegenseitig ausschließen, zu einem umwerfenden &#8211; und magenumstülpenden &#8211; Film zu vereinen, nämlich öde Romanze und krassen Horror.</p>
<p>Jahre nach dem Tod seiner Frau nimmt Shigeharu Aoyama (<a href="http://imdb.com/name/nm0410903/">Ryo Ishibashi</a>) den Vorschlag eines befreundeten Filmproduzenten an, mittels eines Vorsprechens für eine Filmrolle eine Frau für ihn zu suchen. Schnell ist Aoyama von einer Kandidatin fasziniert, die ihrer Bewerbung einen sehr persönlichen Brief beilegte, in dem sie von ihren Erfahrungen mit Verlust berichtet. Nach dem Vorsprechen nimmt er Kontakt mit Asami (<a href="http://imdb.com/name/nm0793402/">Eihi Shiina</a>) auf, die beiden treffen sich wiederholt, finden Gefallen aneinander und verlieben sich.</p>
<p>Doch als die beiden eine gemeinsame Reise machen, das erste Mal miteinander schlafen und Asami anschließend einfach verschwindet, fallen plötzlich immer mehr Schatten auf die junge Frau. Aoyama nimmt ihre Spur auf, entdeckt dabei rätselhafte Morde und verschwundene oder verstümmelte Personen in Asamis Vergangenheit und wird schließlich selbst zum Opfer.</p>
<p><img alt="Audition Screenshot 2" id="image249" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2007/07/vlcsnap-45472.jpg" /></p>
<p>Ist die Geschichte des trauernden, mit seinem Sohn zusammenlebenden Witwers auf Freiersfüßen anfangs noch ganz nett zu verfolgen, schleppt sich <em>Audition</em> im zweiten Akt, als Asami und Aoyama sich näher kommen, nur noch zäh dahin. Ich habe nur weitergekuckt, weil ich wusste, dass zum Ende hin noch  irgendetwas heftiges passieren musste, und so kam es dann auch&#8230; da braucht es wirklich starke Nerven und einen noch stärkeren Magen!</p>
<p>So künstlich und um des reinen Effekts willen die Folterszenen auch wirken, sie sind für den Film und für das Verständnis von Aoyama doch elementar. Entsteht durch sie doch eine Situation, in der Asami aus ihrer Rolle als passives, auf Telefonanrufe wartendes Objekt männlicher Begierde ausbrechen kann und zum aktiven Subjekt wird. Und das auf eine so radikale, perfide Art und Weise, dass trotz der Kritik an Aoyamas frauenverachtendem, fingiertem Vorsprechen, trotz Asamis offenbar furchtbarer Kindheit zu keinem Zeitpunkt auch nur der kleinste Funken von Verständnis für ihr Verhalten (wie bei der Sympathie für den in gleicher Münze zurückzahlenden Underdog) aufkommt.</p>
<p><img alt="Audition Screenshot 4" id="image251" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2007/07/vlcsnap-58346.jpg" /></p>
<p>Da dieser letzte Akt des Films von zahlreichen Traumsequenzen durchsetzt ist und man schnell den Überblick verliert, was nun Realität ist und was nicht, bleibt viel Raum für Spekulation und Interpretation. Als unverbesserlicher Optimist, der sich für den einsamen Witwer ebenso wie für das schüchterne Mädchen ein Happy-End wünscht, liegt meine Sympathie bei der &#8220;es war alles nur ein Traum&#8221;-Variante. Und die geht so&#8230;</p>
<p>Von dem Moment an, als die beiden in ihrem Hotel miteinander schliefen, geschieht alles weitere nur in Aoyamas Traum. All die makabren Rätsel um Asami bis hin zu seiner Verstümmelung durch sie sind alles Ausdrücke seines gestörten Verhältnisses zu Frauen, das wiederum mit dem Tod seiner Frau zusammenhängt. Immer wieder plagen ihn Gewissensbisse wegen der Instrumentalisierung des Vorsprechens aber auch aus einem grundlegenden Gefühl der Untreue seiner Frau gegenüber.</p>
<p><img id="image250" alt="Audition Screenshot 3" src="http://www.japankino.de/wp-content/uploads/2007/07/vlcsnap-47315.jpg" /></p>
<p>Alptraumhafte Sequenzen sexueller Fantasien, in denen seine Putzfrau und die Freundin seines Sohnes auftauchen, deuten ebenso auf dieses schlechte Gewissen hin wie der Umstand, dass Aoyama in allen Szenen schwarz trägt (und Asami weiß). Ein kurzer Moment ganz zu Beginn, als Aoyama zuhause am Schreibtisch die Kandidatinnen für das Vorsprechen durchgeht und dazu das Foto seiner Frau umdreht, macht dies besonders deutlich.</p>
<p>So ist <em>Audition </em>trotz der zwischenzeitlich etwas durchhängenden Story und den zum Ende hin eingesetzten Schockeffekten ein hochinteressantes, vielschichtiges Werk, das neben dem Verhältnis von Mann und Frau und dessen Manipulation durch Macht und Einfluss auch Themen wie Verlust und Tod, Kindesmisshandlung sowie Einsamkeit in unserer modernen Welt anreißt. Man muss Miikes Fähigkeit, unglaublich viel Überraschendes in einen zunächst scheinbar konventionellen Film hineinzupacken und dabei wild Genres durcheinander zu werfen, einfach bewundern!</p>
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		<title>Big Bang Love, A Juvenile</title>
		<link>http://www.japankino.de/2007/big-bang-love-juvenile-a/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 May 2007 21:08:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Wiesmüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gegenwartsfilme]]></category>
		<category><![CDATA[Miike Takashi]]></category>

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		<description><![CDATA[Original: 46-okunen no koi (2006), von Takashi Miike
Natürlich hatte ich schon viel von Takashi Miike gehört und gelesen, aber Big Bang Love ist tatsächlich meine erste Erfahrung mit einem Miike-Film, da mein Spezialgebiet ja eher die japanischen Klassiker sind. Ich wusste, dass Miike als Workaholic gilt, der auch mal 8 oder 9 Filme pro Jahr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Original: 46-okunen no koi (2006), von Takashi Miike</em></p>
<p>Natürlich hatte ich schon viel von Takashi Miike gehört und gelesen, aber <em>Big Bang Love</em> ist tatsächlich meine erste Erfahrung mit einem Miike-Film, da mein Spezialgebiet ja eher die japanischen Klassiker sind. Ich wusste, dass Miike als Workaholic gilt, der auch mal 8 oder 9 Filme pro Jahr dreht, dass ihm ein Hang zum Absonderlichen nachgesagt wird, dass Gewalt in vielen seiner Filmen eine prominente Rolle einnimmt und dass er als einer der genialsten Regisseure der Gegenwart gilt. Entsprechend gespannt war ich auf <em>Big Bang Love</em>.</p>
<p>Der beginnt mit einem Shakespeare rezitierenden Schauspieler allein auf einer Bühne, dann einem kleinen Jungen vor rotem Hintergrund, der ein Mann werden möchte und sich dazu ein Vorbild aussuchen soll. Danach beginnt die eigentliche Geschichte, die sich um Jun (<a href="http://imdb.com/name/nm0559430/">Ryuhei Matsuda</a>) dreht, Kellner in einer Schwulenbar, der wegen der grausamen Tötung eines Kunden ins Gefängnis kommt. Dort trifft er auf den am ganzen Körper tätowierten, zu spontaner Gewalt neigenden Shiro (<a href="http://imdb.com/name/nm0027942/">Masanobu Ando</a>) und erwürgt ihn vorgeblich. Doch warum? Und war er es wirklich oder gab es nicht andere, die Shiro getötet haben könnten?</p>
<p>So entwickelt sich eine schwer durchschaubare Mystery-Geschichte, die angesichts der abstrakten Elemente des Films fast in den Hintergrund tritt: Das Gefängnis besteht aus auf den Boden gezeichneten Zellen wie in <a href="http://imdb.com/title/tt0276919/">Dogville</a>, eine gigantische Pyramide und die Startrampe einer Rakete sind vom Gefängnis aus zu sehen, Sonnenstrahlen durchdringen schlagende Herzen.</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" data="http://www.youtube.com/v/OkB5jNNqOM4"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/OkB5jNNqOM4" /><param name="quality" value="high" />Medium: www.youtube.com</object>
<br />Link: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=OkB5jNNqOM4">www.youtube.com</a></p>
<p>Es gibt ein paar Elemente, die ich zu so etwas wie einer Interpretation zusammenfügen würde; dazu gehören der japanische Originaltitel (übersetzt heisst er soviel wie &#8220;460 Millionen Jahre Liebe&#8221;), die Pyramide als eines der größten Rätsel der Menschheit und die Geschichte um das unbekannte Motiv für die Ermordung (oder den Selbstmord?) Shiros. Nehme ich diese für die Rätselhaftigkeit des Menschen und die Bedeutung der Liebe stehenden Elemente zusammen, würde ich sagen, dass es in <em>Bing Bang Love</em> um das Rätsel der Liebe schlechthin geht, die Hoffnung und Kraft die sie dem Menschen seit Anbeginn der Zeit gibt und die Möglichkeiten, die sich ihm durch sie eröffnen, aber auch um die Abgründe, in die sie uns stoßen kann.</p>
<p>Das klingt jetzt vielleicht ganz nachvollziehbar, aber genauso gut könnte ich andere im Film vorkommende Symbole herausgreifen, die dieses Konstrukt schnell in sich zusammenbrechen lassen. Da geht es nämlich auch um das Erwachsenwerden (der Junge, der sich ein Vorbild für seine Mannwerdung sucht), um die Suche nach der eigenen Identität (Shiro, der mal mit Tätowierung zu sehen ist und dann wieder ohne) und vieles mehr.</p>
<p>Nachdem ich <em>Big Bang Love</em> gesehen und mir den Kopf darüber zerbrochen habe, habe ich natürlich auch viele andere Kritiken gelesen. Mein Eindruck war, dass jeder den Film irgendwie gut findet, mit großen Worten die Gründe dafür zu erklären versucht, aber niemand genau sagen kann woran es letztlich liegt. Und dass niemand den Durchblick, den Schlüssel zu all diesen Symbolen und Metaphern gefunden hat und ihre Beziehung zu den Charakteren und der Haupthandlung in einen sinngebenden Gesamtkontext einordnen kann. Am besten, du siehst dir <em>Big Bang Love</em> selbst an, denn das ist definitiv ein Film, der in jedem Zuschauer etwas anderes bewegen und andere Gedanken hervorbringen kann. Und allein deshalb ist er gut und sehenswert!</p>
<p>Wer sich noch alles keinen Reim auf den Film machen konnte: <a href="http://www.midnighteye.com/reviews/big-bang-love-juvenile-a.shtml">midnighteye</a>, <a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/archiv/09.02.2006/2340082.asp">Der Tagesspiegel</a>, <a href="http://www.filmstarts.de/produkt/42102,Juvenile,%20A%20Big%20Bang%20Love.html">Filmstarts</a>, <a href="http://asianfilmweb.de/filme/b/bigbanglovejuvenilea.php">Asianfilmweb</a>, <a href="http://berlinaleblog.laohu.de/index.php?/archives/9-46-oku-nen-no-koi-Big-Bang-Love,-Juvenile-A.html">Berlinaleblog</a>, <a href="http://www.plomlompom.de/weblog/798/">plomlompom</a>, <a href="http://www.filmkritiken.org/index.php?id=170">filmkritiken.org</a>,  <a href="http://www.heroic-cinema.com/reviews/bbloveja">Heroic-cinema</a>.</p>
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