Eines der wichtigsten Genres des japanischen Kinos, befassen sich shomingeki-Filme mit dem Leben einfacher Menschen, vorrangig aus der unteren Mittelschicht.

Der einflussreichste Regisseur, der dazu beitrug, das Genre in den 1920er Jahren zu etablieren, war Yasujiro Shimazu. Seine Filme machten aus Slapstick-Komödien realistische Darstellungen des Lebens einfacher Menschen, die Verständnis weckten, unterhielten und dem Alltag trotz aller Widrigkeiten Bedeutung zuwiesen. Ein selbstverständlicher Bestandteil dieses Alltags war das Familienleben. Dessen brillantester Beobachter, Yasujiro Ozu, entwickelte das Genre mit seinem Film Ich wurde geboren, aber… innerhalb kürzester Zeit zu voller Reife.

Weitere wichtige Regisseure von shomingeki-Filmen waren Mikio Naruse, Shiro Toyoda und Heinosuke Gosho. Auch der von mir so verehrte Kenji Mizoguchi hatte sich in der Frühphase seiner Karriere mit dem Genre befasst, etwa in Kaminingyo Haru no Sasayaki. Mit dem Aufkommen von Fernsehserien und dem wachsenden Einfluss des Hollywood-Kinos in den 1960er und 70er Jahren verlor das Genre aber stark an Bedeutung.