13 Jun
Original: Gelatin Silver Love (2009) von Kazumi Kurigami
Das Regiedebut von Kazumi Kurigami, seines Zeichens anerkannter Fotograf, ist ein in vieler Hinsicht sehr ungewöhnlicher, mysteriöser Film: Keine der Hauptpersonen hat einen Namen. Außer in drei, vier Szenen wird nicht gesprochen. Die Protagonistin wird immer wieder beim Essen hartgekochter Eier gezeigt, in Zeitlupe, in Großaufnahme oder als Standbild. Trotz dieser Eigentümlichkeiten und der schweren Zugänglichkeit der Charaktere ist der Film nicht zuletzt dank seiner einzigartigen Ästhetik absolut faszinierend und schildert die Geschichte einer obsessiven Liebe und wie sie einen Menschen verändert.

Ein – wie wir zwischen den Zeilen herauslesen können – durchaus anerkannter Fotograf (Masatoshi Nagase) steckt in einer Schaffens- und Sinnkrise, er macht nur noch Bilder von Schimmelpilzen und Altmetall. Aus der Not heraus nimmt er einen seltsamen Auftrag an: Er soll die Wohnung einer Frau (Rie Miyazawa) rund um die Uhr observieren und alles, was dort geschieht, auf Video aufzeichnen.
Es dauert nicht lange und die geheimnisvolle Schönheit, die jeden Morgen ein hartgekochtes Ei isst, übt eine immer größere Anziehungskraft und Faszination auf ihn aus. Über seinen Auftraggeber versucht er, mehr über sie zu erfahren, doch dieser blockt ab. Er kauft einen Großbildschirm, um jede Bewegung der Frau in Zeitlupe und Großformat betrachten zu können, folgt ihr, spricht sie sogar in einem Supermarkt an. Seine Besessenheit steuert unaufhaltsam auf den schicksalhaften Höhepunkt zu.

“Was soll das Ganze?” wird sich sicherlich so mancher Zuschauer gefragt haben, der den Film auf dem JFFH gesehen hat. Zugegeben, die mal unterkühlten, mal düster-erotischen Bilder sind zwar genial (Rie Miyazawa könnte ich den ganzen Tag beim Eieressen zugucken), wären allein aber zu wenig. Vielmehr sind es die Atmosphäre, die aus einer Mischung aus Beklemmung und Langeweile in obsessives Verlangen umschlägt, sowie das Knistern zwischen den beiden Protagonisten, die Gelatin Silver Love Leben einhauchen.
Auch wenn die Story sehr getragen daher kommt und lange Zeit nicht den Eindruck macht, Dynamik entwickeln zu wollen, hält sie am Ende doch eine interessante Pointe bereit, die exzellent zu diesem merkwürdig rätselhaften Film passt: Sie hängt nämlich mit einer zwischenzeitlich eingeschobenen Erzählung des Fotografen zusammen, in der ein kleiner Käfer in der Wüste eine zentrale Rolle spielt. Dieser Käfer gibt das Spiegelbild des Fotografen, und sie teilen am Ende dasselbe Schicksal.

Gelatin Silver Love ist ein zwar schön anzusehender, aber sperriger Film. Ein Film, der mir großen Spaß bereitet hat und bei dem ich schon gespannt bin, ob er einen Verleih in Europa oder Amerika findet. In meinen Augen hat er das Potenzial zum Kultfilm.
Wenn man monatelang auf so ein Event wie das JFFH hinarbeitet und mit einem gestandenen Team richtig viel Zeit und Energie investiert, dann fällt es schwer, sich vorzustellen, dass das alles umsonst gewesen sein könnte. Weil plötzlich etwas unvorhergesehenes passiert und das gesamte Projekt, das ganze Filmfest am seidenen Faden hängt. Doch genau so ging es uns dieses Jahr.
Ich saß im ICE, unterwegs in die süddeutsche Heimat, als mein Handy klingelte und eine Freundin aus dem Filmfest-Team dran war. Ein wichtiger Sponsor hatte gerade sein Engagement abgesagt! Eine Finanzierungslücke tat sich auf, die unsere gesamten Planungen über den Haufen warf. Und das 6 Wochen vor der Eröffnung!
Ohne die Unterstützung dieses Sponsors hätten wir das geplante Filmprogramm deutlich zusammenstreichen müssen, und das ausgerechnet im 10. Festival-Jahr, für das wir uns so viel vorgenommen hatten. Die fast abgeschlossenen Filmplanungen, die Arbeit am Poster, dem Programmheft, die Pressearbeit: alles wurde eingefroren.Die Suche nach alternativer Finanzierung wäre so kurzfristig aussichtslos gewesen, das war uns klar. Fieberhaft wurde mit dem Sponsor verhandelt und nach einigen Tagen konnten wir – nicht zuletzt dank externer Unterstützer – doch noch eine Übereinkunft erzielen.
Das JFFH war in letzter Minute gerettet, aber unser Zeitplan war gehörig durcheinander geraten. Unter anderem verpassten wir wichtige Drucklegungstermine der Presse, die Filmfestplakate und das Programmheft wurden erst im allerletzten Moment fertig. Zu spät, um große Aufmerksamkeit zu erzielen und den Bekanntheitsgrad des Filmfests so zu steigern, wie wir das in unserem Jubiläumsjahr eigentlich geplant hatten.
Warum schreibe ich das hier?
Weil Veranstaltungen wie das Japanische Filmfest Hamburg, die vom Engagement und der Leidenschaft einiger Freiwilliger getragen werden, nicht selbstverständlich sind. Ganz im Gegenteil ist es vielmehr ein Wunder, dass es gelingt, gerade solche kulturellen Events nur mit ehrenamtlicher Arbeit auf die Beine zu stellen.
Angesichts klammer staatlicher Kassen und des Renditezwangs in der Wirtschaft sind dies aber sehr wacklige Beine, und schon ein einzelner Stolperstein kann all das, was über die Jahre aufgebaut wurde, zunichte machen. Da die Budgets für Kulturförderung bzw. Kultursponsoring in Krisenzeiten als erste zusammengestrichen werden, sind es gerade auch die kleinen, ehrenamtlichen Veranstaltungen, denen dann schnell das wenige Geld, das sie zur Umsetzung überhaupt brauchen, abhanden kommt. Und dabei sind es gerade Events wie das JFFH, die mit lächerlich geringen finanziellen Mitteln einen erheblichen Beitrag zur kulturellen Vielfalt leisten.
Ich darf gar nicht darüber nachdenken, dass mit einer einzigen Investmentbanker-Abfindung die Zukunft des JFFH wahrscheinlich für die nächsten 50 oder 100 Jahre gesichert wäre! Welche gesamtgesellschaftlichen, kulturellen Werte sich hier schaffen ließen! Vom interkulturellen Austausch ganz zu schweigen.
Umso mehr freut es mich aber, dass die Anziehungskraft des JFFH ungebrochen ist, ja, dass die Begeisterung immer weiter um sich greift. Während und nach dem Filmfest haben sich ein halbes Dutzend Besucher bei mir gemeldet, die unser Team gerne verstärken möchten. Solange es diese Begeisterung und Bereitschaft bei den Menschen gibt, sich für eine tolle Sache zu engagieren, bin ich zuversichtlich, dass das JFFH auch unter großen wirtschaftlichen Problemen die nächsten 10 Jahre weiter gedeihen und einzigartige japanische Filmperlen nach Hamburg bringen wird.
Wer jetzt zu Tränen gerührt ist und unbedingt auch mit anpacken möchte, kann sich gern jederzeit bei mir melden. Und wer nicht in Hamburg oder Umgebung wohnt, kann trotzdem dabei helfen, das JFFH finanziell etwas unabhängiger zu machen und Mitglied bei Nihon Media e.V. werden, dem Verein, der die organisatorische Plattform für das Filmfest abgibt. Einfach den Mitgliedsantrag herunterladen, ausfüllen und uns schicken.
Ich sage schonmal danke und bis nächstes Jahr beim 11. JFFH!
6 Jun
Original: Jun kissa isobe (2008) von Keisuke Yoshida
Leider Gottes werden japanische Komödien meistens unter dem Label “durchgeknallter Trash” promotet, was Café Isobe nun so ganz und gar nicht gerecht wird. Auch wenn im Film einige schräge Gestalten auftauchen, bewegt er sich doch auf sehr viel ruhigerem und ernsterem Territorium und widmet sich mit großer Offenheit und viel Herz seinen Protagonisten und deren Problemen.

Im Zentrum des Films stehen die Teenagerin Sakiko (Riisa Naka) und ihr geschiedener Vater Yujiro, bei dem sie lebt. Yujiro (Hiroyuki Miyasako) ist ein Faulenzer wie er im Buche steht, was zwischen den beiden immer mal wieder für Spannungen sorgt. Als sein Vater stirbt und ihm ein beträchtliches Erbe hinterlässt, schmeisst er seinen Job hin und eröffnet ein Café, das er aber so eigenwillig einrichtet, dass sich kein Mensch blicken lassen will. Sakiko ist von dem ganzen überhaupt nicht begeistert, ihr Vater und sein Café sind ihr so peinlich, dass sie es sogar ihren Freunden verheimlicht.
Als eines Tages die hübsche Motoko (Kumiko Aso) im Café auftaucht, verliebt Yujiro sich vom Fleck weg und stellt sie als Kellnerin ein. Natürlich riecht Sakiko den Braten, die Spannungen zwischen ihr und Yujiro nehmen zu, immer öfter flüchtet sie sich heimlich zu ihrer Mutter. Doch Yujiro schwebt im siebten Himmel, nicht zuletzt weil dank Motoko und ihrem knappen Kostüm auch das Café endlich brummt. Doch auch Sakiko verliebt sich in einen Gast und wird bitter enttäuscht.

Ganz wunderbar und ohne Effekthascherei gelingt es dem Film, uns in die Gefühlswelten der drei Hauptcharaktere einzuführen: Yujiro, der anfangs wie ein alternder Frauenheld wirkt, eigentlich aber nach der großen, romantischen Liebe sucht; Sakiko, die noch nicht so recht weiß, was sie von der Liebe erwarten soll; wie beide durch Enttäuschung zusammengeschweisst werden. Und auch der Kristallisationspunkt Motoko hat es nicht leicht und muss mit dem Unverständnis und der Ablehnung der Menschen umgehen.
Café Isobe unterhält mit feinem, immer wieder überraschendem Humor, befasst sich dabei aber auch sehr stimmig und ernsthaft mit Freundschaft, Familie und den verworrenen Pfaden der Liebe. Ein kleiner, unaufdringlicher und sehr symapthischer Film mit großartigen Darstellern (Riisa Naka gewann mehrere Nachwuchspreise), der sich auf den Spuren ruhiger Komödien wie Linda Linda Linda oder Maison de Himiko bewegt und einen tollen Eröffnungsfilm für das 10. JFFH abgab.
OK, ich bin etwas spät dran, schließlich ist das JFFH ja schon vorbei. Aber eines muss ich noch loswerden, und zwar den Geburtstagstrailer, ein zweiminütiger Zusammenschnitt aller Eröffnungsfilme, den wir nur am Eröffnungsabend gezeigt haben. Film ab!
Link: www.youtube.com
Linda Linda Linda war dabei, Dolls, Zatoichi, Maiko Haaan!!! und einige mehr, die ich zum Teil gar nicht erkannt habe… naja, ich bin ja auch noch recht frisch beim Filmfest dabei. Weil ich irgendwie noch richtig in Filmfest-Stimmung bin und es noch gar nicht wahrhaben kann will, dass jetzt wieder ein Jahr bis zum nächsten JFFH vergeht, hab ich gleich noch ein bisschen nach Trailern anderer Festivals gesucht. Vielleicht findet sich ja Anregung, wie die Zeit rumzukriegen ist?
Sehr cool: Der Trailer zum New York Film Festival von 2006. Bringt die Botschaft klar auf den Punkt, ohne Schnörkel oder Gedöns.
Link: www.youtube.com
Ein bisschen zu sehr auf der Klischee-Schiene unterwegs ist mir der Trailer vom New York Asian Film Festival 2007:
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Sehr schön anzusehen der Trailer vom Asia Filmfest 2008:
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Meine absoluten Favoriten kommen aber vom San Francisco International Film Festival 2005:
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2 Jun
Original: Genius Party Beyond (2008)
Fünf Animationsregisseure durften sich für den zweiten Teil des Genius Party Experiments – beide Filme bestehen jeweils aus mehreren eigenständigen Anime-Kurzfilmen – austoben. Dieses Mal dabei die Newcomer Masahiro Maeda (seine Episode “Gala” macht den Auftakt), Shinya Ohara (”Wanwa”) und Tatsuyuki Tanaka (”Tojin Kit”). Außerdem Kazuto Nakazawa (”Moondrive”), der bereits an Animatrix mitgewirkt und die Animationssequenzen für Kill Bill beigesteuert hatte sowie Koji Morimoto (”Dimension Bomb”), einer der anerkanntesten Animateure weltweit und Mitgründer des Studio 4°C.

Ich werde jetzt nicht groß in die Details der einzelnen Episoden gehen, die sind alle für sich genommen faszinierend und in sich stimmig was ihre Ästhetik und Atmosphäre angeht, erzählen aber auch alle für sich genommen eine kleine Geschichte. Mal machen diese Episoden einfach nur Spaß (”Moondrive”), mal regen sie zum Nachdenken an (”Dimension Bomb”). Manche kommen knallbunt daher und überrollen einen mit ihrer Kreativität und Vitalität geradezu (”Wanwa”), andere holen einen wieder herunter, sind stoisch und unterkühlt bis zur Schmerzhaftigkeit (”Tojin Kit”). Und mit “Gala” ist auch ein audiovisuelles Gesamtkunstwerk dabei.
Dass Genius Party Beyond trotz dieser großen Bandbreite, der Unterschiede zwischen den einzelnen Episoden funktioiniert und überzeugt, liegt daran, dass die fünf Episoden auch einiges gemeinsam haben. Vor allem gibt es keine Ausfälle, alle fünf sind absolut sehenswert und auf ihre Art mitreissend und fesselnd. Und zudem haben die Episoden ein gemeinsames Thema, das sie in eine übergeordnete Struktur einfügt und dem ganzen Film seinen Rhythmus verleiht: Der Zyklus von Leben und Tod.

In der ersten Episode steht das Wunder neuen Lebens im Zentrum, dessen Alltäglichkeit und Unscheinbarkeit in “Gala” einmal aus einer ganz anderen Perspektive gezeigt wird. Besonders begeisternd an dieser Episode fand ich (neben der wunderbaren Idee als solcher) das fantastische Zusammenspiel von Bildern und Musik, das eine unglaubliche Energie freisetzt, die mich am Ende der Episode mit wild klopfendem Herz in den Kinosessel gedrückt hatte.
Weiter geht es dann mit der durchgeknallten Schatzsuche in “Moondrive”, die in meinen Augen die wilden Jugendjahre repräsentiert, in denen alles möglich ist und man nie zurück schaut. In “Wanwa” stehen Kindheit und Familie im Vordergrund und werden mit einem Stil umgesetzt, der wirklich wirkt als wären Kinder mit Malstiften am Werk gewesen.

Nach diesem lebensfrohen und quietschbunten Abschnitt wird es nun sehr viel ernster: In “Tojin Kit” sehen wir einen Hauptcharakter bar jeglicher Energie und Lebensfreude, in einer farblosen, monotonen, von leeren Gängen und Industrie geprägten Welt. Das einzige, was diese Trostlosigkeit durchbricht, wird von einer totalitären Staatsmacht gejagt und vernichtet. Willkommen in der Midlife-Crisis.
Am Ende des Films folgt dann mit Koji Morimotos “Dimension Bomb” der absolute Höhepunkt. Die grandiose, rätselhafte Animation fegt alles beiseite, nimmt gefangen und reisst alles mit sich fort. Lichtdurchflutete Bilder von faszinierender Schönheit wie der obige Screenshot aus einem Kornfeld wechseln sich ab mit bedrückenden Bildern brennender, sich vor Verzweiflung windender Körper. Gegensätze wie heiss und kalt, Regen und Sonne, Himmel und Hölle prägen diese Episode und markieren den Übergang vom Leben zum Tod. Der Kreis schließt sich, das Leben kann neu beginnen.

Genius Party Beyond ist eine Sammlung kleiner Meisterwerke, deren Zusammenspiel exzellent funktioniert und die so in ihrer Gesamtheit noch über sich hinaus wachsen. Animation vom Allerfeinsten, kreativ und ambitioniert, Avantgarde wie man sie selten so konzentriert zu sehen bekommt. Für mich war das der letzte Film, den ich auf dem JFFH gesehen habe, und es war ein würdiger Ausklang. Jetzt heisst es nur noch, auf die DVD warten, die hoffentlich bald bei rem erscheint.
Natürlich kam es anders als geplant: Markus, der den gestrigen Eröffnungsabend des 10. Japanischen Filmfests organisierte und leitete, hatte sich alles so schön zurecht gelegt, und dann dauerte die vor unserem Eröffnungsfilm im Metropolis laufende Vorstellung über eine halbe Stunde länger als gedacht! Die angesetzte Probe mit dem Team, die Vorbereitungen, das Team-Foto, alles fiel aus. Als der Kinosaal dann endlich frei war, begann auch schon gleich der Einlass und dann ging eigentlich alles ganz schnell: Ein paar Ansprachen von Würdenträgern, das Filmfest-Team bekam seinen wohlverdienten Applaus, ein bunter Strauß an Trailern und dann der erste von 37 Filmen dieses JFFH: Cafe Isobe.
Ich wusste von dem Film auch nicht mehr als alle anderen Besucher und hatte etwas Bedenken, dass ich einschlafen könnte. Denn nach den letzten Tagen – in denen ich neben dem normalen Job noch nächtelang an einer kleinen Ausstellung zu 10 Jahren JFFH gearbeitet hatte – war ich stehend ko und wollte nur noch schlafen. Aber Cafe Isobe erwies sich als wunderbar feinsinnige und kurzweilige Familienkomödie (die ausführliche Besprechung folgt später mal), so dass ich keine größeren Probleme hatte, das Sandmännchen abzuwehren.
Nach dem Film drängelten sich alle im Foyer des Metropolis um das Sushi-Buffet und versuchten, ein Gläschen Sekt zu ergattern. Fürs Team dagegen ging die Arbeit natürlich weiter, die einen schenkten aus, die anderen kümmerten sich um unsere Gäste aus Japan oder wichtige Sponsoren und Unterstützer, oder bereiteten den weiteren Ablauf der nächsten Tage vor. Ich zum Beispiel darf mich in etwas über einer Stunde wieder auf den Weg machen, um ein Radio-Interview mit unserem Gast Sadao Nakajima zu betreuen. Und das, obwohl ich letzte Nacht wieder viel zu wenig geschlafen habe… Naja, vielleicht lasse ich die heutige Spätvorstellung von Gelatin Silver Love ausfallen. Andererseits reizt mich der Film schon sehr! Das ewige Filmfest-Dilemma: Schlaf oder Filme, beides geht nicht.
Noch kurz ein paar Worte zum Eröffnungsabend: Angesichts dessen, dass wir einen völlig unbekannten Eröffnungsfilm hatten (ja, das war eine ziemlich riskante Entscheidung!), war klar, dass wir den riesigen Saal des Metropolis mit seinen knapp 500 Plätzen nicht ausverkauft bekommen würden. Ich war mit dem Zuschauerzuspruch aber wirklich zufrieden, der Saal war fast voll, verspätete Zuschauer hatten Probleme, noch Plätze zu finden. Ich hatte auch den Eindruck, dass wirklich viele Japaner unter den Gästen waren, was mich sehr gefreut hat. Fazit: Die Stimmung war super, die Organisation klappte auch ohne die geplante Probe und natürlich waren unsere passend zum Film als Kellnerinnen (mit Häubchen!) verkleideten Platzanweiserinnen der absolute Hingucker. Da konnten meine Ausstellungstafeln zur Geschichte des JFFH nicht gegen anstinken
Es hat ein bisschen länger gedauert als gedacht (und gewünscht, mehr zu den Gründen erzähle ich demnächst mal hier), aber inzwischen steht das Programm des 10. Japanischen Filmfests Hamburg mit allen Terminen und Vorstellungen auf der runderneuerten Website zur Verfügung! Die ist zwar noch nicht zu 100 Prozent fertig, aber alle wichtigen Informationen zu den Filmen sind da. Im Moment fehlen hauptsächlich noch die japanischen Filmtexte.
Und obwohl ich die letzten Wochen täglich mehrere Stunden mit der Arbeit am Filmfest verbracht habe, hab ich noch kaum einen Überblick über die Filme. Also schauen wir mal rein ins Programm!
Zwei Filme kann ich wärmstens empfehlen, da ich sie bereits gesehen habe (durfte die Texte fürs Programm schreiben):
Absolutes Must:
Über die weiteren Filme weiss ich auch relativ wenig, aber aus dem Team habe ich ein paar Empfehlungen bekommen, daher hier meine Geheimtipps:
Ich werde auf jeden Fall versuchen, mir diese Filme anzusehen. Und wenn dann noch Zeit ist, zusätzlich vielleicht noch Non-ko, Empty Blue und Bluebird. Die klingen auch sehr interessant. Und dann gibts ja noch die beiden Kurzfilm-Specials. Und das Filmfrühstück. Und und und…
Es war ziemlich ruhig die letzte Zeit hier im Blog, was daran liegt, dass die Vorbereitungen fürs JFFH langsam aber sicher in die entscheidende Phase gehen. Da ich dieses Jahr sehr viel tiefer in der Organisation drinstecke und außer der Webseite auch noch die Pressearbeit betreue (wir haben sonst niemanden gefunden), bleibt mir jetzt leider nicht mehr so viel Zeit fürs Bloggen.
Zum Glück mache ich die Festival-Webseite dieses Jahr wenigstens nicht allein, sondern habe in Sascha einen sehr tatkräftigen Unterstützer. Aktuell bereiten wir gerade die japanische Version der Webseite vor, die demnächst live gehen dürfte. Das Thema Online-Kauf von Kinokarten haben wir allerdings erstmal in die Schublade gelegt, weil der organisatorische und technische Aufwand doch ziemlich groß ist und sich für uns derzeit wohl nicht lohnen dürfte.
Auch an anderen Fronten sind einige wichtige Entscheidungen gefallen, so sind wir gerade dabei, ein Team zusammenzustellen, das sich um das Rahmenprogramm des Festivals kümmern wird. Zum 10-jährigen Jubiläum wollen wir unseren Besuchern nämlich jenseits cooler Filme noch einiges mehr bieten als im letzten Jahr. Von der Filmfestparty über Taiko-Workshops bis hin zum Japanisch-Crashkurs haben wir eine ganze Menge Ideen, was wir alles interessantes machen könnten. In den nächsten Wochen gilt es, dafür Zuständige im Team und mögliche externe Partner zu finden, mit denen wir das alles gewuppt bekommen.
Parallel dazu laufen natürlich die Filmplanungen, die mit dem Besuch unseres zweiköpfigen Filmorga-Teams auf der Berlinale einen großen Schritt voran gekommen sind. Olli und Keiko konnten in Berlin wichtige Kontakte herstellen und sind jetzt gerade dabei, die Deals abzuschließen und für einige Filme haben wir schon Zusagen. Im Moment suchen wir noch nach einen Knaller für den Eröffnungsfilm, und dabei merke ich, dass die Ansprüche und Vorstellungen im Team manchmal doch etwas auseinander gehen. Ich vertrete beispielsweise in der causa Eröffnungsfilm mehr den Ansatz, dass wir für die Eröffnung einen Film brauchen, der vor allem massenkompatibel und gut an die Presse zu verkaufen sein sollte. Meiner Meinung nach ist es schon okay, dafür auch mal von unseren ansonsten recht hohen Festival-Ansprüchen abzurücken und ein Auge zuzudrücken. Olli sieht das etwas anders und will für den Eröffnungsfilm was möglichst exklusives. Mal sehen, was am Ende bei rauskommt
In ein paar Wochen wissen wir mehr!
Neue Kommentare
12 japanische Filme, die man gesehen haben muss (49):- TommyTom: Ich liebe japanische Filme, vor allem Klassiker oder neuere die sich mit dem alten Japan beschäftigen. Kenne viele aus...
Das Beste der anderen – Dezember11 (1):