Archive for the ‘Miyazaki Hayao’ Category

Mehr als zwei Jahre nach dem japanischen Kinopublikum bekommen wir diese Woche endlich auch die Gelegenheit, das neueste Werk von Hayao Miyazaki auf der großen Leinwand bestaunen zu können! Ab Donnerstag, dem 16.09., läuft Ponyo in den deutschen Kinos, hier bei mir in Hamburg jedoch leider nur nachmittags im Kinderprogramm, so dass ich mich bis zum Wochenende gedulden muss. Alles in allem aber doch ein Happyend, denn fast 2 Jahre lang wurde über das Schicksal des Films spekuliert und phasenweise sah es schon fast so aus, als würde der Film nie in die Kinos kommen, was auch zum meistkommentierten Artikel hier im Blog geführt hat.

Jetzt heisst es: Ab in die Kinos, so zahlreich wie möglich! Als allererstes am besten Freunde und Familie ansprechen, die Kinder haben. Denen dürfte der Film am leichtesten zu vermitteln sein. Je mehr Leute ins Kino gehen, um so geringer die Wahrscheinlichkeit, dass wir beim nächsten Mal wieder so ein Hickhack miterleben müssen. Als kleine Motivationshilfe hier der Trailer für diesen wunderbaren Film:

Von einer lieben Freundin habe ich über facebook den Tipp bekommen, dass 3sat vom 20. bis 29. Juli eine Animationsfilmreihe zeigt. Neben Hayao Miyazakis Das wandelnde Schloss (24. Juli) läuft auch noch Mamoru Hosodas Das Mädchen, das durch die Zeit sprang in der deutschen Erstausstrahlung (21. Juli).

Die Frage, ob Ponyo nun in die deutschen Kinos kommt oder nicht ist immer noch offen, aber in den Kommentaren dazu hat sich eine kleine Diskussion zwischen stecornized und ponyo entwickelt, in der es um die Lieblingsfilme aus dem Hause Ghibli geht.

Da ich mir bei dieser Frage auch immer sehr schwer tue, hab ich mir gedacht, dass sich daraus doch wunderbar eine kleine Umfrage machen lässt. Weil es doch eine ganze Menge Filme aus dem Hause Ghibli gibt, hab ich die Umfrage erstmal auf die Frage beschränkt, welcher Miyazaki der beste ist.

+++ Update 21.03.2010+++

Seit dem Provider-Umzug hab ich die Umfrage irgendwie nicht mehr zum Laufen gebracht. :-(

Aber irgendwann muss ja sowieso mal Schluss sein. Daher hier das amtliche Endergebnis, bei dem  ich auch Maralds Stimme für Kiki noch hinzugezählt habe. Damit gingen insgesamt 133 Stimmen in das Endergebnis ein. And the winner is…

  1. Prinzessin Mononoke (50 Stimmen, 37 Prozent)
  2. Chihiros Reise ins Zauberland (24 Stimmen, 18 Prozent)
  3. Mein Nachbar Totoro (17 Stimmen, 13 Prozent)
  4. Nausicaa aus dem Tal der Winde & Das wandelnde Schloss (jeweils 11 Stimmen und 8 Prozent)
  5. Das Schloss im Himmel (6 Stimmen, 5 Prozent)
  6. Porco Rosso & Kikis kleiner Lieferservice (jeweils 5 Stimmen und 4 Prozent)
  7. Das Schloss des Cagliostro (4 Stimmen, 3 Prozent)

Dass es so deutlich werden würde, hatte ich nicht erwartet. Wo ich mir doch selbst immer so schwer tue, einen Lieblings-Miyazaki zu nennen…

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Karigurashi no Arrietty der nächste Film aus dem Studio Ghibli sein wird, und dass Hiromasa Yonebayashi damit sein Regiedebut geben wird. Das große Geheimnis um den nächsten Regisseur im Hause Ghibli war damit gelüftet, aber wird damit endlich auch die Nachfolgefrage der beiden Altmeister angegangen?

Das inzwischen zur Ikone gewordene Studio Ghibli wurde 1985 ursprünglich mal gegründet, um den beiden Animationsgenies Hayao Miyazaki und Isao Takahata die Umsetzung ihrer außergewöhnlichen Qualitätsansprüche zu ermöglichen. Mit hoher Qualität kommen aber immer auch hohe Kosten, daher waren die Projekte sehr riskant und in den frühen Jahren nach der Gründung hätte daher nach jedem Film Schluss sein können.

Das begann sich ab 1989 zu ändern: Kikis kleiner Lieferservice war der erfolgreichste japanische Film des Jahres, gleichzeitig begann Ghibli regelmäßige Umsätze mit Totoro-Merchandising zu machen. Das ermöglichte eine bis dahin einzigartige Personalstrategie: Anders als bei anderen japanischen Animationsstudios wurden Zeichner nicht mehr nach der Anzahl ihrer Zeichnungen bezahlt und immer nur für die Dauer eines Projekts beschäftigt. Statt dessen ging Ghibli dazu über, seine Zeichner fest anzustellen, ein regelmäßiges Gehalt zu zahlen und in die Ausbildung seiner Mitarbeiter zu investieren. Dieser Strategiewechsel war im Einklang mit dem Anspruch des Studios, allerhöchste Qualität zu produzieren.

Trotz dieser einzigartigen Personalpolitik des Studios schien sich aber lange Zeit an der Konzentration auf Hayao Miyazaki und Isao Takahata als den führenden kreativen Köpfen nichts zu ändern. Yoshifumi Kondo, der 1995 sein Regiedebut mit Whisper of the Heart gegeben hatte, starb 1998 in jungen Jahren unerwartet an einem Aneurysma. Miyazakis Sohn Goro versuchte sich in den letzten Jahren ebenfalls als Regisseur, sein Spielfilmdebut Gedo Senki enttäuschte allerdings viele Ghibli-Fans und warf angesichts des fortgeschrittenen Alters von Miyazaki Senior (geboren 1941) und Takahata (1935) Fragen zur Zukunft des Studios auf. Hatte Ghibli es versäumt, die unbestritten im Studio vorhandenen Talente zu fördern und aufzubauen?

Anscheinend haben die Studio-Bosse diese Gefahr auch gesehen. Die Wahl des Regisseurs für Karigurashi no Arrietty schien laut Toshio Suzuki zwar sehr spontan auf Yonebayashi gefallen zu sein, aber dafür wird er ganz behutsam aufgebaut:1996 war er zum Ghibli-Team gestoßen und hatte zunächst als Inbetweener gearbeitet, bevor er Key-Animator und bei Gedo Senki schließlich Regieassistent wurde.

Trotz dieser Mitarbeit an mehreren Großprojekten ist Yonebayashi mit 36 Jahren immer noch sehr jung (der jüngste Regisseur in der Geschichte des Studios), die Wahl könnte also riskant gewesen sein. Dafür wird er offenbar stark von Hayao Miyazaki unter die Fittiche genommen: Das Projekt wurde von Miyazaki vorbereitet, der auch zusammen mit Keiko Miwa das Drehbuch schrieb. Es wurde ein Produktionsprozess gewählt, der Yonebayashi bei seinem Debut entlasten sollte und auch aus der Presse wird er konsequent herausgehalten. Ich bin schon sehr gepannt, ob dieses Debut vielleicht einen Blick in die Zukunft von Ghibli wird, die Voraussetzungen scheinen jedenfalls günstiger als bei Goro Miyazaki, der ja ziemlich ins kalte Wasser geworfen wurde.

PS: Der Film Karigurashi no Arrietty basiert übrigens auf Mary Nortons Romanreihe “Die Borger” und wird die Geschichte der 14jährigen Borgerin Arrietty erzählen. Allein auf Grund der bekannten Vorlage dürfte der Film also gute Chancen auf dem internationalen Markt haben.

Das ist mal eine gute Nachricht, die ich irgendwie total verpennt hab! Asche auf mein Haupt, dank dem Hinweis von Julia kann ich diese den Sonntag verschönernde Neuigkeit jetzt aber sogleich an meine lieben Leser weiterreichen: Miyazakis neuester Streich “Gake no ue no Ponyo” kommt offenbar am 8. Oktober 2009 unter dem Titel “Ponyo” in die deutschen Kinos!

Wer das schon lange weiß möge mir verzeihen, ich freu mich einfach! Yiehaaa! :-D

~~~ Update ~~~

Wie in den Kommentaren nachzuverfolgen, hat sich der Oktober-Termin bald als Wunschtraum erwiesen und in Luft aufgelöst. Inzwischen neigt sich der Oktober dem Ende zu, Ponyo lief nicht im Kino und es ist auch kein Kinostart in Sicht. :-(

Mein Hamburger Lieblingskino Metropolis (zugleich eines unserer Festivalkinos beim JFFH), bringt im Februar drei Filme von Hayao Miyazaki im Rahmen einer Werkschau! Es handelt sich um Prinzessin Mononoke, Chihiros Reise ins Zauberland und Das wandelnde Schloss. Die Termine im Einzelnen:

  • Das wandelnde Schloss: 7. und 8. Februar, jeweils um 15.00 Uhr
  • Prinzessin Mononoke: 15. und 21. Februar, jeweils um 14.30 Uhr
  • Chihiros Reise ins Zauberland: 28. Februar und 1. März, jeweils um 14.30 Uhr

Und wie ihr an den Spielzeiten schon erahnen könnt, handelt es sich um eine Werkschau im “Kinder-Retro-Kino”! Entsprechend laufen alle Filme natürlich in der deutschen Fassung. Wahhhh! :-(

Keine Ahnung, was das Metropolis-Team da geritten hat, normalerweise machen die eigentlich eine sehr gute Programmplanung, aber Mononoke Sonntag Nachmittags im Kinderprogramm… hallo? Naja, ich werde natürlich zähneknirschend hingehen, die Chance, diese Filme auf der großen Leinwand zu sehen, darf man sich schließlich nicht entgehen lassen. Auf dem Weg kann ich dann ja nochmal über die gängigen Vorurteile gegenüber Anime nachdenken.

Daniel hat mal wieder wahre Schätze in den Tiefen von YouTube ausgegraben! Es handelt sich um ein bisher nur in Japan erschienenes Making of von Prinzessin Mononoke mit mehreren Stunden Lauflänge, aufgeteilt in 44 einzelne YouTube-Clips. Daniel hat diese dankenswerterweise auf seinem Blog bequem zusammengestellt: Series 1, Series 2 und Series 3. Bei Teil 3 fehlen derzeit aber noch ein paar Teile.

Das war aber noch nicht alles, denn passend dazu hat er auch noch zwei Videos aus Miyazakis Promotion-Tour für Mononoke gefunden. Wir sehen Miyazaki darin auf dem Toronto International Film Fest, bei einem Besuch in den Disney-Studios und in vielen Gesprächen mit Journalisten, deren Verblüffung über die Komplexität dieses Films in ihren Fragen überdeutlich wird. Ein sehr spannender Einblick nicht nur in Miyazakis Absichten und Konzepte für Mononoke sondern auch in die schwierige Rezeption in Nordamerika.

Drücken wir Daniel die Daumen, dass er von Abmahnanwälten verschont bleibt und weiter in seinem Blog solche genialen Einblicke in die Arbeit des großen Hayao Miyazaki vorstellen kann!

Nur noch drei Wochen müssen die Japaner warten, dann startet Hayao Miyazakis neuester in den Kinos. Ein neuer Trailer soll das Publikum schon mal einstimmen, der natürlich sogleich im Frühstücks-TV bewundert werden will! Das Video zeigt neben dem Trailer – der im Gequatsche der Moderatoren fast etwas untergeht – sehr schön, wie solche Sendungen typischerweise in Japan aufgezogen sind: Ein halbes Dutzend Moderatoren/Gäste bekommt ein Thema vorgesetzt und dann wird drauflos gequatscht. Per Bild-in-Bild werden die Reaktionen auf das im Hauptbild gezeigte für die Zuschauer eingefangen.

Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com

In diesem Fall bleibt vom Trailer kaum noch was übrig, da auch noch weitere Infos (zu dem Mädchen das den Titelsong singt, Uhrzeit, hastenichgesehn) eingeblendet werden. Frühstücks-TV halt.

Via Conversations on Ghibli

Über Japankino

Hier dreht sich alles um japanische Filme: Filmgeschichte, Filmbusiness, Rezensionen, Festivals, Tipps zu DVDs und Büchern und vieles mehr. Kommentare und Hinweise sind jederzeit willkommen und ich freue mich immer über Fragen!

Neue Kommentare

Das Beste der anderen – Dezember11 (1):
  • Michael: Lieben Dank für die Erwähnung! micha
  • NGE: Rei Ayanami (2):
  • Kate: Interessante Interpretation, von dieser Seite hab Rei noch nie betrachtet. Besonders das durch sie diese Kritik dargestellt...
  • Madadayo (4):
  • gabelingeber: Ein wunderbarer Film, einer meiner liebsten Kurosawas. Ich hatte ihn damals, beim Filmstart im Kino gesehen und war...
  • Gondo: Der Text erinnert mich nun gerade daran das ich den immer noch nicht gesehen habe. Einer der wenigen Kurosawas die ich noch...
  • Goro Miyazaki muss weiter auf Erfolg warten (2):
  • Rose: oh, gerade noch danach gefragt, nun auch schon darüber gestolpert.. Ich habe den Film diesen Sommer im japanischen Kino...
  • Die besten Animes aller Zeiten… (85):
  • Rose: Ich hätte gedacht, dass Hotaru no Haka (die letzten Glühwürmchen) weiter oben landet.. Nun ja, solche Listen sind immer...
  • Zeynep: Meine Lieblings Serie ist Earl and Fairy könntet ihr mir ähnliche animes sagen nur wenn ihr welche wisst
  • Diese Woche vor einem Jahr

    Special Thanks