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Original: Mononoke Hime (1997), von Hayao Miyazaki

Mit Prinzessin Mononoke fing alles an. Knapp fünf Jahre ist es her, dass ich ihn das erste Mal auf Video gesehen habe, und dieses Erlebnis war für mich wie eine Offenbarung! Dieser Film hatte so gar nichts mit den Animationsfilmen gemein, die ich bis dahin gesehen hatte (sprich: Disney und Pixar) und war so viel durchdachter, tiefgehender und menschlicher, dass ich mir wie ein Zweitliga-Kicker vorkam, den es plötzlich in die Nationalmannschaft verschlagen hat.

Wie immer bei Miyazaki ist die Welt des Films eine Mischung aus historischer Realität und dem Reich der Magie: Prinz Ashitaka rettet sein Dorf vor dem Angriff eines Dämons, wird dabei aber mit einem Fluch belegt. Auf der Suche nach dem Ursprung des Dämons stößt er auf eine Stadt, die Erzvorkommen ausbeutet und deren Herrin Eboshi Gewehre herstellt und damit die alten Waldgeister bekämpft. Auf der Seite des Waldes und seiner Tiere kämpft San, von den Menschen Prinzessin Mononoke genannt, in die Ashitaka sich sofort verliebt, wodurch er sich zwischen alle Fronten gerät.

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Die Geschichte ist sehr komplex, definitiv nicht für kleine Kinder geeignet (es fließt reichlich Blut) und unglaublich faszinierend! Auch das kleinste Detail ist wunderschön gezeichnet, die Landschaftsbilder sind atemberaubend und die Charaktere glaubwürdig und im Gegensatz zu US-Filmen nicht in ein schwarz-weiß-Schema von gut gegen böse gepresst. Beispielsweise befreit die scheinbar böse Eboshi Frauen aus der Prostitution, um ihnen ein neues Leben zu ermöglichen, und kümmert sich rührend um Leprakranke. So hat jeder Charakter seine guten, aber auch seine schlechten Seiten.

Miyazaki klagt in Prinzessin Mononoke vor allem den Raubbau an der Natur aus egoistischen Motiven und kurzfristigem Gewinndenken an, sowie die Unfähigkeit der Menschen, in Harmonie untereinander und mit der Natur zu leben. Er plädiert für einen Neubeginn, eine neue Kultur und ein neues Bewusstsein im Umgang mit der Natur aber auch mit den Menschen. Er ist sich im Klaren, dass er sich damit Feinde auf beiden Seiten macht.

Dieses Dilemma verkörpert Ashitaka, der erkennt, dass sowohl die Menschen der Stadt als auch die Tiere und Geister des Waldes ihre Daseinsberechtigung haben. Damit stößt er sowohl bei Eboshi als auch bei San auf Unverständnis, phasenweise gar Hass. Der auf ihm lastende Fluch ist damit nicht nur dämonischer Zorn angesichts von Starrsinn und Zerstörung, sondern auch die schwere Erkenntnis, dass nur in der harmonischen Koexistenz von Mensch und Natur ein Ausweg aus den blutigen Kämpfen liegt. Ashitakas schwierige Aufgabe ist es, diese Erkenntnis zu verbreiten.

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Immer wieder zeigt Miyazaki uns die durch den Fluch verunstaltete Hand des Helden, als wollte er uns auffordern, etwas zu tun, um diesen Fluch abzuwaschen. Erst ganz am – zwar glücklichen aber dennoch sehr nachdenklich stimmenden – Ende des Films, als alle Beteiligten ihre Verfehlungen eingesehen haben und zu einem Neubeginn bereit sind (bzw. dazu gezwungen wurden), verschwindet der Fluch. Ashitaka hat etwas bewirkt, eine Veränderung im Bewusstsein der Menschen angestoßen und den Weg in eine bessere Zukunft aufgezeigt.

Die Kernbotschaft von Mononoke ist damit umrissen; der Film ist jedoch so vielschichtig, dass ich ein ganzes Buch schreiben könnte, aber das schaffe ich heute Abend nicht mehr.

Kam gerade per E-Mail reingeflattert: Digital Meme veröffentlicht 55 Animes der Stummfilmzeit in einem Set mit vier DVDs. Neben englischen Untertiteln bietet das Set vor allem die originalen Benshi-Aufnahmen zu 20 der Filme, darunter so bekannte Künstler wie Midori Sawato. Zu der Kollektion gehören Filme von Yasuji Murata, Sanae Yamamoto, Mitsuya Seo sowie Noburo Ofuji.

Offizielles Erscheinungsdatum ist der 27. April, der voraussichtliche Preis liegt bei 12800 Yen oder 110 US-Dollar. Für weitere Informationen, unter anderem zu einem 5%-Rabatt für Vorbestellungen gibt es eine Kontakt-Adresse.

… zumindest wenn es nach dem japanischen Filmmagazin CUT geht. Das hat in seiner neuesten Ausgabe eine Hitliste der 30 besten Animefilme aller Zeiten zusammengestellt.

Habe keine Ahnung, welche Kriterien zugrunde liegen, kenne auch viel zu viele der Filme in der Liste nicht, um das Ranking beurteilen zu können. Aber ein guter Ansatzpunkt, um Lücken zu füllen (und eine neue Anime-Kategorie aus der Taufe zu heben), ist es allemal…

1. Nausicaa
2. Gundam Trilogy
3. End of Evangelion
4. Ghost in the Shell
5. Laputa
6. AKIRA
7. Lupin III: Castle of Cagliostro
8. Space Cruiser Yamato 1
9. Princess Mononoke
10. My Neighbor Totoro
11. Spirited Away
12. Grave of the Fireflies
13. Howl’s Moving Castle
14. Urusei Yatsura 2: Beautiful Dreamer
15. Galaxy Express 999
16. Porco Rosso
17. Kiki’s Delivery Service
18. Patlabor 1
19. Crayon Shin-chan (the “Natsukashi” one)
20. Girl who Leaped Through Time
21. Jin-roh
22. Wings of Honeamise
23. Perfect Blue
24. Mindgame
25. Night on the Galactic Railroad
26. Macross: Do You Remember Love?
27. Ashita no Joe 2
28. Memories
29. Full Metal Alchemist
30. Tekkon Kinkreet (Black and White)

Via Patrick Macias

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  • Rose: Ich hätte gedacht, dass Hotaru no Haka (die letzten Glühwürmchen) weiter oben landet.. Nun ja, solche Listen sind immer...
  • Zeynep: Meine Lieblings Serie ist Earl and Fairy könntet ihr mir ähnliche animes sagen nur wenn ihr welche wisst
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