Archive for the ‘Blogschau’ Category

Die Blogschauen hab ich in 2009 etwas stiefmütterlich behandelt, das soll sich ändern! Denn Blogs über Filme, Japan und japanische Filme gibt es in den unendlichen Weiten des Internets immer wieder zu entdecken und regelmäßig sind echte Perlen darunter. Um dem Vorsatz gerecht zu werden, lege ich auch sofort los.

Die erste Blogempfehlung im neuen Jahr ist denn gleich ein ganz besonderes Projekt, sozusagen ein Konzeptblog: Alex, der auch hier ab und zu kommentiert, stellt unter dreams from the toho vault alle Godzilla-Filme vor! Er geht dabei streng chronologisch vor und orientiert sich – wie es auch bei der Serie üblich ist – an der japanischen Zeitrechnung der Kaiserepochen. Aktuell ist Alex, ausgehend vom Original-Godzilla von 1954, im Jahr 1967 und damit bei Son of Godzilla angekommen. Die Rezensionen sind ganz wunderbar zu lesen und machen richtig Spaß, auch wenn man mit den Monsterfilmen (wie ich) eher weniger anfangen kann. Der Blog enthält bisher ausschließlich Filmrezensionen sowie eine kleine Übersicht der Monster – ich persönlich würde mir wünschen, auch ein bisschen was über die Hintergründe zu erfahren. Vielleicht kommt das ja noch…

Beim zweiten Blog für heute handelt es sich ein bisschen auch um Eigenwerbung. Denn das Japanische Filmfest Hamburg, bei dem ich selbst mitwirke, hat seit Weihnachten einen eigenen Blog. Im JFFHblog wird das Filmfest-Team Einblicke in seine Arbeit geben, Neuigkeiten rund ums Filmfest bekanntmachen und Hintergrundinfos liefern. Neben dem JFFH selbst wollen wir aber auch japanische Kultur allgemein beleuchten sowie uns einfach von unserer persönlichen Seite zeigen. Aktuelles Highlight: Gerade eben habe ich zwei Mitschnitte einer Gesprächsrunde mit Sadao Nakajima vom vergangenen Jahr veröffentlicht. Unbedingt angucken! ;-)

Im Juni hatte ich nach dem J-Film Blogathon schon die imho interessantesten und lesenswertesten Diskussionen daraus genannt. Aber eines hatte ich damals vergessen, was ich jetzt nachholen möchte: Einen Blog vorstellen, der mich damals ganz besonders beeindruckt hat.

Es geht mir um Mikkokoivisto’s Weblog; der Name verrät nicht viel, außer, dass der Blog von einem Finnen geführt wird (damit hat er bei mir natürlich sofort einen Stein im Brett, schließlich habe ich ein Jahr in Finnland studiert). Mikko schreibt hautpsächlich über japanische Filme, manchmal wird auch ein bisschen zu weiteren asiatischen Filmen abgeschweift, aber der Blog ist eindeutig auf J-Film gepolt. So sehr, dass Mikko auch schon mal von Begegnungen mit Nobuhiro Yamashita träumt. In solchen Momenten äußert sich dann auch der typische, trockene finnische Humor. Die Beiträge und besonders die Filmkritiken sind objektiv und eigentlich immer lesenswert, der Blog hat nur ein großes Manko, auf das ich Mikko auch schon einmal angesprochen habe: Man findet nirgends eine Übersicht der von ihm besprochenen Filme, was inzwischen so an die 200 sein dürften (überwiegend Gegenwartskino der letzten 20-30 jahre übrigens). Aber wen das nicht stört und gerne ein bisschen stöbert, kann sich bei Mikko wirklich sattlesen!

Der zweite Blog, den ich heute am Start habe, ist noch ganz frisch – so frisch, dass er anscheinend noch nicht mal einen klar erkennbaren Namen hat ;-) Autor escapistolero, nach dem der Blog wohl benannt ist, beschäftigt sich jedenfalls ganz mit Anime und dabei vorwiegend mit Anime-Serien, von denen ich noch nie gehört habe: Canaan, Ristorante Paradiso, Umi Monogatari oder Endless Eight, um mal ein paar Beispiele zu nennen. Nun ist es wirklich keine Kunst, sich mit Anime-Serien zu befassen, die ich nicht kenne. Mein Ding sind eher Filme und die einzigen Serien, die ich bisher gesehen habe, waren NGE, Cowboy Bebop und Serial Experiments Lain (demnächst kommt noch Haibane Renmei dazu). Eine Kunst ist es aber sehr wohl, so eingänglich-begeisternd und zugleich doch kritisch über diese Serien zu schreiben wie escapistolero das macht. Und wenn daraus ein dauerhaft geführtes Blog-Projekt wird (was man nur hoffen kann) wird das problemlos der beste im Sinne von interessanteste und anspruchsvollste deutsche Anime-Blog werden. Ganbatte!

Tja, manchmal frag ich mich echt, ob ich Tomaten auf den Augen habe! Seit gut einem halben Jahr führt Stefan nun schon den Ghiblianer-Blog, und ich habs erst kürzlich bemerkt… eine Schande! Anime-Blogs gibts ja auch auf Deutsch jede Menge, aber einen Ghibli-Blog, der nicht nur die bekannten Miyazaki sondern auch weniger populäre Titel wie Dabei ist das endlich ein deutschsprachiger Blog, der sich ganz dem Studio Ghibli widmet. Stefan schreibt ganz aus der Perspektive des Fans und geht auch auf Hintergründe ein wie etwa der Vorlage zu Gedo senki. Außerdem ist Stefan Open Source-Fan, was ihn gleich noch sympathischer macht (OO rules!) ;-)

Cherry Blossom Eiga dagegen hat mit Anime ziemlich wenig am Hut. Hier stehen eher die klassischen Genre-Filme im Vordergrund, also durch Pappstädte trampelnde Männer in Gummianzügen und coole Gangster. Außerdem gibt es die mit viel Liebe gepflegte Kategorie DVD-Releases, die wunderbar darüber auf dem Laufenden hält, wann welcher japanische Film wo erscheint.

Wildgrounds ist nicht nur ein sehr vielseitiger sondern auch sehr produktiver Blog über japanisches Kino. Von einer Szenenanalyse zu Kobayashis Harakiri über das Interview mit Tom Mes bis hin zu polnischen Kinoplakaten japanischer Filme gibts ein buntes, interessantes Allerlei. Der Blog scheint noch relativ jung zu sein (den URLs nach stammen die ältesten Artikel aus dem vergangenen Sommer), da darf man sich also wohl noch auf einiges freuen!

Ein sehr schöner Filmblog, der allerdings mit Japan eher wenig am Hut hat, wäre Parallel Film von Christoph Hochhäusler. Der Blog hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, so dass das Stöbern in den Archiven richtig Spaß macht und einige Perlen am Rande zur Poesie zu Tage fördert, wie die Parade oder Reife. Generell stehen weniger die Filme selbst im Vordergrund (also keine großen Rezensionen erwarten) sondern das Erlebnis Film sowie Auseinandersetzung und Umgang mit Film.

Die letzte Blogschau ist schon eine ganze Weile her, und auch dieses Mal habe ich mich etwas schwer getan mit der Suche nach interessanten Blogs zum japanischen Film. Die Luft scheint langsam dünn zu werden, ist eben ne überschaubare Szene. Letztlich habe ich mich für die beiden folgenden Blogs entschieden:

Gaijinzoku: Ein eher allgemeiner Blog über das Leben in Japan aus der Sicht des Autors (der Autorin?), der/die 6 Jahre in Japan verbrachte und in der Kategorie Movies eine Handvoll Kritiken zu Genre-Filmen der etwas trashigen Ecke aufweisen kann. Es wird wohl nicht allzu regelmäßig gepostet, also kein direkter Kandidaten für den RSS-Reader, kann man aber mal im Auge behalten.

Ein ganz anderes Kaliber ist da doch The Good, the Bad and Godzilla von August Ragone, Autor eines Buches über den Special-Effects Spezialisten Eiji Tsuburaya, der u.a. für Godzilla verantwortlich war. Im Blog stellt August in der Reihe “Monster of the Week” die absurdesten Kreaturen vor, wie etwa das Drill Devil-Beast “Dorilling” inklusive aller wichtigen Daten wie Gewicht (4200 Tonnen) und Größe (56 meter) :-D Könnte man ein wunderbares Monster-Quartett draus machen! Daneben stellt August aber immer mal wieder auch Filmschaffende aus dem Genre vor, wer sich also dafür Godzilla & Co interessiert ist hier genau richtig!

Wer ganz genau hingeguckt hat, hat vielleicht bemerkt, dass ich schon seit einer Weile Twitch – lange Zeit eine meiner wichtigsten Informationsquellen – nicht mehr verwende. Das hängt damit zusammen, dass ich Twitch in meinem Feedreader durch einen anderen Blog ersetzt habe.

Grund dafür war zunächst mal, dass mir Twitch zu “Mainstreamig” wurde, damit meine ich vor allem, dass sie von ihrem starken asiatischen Einschlag, den sie vor 1-2 Jahren hatten, doch ganz schön weit abgerückt sind. Die dutzenden von Artikel, die täglich im Reader aufschlugen, waren so für mich einfach nicht mehr wirklich relevant. Entscheidend war dann aber, dass ich auf einen Blog stieß, der sich mit ähnlicher Postingfrequenz ganz dem japanischen Kino widmet: Das Toronto J-Film Pow-Wow:

Founded by Chris MaGee in 2007 The Toronto Japanese Film Appreciation Pow-Wow, which was thankfully shortened to The Toronto J-Film Pow-Wow by its members, is an online community dedicated to discussing and promoting Japanese cinema in Toronto as well as around the world via our blog and Facebook group.

Im Februar gestartet, weist das J-Film Pow-Wow bereits mehrere hundert Artikel auf, darunter viele lesenswerte Filmreviews. Angekündigte Termine und Veranstaltungen haben zwar – das liegt in der Natur der Sache – einen stark kanadisch-amerikanischen Einschlag, aber Hauptautor Chris informiert so umfassend und trägt so viel zusammen, dass ich das Pow-Wow guten Gewissens als die Informationsquelle für japanischen Film empfehlen kann. Neben meinem eigenen Blog natürlich! ;-)

Erst ein paar Wochen im Netz, aber imho schon auf dem besten Weg zu einem Highlight unter den deutschen Asienfilmbloggern: Schneeland. Keine Ahnung, was der Titel wohl sagen soll (Michael, magst du uns mal aufklären?) aber mit dem Willkommensgruß Japanische Filme. Weil sie die besten sind hatte der Blog sowieso gleich mein Herz erobert! Und die bisherigen Inhalte – unter anderem eine sehr schöne Besprechung von Ugetsu monogatari – nach gut zwei Monaten lassen noch großes erhoffen. Aktuell ist gerade eine Yasuzo Masumura Retrospektive in der Mache, vier Reviews sind schon fertig.

Mensch, überall wird über diesen Masumura geschrieben, muss mich wirklich mal dahinter klemmen! Wenn der Tag nur mehr als 24 Stunden hätte…

Ein Blog, bei dem der Titel schon eher Rückschlüsse auf die Themen zulässt wäre Outcast Cinema. Unter der Tagline For the love of disreputable movies gehts hier um Yakuza, Kung Fu, Action, und das bereits seit fast zwei Jahren. Allerdings ist die Posting-Frequenz nicht besonders hoch, mehr als 2 bis 3 Beiträg pro Monat sind eher selten, und die Schrift ist verdammt schwer zu lesen. Dafür wartet er mit großartigen Bildern auf… woher kriegt man bloß diese hohen Auflösungen?

Total spannendes Mitmach-Blog-Projekt: Film of the Month Club. So erklären die Initiatoren ihren Ansatz:

Film of the Month Club is an internet forum for watching and discussing movies. Each month a member will select a film, after which other members can watch and post their reflections and reactions. Selections will be driven by member interests and can range from the commercial to the experimental, from the signifcant to the forgotten. The idea behind this grab bag approach is to facilitate a conversation among all corners of the film blogosphere. And to watch more movies.

Die Regeln fürs Mitmachen sind ziemlich simpel, eigentlich braucht man nur einen Blogger-Account und vorgeschlagene Filme müssen legal als RC1 verfügbar sein. Das Ganze hat nicht dezidiert was mit japanischen Filmen zu tun, aber da im Mai zum Auftakt Kazuo Haras The Emperor’s naked army marches on besprochen wurden, beschäftigen sich einige Posts mit diesem Film bzw. dem Regisseur.

Und als zweites hab ich dann noch Watashi to Tokyo (auch bekannt unter dem Namen Mari diary), in dem die Autorin Mari querbeet alles mögliche und unmögliche thematisiert, was in Tokyo, Japan und dem Internet so passiert. Viele tolle Links, Videos und immer lesenswerte Einblicke in die japanische Alltagskultur. Ab und zu ist dann auch mal was rund ums Thema Film dabei, wie z.B. neulich, als die japanische Post Briefmarken zur Anime-Serie Patlabor auflegte und Mari dazu ein Ranking zu den beliebtesten Anime einstellte.

Über Japankino

Hier dreht sich alles um japanische Filme: Filmgeschichte, Filmbusiness, Rezensionen, Festivals, Tipps zu DVDs und Büchern und vieles mehr. Kommentare und Hinweise sind jederzeit willkommen und ich freue mich immer über Fragen!

Deine Meinung ist gefragt!

Welcher Miyazaki ist der beste?

Zwischenstand

Loading ... Loading ...

Neue Kommentare

    Ghost in the Shell (5):
  • Kerberos: Besser häte man den Film nicht beschreiben können.Es ist und bleibt ein Meisterwerk was nicht mal meiner Meinung nach...
Festival-Kalender (2):
  • escapistolero: Na, mal schauen, ob ich mir die NipponConnection gönne. Hoffe, ich krieg bis dahin einen Wust Arbeit erledigt, mit...
  • azusa: woho :) JFFH ich freue mich schon wie verruckt auf den kommenden sommeranfang. Und den damit verbundenen jap. Filmfest. Das...
  • Die besten Animes aller Zeiten… (54):
  • Nil: hi ich weis ja nicht ob ihr death note gesehen habt aber das sollte auf jeden fal meiner meinung nach mindestens in den top 5...
  • uhl: wer death note mochte dem wird auch code geass sehr gefallen. mich wundert ausserdem dass samurai champloo bisher noch nicht...
  • Nightmare Detective (4):
  • Michael: Wie bei jedem neuen Film von Tsukamoto gibt es in der Fangemeinde große Wellen, ein Regisseur, der -auch von mir –...
  • Ralph: Tsukamotos Versuch, einen “typischen” J-Horror-Film zu drehen, stößt vielerorts auf Enttäuschung. Es ist...
  • 12 japanische Filme, die man gesehen haben muss (27):
  • Marco: ps: der letzte film (bin auf amazon gegangen, um die inhalte nachzulesen) erinnert mich an einen französischen (oder...
  • Special Thanks