Archive for the ‘Blogschau’ Category

Puh, die letzten Wochen waren ganz schön stressig! Und zumindest bis zum Weihnachtsurlaub wird das noch so bleiben… Also falls sich jemand wundert: Es gibt mich noch, ich hab nur derzeit ziemlich wenig Zeit zum Posten. Für den Start der Kurosawa-Retrospektive in Hamburg am Sonntag muss ich noch meine Einführung vorbereiten, was zum job-bedingten Stress noch dazu kommt. Daher heute nur ganz kurz Verweise auf zwei Blogs, die ich (mehr oder weniger) neu entdeckt habe:

  • Endlich noch ein Blog, der ein ausgeprägtes Faible für die Klassiker hat: Ozu Teapot. Wobei es sich allerdings um einen Fotoblog handelt, der Screenshots, Stills, Poster und allerlei anderes Bildmaterial zusammenträgt. Namensgeber des Blogs ist zwar Ozu, und japanische Klassiker machen auch den Großteil des Materials aus (wie etwa diese wunderschöne Montage), aber daneben finden sich auch Bilder von Filmen aus aller Welt. Und zwar inzwischen mehr als 1000!
  • Viele kennen Helen McCarthy wahrscheinlich als Autorin des Standardwerks Hayao Miyazaki: Master of Japanese Animation, aber sie bloggt auch über Themen rund um Anime, die Anime-Industrie, Manga, das Internet und vieles mehr unter dem herrlich selbstironischen Titel A Face Made for Radio. Highly recommended!

So, das war’s für heute schon wieder. Vielleicht schaffe ich am Wochenende mal wieder eine Rezension, mich juckt es auch so langsam ganz schön in den Fingern! :-)

Die Blogschau hat in diesem Jahr eher unregelmäßig stattgefunden. Gerade dreimal habe ich bisher die Gelegenheit gefunden, auf andere spannende Blogprojekte hinzuweisen. Dafür waren es in 2010 bisher hauptsächlich deutschsprachige Blogs, während in den früheren Jahren vor allem Englisch dominierte. Das ist natürlich eine sehr erfreuliche Entwicklung, und in diesem Sinne geht es auch heute weiter!

Im Aufgebot ist nämlich Tief in den Wäldern, der rundum empfehlenswerte Blog von Marald, den viele von euch schon seit langem als regelmäßigen, sachkundigen und ebenso scharfsinnigen wie -züngigen Kommentator hier kennen. Ich hatte zudem das große Vergnügen, Marald höchstselbst auf dem JFFH zu begegnen, wir haben uns zusammen Summer Wars angesehen. Im März hatte er sich dann offenbar ein Herz gefasst und begonnen, seine Japanophilie in einem Blog auszuleben. Diese seine Begeisterung für Japan ist wohl deutlich umfassender als meine eigene, jedenfalls schreibt er nicht nur über Filme sondern auch über Literatur oder Musik. Besonders schön finde ich seine Liste mit 22 Filmen für Einsteiger, bei der ich mir einbilde, ein bisschen Pate gestanden zu haben ;-)

Nach diesem Highlight erlaube ich mir mal ein bisschen Werbung in eigener Sache, ich führe nämlich seit diesem Sommer noch einen zweiten, persönlichen Blog. Unter dem Motto mind under construction beschäftige ich mich dort mit allerlei Themen, die mich sonst noch so beschäftigen: Das Internet im Allgemeinen und Social Networks im Besonderen, gesellschaftliche und politische Entwicklungen, was man beim Umgang mit Geld beachten sollte und welche Rolle unsere Menschlichkeit (sprich: Psychologie) bei dem allem spielt. Dieses Projekt läuft eher nebenher und steckt noch in den Kinderschuhen, aber gerade deshalb freue ich mich immer über Anregungen oder Kritik und danke dafür schonmal im Voraus!

In der Blogschau hab ich dieses Mal wieder einen Anime-Blog, aber ein echtes Kaliber! Bis Anfang 2006 reicht das Archiv vom Bateszi Anime Blog zurück, doch was an der Fülle von Postings beeindruckt sind nicht so sehr die ausgefeilten Reviews, brandheiße News oder coolen Trailer, sondern vielmehr der ständige Fluß an Hintergründen und Gedanken der drei Autoren. Aktuelles Beispiel: Ein Interview von Dai Sato, Drehbuchautor unter anderem bei Cowboy Bebop, Stand Alone Complex, Ergo Proxy oder Samurai Champloo, das in zwei Teilen aus unterschiedlichen Gesichtspunkten beleuchtet wurde und zu seitenlangen, spannenden Diskussionen geführt hat. Absolut lesenswert!

Tipp Nummer Zwei ist sehr viel breiter aufgestellt und genaugenommen weniger ein Blog als ein Portal, und das noch nicht mal ausschließlich für japanisches Kino: Film Business Asia. Dort findet sich ein umfangreicher News-Bereich, ein ordentlicher Bestand an Reviews und so wie es aussieht sind einige weitere Bereiche in Vorbereitung, unter anderem auch ein Filmfest-Kalender und Boxoffice-Daten. Im Moment ist das noch etwas unfertig, aber speziell wer sich nicht ausschließlich für japanische Filme interessiert und einen breiteren Blick auf Asien werfen will, sollte die Seite im Auge behalten.

Den Schluss macht für heute der neue Blog von Groschi, der sich hier bereits des öfteren in den Kommentaren kenntnisreich zu Wort gemeldet hat. Einen schönen, eingängigen Titel hat er sich für sein Blog zugelegt: Samurais und so, wobei das “und so” durchaus wichtig ist, denn in den Wochen seit Bestehen tummeln sich im Blog hauptsächlich Yakuza. So hat Groschi kürzlich die Filme der “Nikkatsu Noir”-Box von Criterion vorgestellt. Anime scheinen ihm auch nicht ganz fremd zu sein… bin gespannt, was noch kommt und in welche Richtung es geht!

Passend zum “Kurosawa Brennpunkt” empfehle ich heute mal einen alten Bekannten, nämlich Schneeland. Micha hat dort vor ner Weile auf ein neues Design umgesattel (sehr schick ist es geworden) und zieht nun eine Kurosawa-Werkschau durch. Angefangen hat er bisher mit den Frühwerken, Sanshiro Sugata, Die dem Tiger auf den Schwanz treten, und wie sie alle heißen. Wenn Micha chronologisch weiter macht, dürften demnächst die großen Schwergewichte kommen, worauf ich mich schon sehr freue!

In der letzten Blogschau im Januar hatte ich auf den neuen JFFH-Blog verwiesen, jetzt ist die NipponConnection mit ihrem neuen Festivalblog dran, der vor ein paar Wochen an den Start ging. Wie mir NC-Blogger Gary versicherte handelt es sich nicht um eine Copycat, er wollte schon lange für die NipponConnection bloggen und hat erst jetzt die Zeit gefunden. Bisher stellt er im Blog hauptsächlich das Festivalprogramm vor, ich bin schon gespannt, was dann während des Festivals im Blog so zu lesen sein wird.

Die Blogschauen hab ich in 2009 etwas stiefmütterlich behandelt, das soll sich ändern! Denn Blogs über Filme, Japan und japanische Filme gibt es in den unendlichen Weiten des Internets immer wieder zu entdecken und regelmäßig sind echte Perlen darunter. Um dem Vorsatz gerecht zu werden, lege ich auch sofort los.

Die erste Blogempfehlung im neuen Jahr ist denn gleich ein ganz besonderes Projekt, sozusagen ein Konzeptblog: Alex, der auch hier ab und zu kommentiert, stellt unter dreams from the toho vault alle Godzilla-Filme vor! Er geht dabei streng chronologisch vor und orientiert sich – wie es auch bei der Serie üblich ist – an der japanischen Zeitrechnung der Kaiserepochen. Aktuell ist Alex, ausgehend vom Original-Godzilla von 1954, im Jahr 1967 und damit bei Son of Godzilla angekommen. Die Rezensionen sind ganz wunderbar zu lesen und machen richtig Spaß, auch wenn man mit den Monsterfilmen (wie ich) eher weniger anfangen kann. Der Blog enthält bisher ausschließlich Filmrezensionen sowie eine kleine Übersicht der Monster – ich persönlich würde mir wünschen, auch ein bisschen was über die Hintergründe zu erfahren. Vielleicht kommt das ja noch…

Beim zweiten Blog für heute handelt es sich ein bisschen auch um Eigenwerbung. Denn das Japanische Filmfest Hamburg, bei dem ich selbst mitwirke, hat seit Weihnachten einen eigenen Blog. Im JFFHblog wird das Filmfest-Team Einblicke in seine Arbeit geben, Neuigkeiten rund ums Filmfest bekanntmachen und Hintergrundinfos liefern. Neben dem JFFH selbst wollen wir aber auch japanische Kultur allgemein beleuchten sowie uns einfach von unserer persönlichen Seite zeigen. Aktuelles Highlight: Gerade eben habe ich zwei Mitschnitte einer Gesprächsrunde mit Sadao Nakajima vom vergangenen Jahr veröffentlicht. Unbedingt angucken! ;-)

Im Juni hatte ich nach dem J-Film Blogathon schon die imho interessantesten und lesenswertesten Diskussionen daraus genannt. Aber eines hatte ich damals vergessen, was ich jetzt nachholen möchte: Einen Blog vorstellen, der mich damals ganz besonders beeindruckt hat.

Es geht mir um Mikkokoivisto’s Weblog; der Name verrät nicht viel, außer, dass der Blog von einem Finnen geführt wird (damit hat er bei mir natürlich sofort einen Stein im Brett, schließlich habe ich ein Jahr in Finnland studiert). Mikko schreibt hautpsächlich über japanische Filme, manchmal wird auch ein bisschen zu weiteren asiatischen Filmen abgeschweift, aber der Blog ist eindeutig auf J-Film gepolt. So sehr, dass Mikko auch schon mal von Begegnungen mit Nobuhiro Yamashita träumt. In solchen Momenten äußert sich dann auch der typische, trockene finnische Humor. Die Beiträge und besonders die Filmkritiken sind objektiv und eigentlich immer lesenswert, der Blog hat nur ein großes Manko, auf das ich Mikko auch schon einmal angesprochen habe: Man findet nirgends eine Übersicht der von ihm besprochenen Filme, was inzwischen so an die 200 sein dürften (überwiegend Gegenwartskino der letzten 20-30 jahre übrigens). Aber wen das nicht stört und gerne ein bisschen stöbert, kann sich bei Mikko wirklich sattlesen!

Der zweite Blog, den ich heute am Start habe, ist noch ganz frisch – so frisch, dass er anscheinend noch nicht mal einen klar erkennbaren Namen hat ;-) Autor escapistolero, nach dem der Blog wohl benannt ist, beschäftigt sich jedenfalls ganz mit Anime und dabei vorwiegend mit Anime-Serien, von denen ich noch nie gehört habe: Canaan, Ristorante Paradiso, Umi Monogatari oder Endless Eight, um mal ein paar Beispiele zu nennen. Nun ist es wirklich keine Kunst, sich mit Anime-Serien zu befassen, die ich nicht kenne. Mein Ding sind eher Filme und die einzigen Serien, die ich bisher gesehen habe, waren NGE, Cowboy Bebop und Serial Experiments Lain (demnächst kommt noch Haibane Renmei dazu). Eine Kunst ist es aber sehr wohl, so eingänglich-begeisternd und zugleich doch kritisch über diese Serien zu schreiben wie escapistolero das macht. Und wenn daraus ein dauerhaft geführtes Blog-Projekt wird (was man nur hoffen kann) wird das problemlos der beste im Sinne von interessanteste und anspruchsvollste deutsche Anime-Blog werden. Ganbatte!

Tja, manchmal frag ich mich echt, ob ich Tomaten auf den Augen habe! Seit gut einem halben Jahr führt Stefan nun schon den Ghiblianer-Blog, und ich habs erst kürzlich bemerkt… eine Schande! Anime-Blogs gibts ja auch auf Deutsch jede Menge, aber einen Ghibli-Blog, der nicht nur die bekannten Miyazaki sondern auch weniger populäre Titel wie Dabei ist das endlich ein deutschsprachiger Blog, der sich ganz dem Studio Ghibli widmet. Stefan schreibt ganz aus der Perspektive des Fans und geht auch auf Hintergründe ein wie etwa der Vorlage zu Gedo senki. Außerdem ist Stefan Open Source-Fan, was ihn gleich noch sympathischer macht (OO rules!) ;-)

Cherry Blossom Eiga dagegen hat mit Anime ziemlich wenig am Hut. Hier stehen eher die klassischen Genre-Filme im Vordergrund, also durch Pappstädte trampelnde Männer in Gummianzügen und coole Gangster. Außerdem gibt es die mit viel Liebe gepflegte Kategorie DVD-Releases, die wunderbar darüber auf dem Laufenden hält, wann welcher japanische Film wo erscheint.

Wildgrounds ist nicht nur ein sehr vielseitiger sondern auch sehr produktiver Blog über japanisches Kino. Von einer Szenenanalyse zu Kobayashis Harakiri über das Interview mit Tom Mes bis hin zu polnischen Kinoplakaten japanischer Filme gibts ein buntes, interessantes Allerlei. Der Blog scheint noch relativ jung zu sein (den URLs nach stammen die ältesten Artikel aus dem vergangenen Sommer), da darf man sich also wohl noch auf einiges freuen!

Ein sehr schöner Filmblog, der allerdings mit Japan eher wenig am Hut hat, wäre Parallel Film von Christoph Hochhäusler. Der Blog hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, so dass das Stöbern in den Archiven richtig Spaß macht und einige Perlen am Rande zur Poesie zu Tage fördert, wie die Parade oder Reife. Generell stehen weniger die Filme selbst im Vordergrund (also keine großen Rezensionen erwarten) sondern das Erlebnis Film sowie Auseinandersetzung und Umgang mit Film.

Mein Buch über Akira Kurosawa

Akira Kurosawa ist der mit Abstand bekannteste japanische Regisseur aller Zeiten, seine Filme waren Vorbilder und Inspiration für eine ganze Generation Filmschaffender. "Zwischen Samurai und Helden des Alltags" - das Buch vom Autor des Japankino-Blogs lädt ein zu einer Entdeckungsreise in die Filmwelt des Meisterregisseurs.

oder: Das Buch gleich kaufen.

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