Archive for the ‘Festivals’ Category

Wenn man monatelang auf so ein Event wie das JFFH hinarbeitet und mit einem gestandenen Team richtig viel Zeit und Energie investiert, dann fällt es schwer, sich vorzustellen, dass das alles umsonst gewesen sein könnte. Weil plötzlich etwas unvorhergesehenes passiert und das gesamte Projekt, das ganze Filmfest am seidenen Faden hängt. Doch genau so ging es uns dieses Jahr.

Ich saß im ICE, unterwegs in die süddeutsche Heimat, als mein Handy klingelte und eine Freundin aus dem Filmfest-Team dran war. Ein wichtiger Sponsor hatte gerade sein Engagement abgesagt! Eine Finanzierungslücke tat sich auf, die unsere gesamten Planungen über den Haufen warf. Und das 6 Wochen vor der Eröffnung!

Ohne die Unterstützung dieses Sponsors hätten wir das geplante Filmprogramm deutlich zusammenstreichen müssen, und das ausgerechnet im 10. Festival-Jahr, für das wir uns so viel vorgenommen hatten. Die fast abgeschlossenen Filmplanungen, die Arbeit am Poster, dem Programmheft, die Pressearbeit: alles wurde eingefroren.Die Suche nach alternativer Finanzierung wäre so kurzfristig aussichtslos gewesen, das war uns klar. Fieberhaft wurde mit dem Sponsor verhandelt und nach einigen Tagen konnten wir – nicht zuletzt dank externer Unterstützer – doch noch eine Übereinkunft erzielen.

Das JFFH war in letzter Minute gerettet, aber unser Zeitplan war gehörig durcheinander geraten. Unter anderem verpassten wir wichtige Drucklegungstermine der Presse, die Filmfestplakate und das Programmheft wurden erst im allerletzten Moment fertig. Zu spät, um große Aufmerksamkeit zu erzielen und den Bekanntheitsgrad des Filmfests so zu steigern, wie wir das in unserem Jubiläumsjahr eigentlich geplant hatten.

Warum schreibe ich das hier?

Weil Veranstaltungen wie das Japanische Filmfest Hamburg, die vom Engagement und der Leidenschaft einiger Freiwilliger getragen werden, nicht selbstverständlich sind. Ganz im Gegenteil ist es vielmehr ein Wunder, dass es gelingt, gerade solche kulturellen Events nur mit ehrenamtlicher Arbeit auf die Beine zu stellen.

Angesichts klammer staatlicher Kassen und des Renditezwangs in der Wirtschaft sind dies aber sehr wacklige Beine, und schon ein einzelner Stolperstein kann all das, was über die Jahre aufgebaut wurde, zunichte machen. Da die Budgets für Kulturförderung bzw. Kultursponsoring in Krisenzeiten als erste zusammengestrichen werden, sind es gerade auch die kleinen, ehrenamtlichen Veranstaltungen, denen dann schnell das wenige Geld, das sie zur Umsetzung überhaupt brauchen, abhanden kommt.  Und dabei sind es gerade Events wie das JFFH, die mit lächerlich geringen finanziellen Mitteln einen erheblichen Beitrag zur kulturellen Vielfalt leisten.

Ich darf gar nicht darüber nachdenken, dass mit einer einzigen Investmentbanker-Abfindung die Zukunft des JFFH wahrscheinlich für die nächsten 50 oder 100 Jahre gesichert wäre! Welche gesamtgesellschaftlichen, kulturellen Werte sich hier schaffen ließen! Vom interkulturellen Austausch ganz zu schweigen.

Umso mehr freut es mich aber, dass die Anziehungskraft des JFFH ungebrochen ist, ja, dass die Begeisterung immer weiter um sich greift. Während und nach dem Filmfest haben sich ein halbes Dutzend Besucher bei mir gemeldet, die unser Team gerne verstärken möchten. Solange es diese Begeisterung und Bereitschaft bei den Menschen gibt, sich für eine tolle Sache zu engagieren, bin ich zuversichtlich, dass das JFFH auch unter großen wirtschaftlichen Problemen die nächsten 10 Jahre weiter gedeihen und einzigartige japanische Filmperlen nach Hamburg bringen wird.

Wer jetzt zu Tränen gerührt ist und unbedingt auch mit anpacken möchte, kann sich gern jederzeit bei mir melden. Und wer nicht in Hamburg oder Umgebung wohnt, kann trotzdem dabei helfen, das JFFH finanziell etwas unabhängiger zu machen und Mitglied bei Nihon Media e.V. werden, dem Verein, der die organisatorische Plattform für das Filmfest abgibt. Einfach den Mitgliedsantrag herunterladen, ausfüllen und uns schicken.

Ich sage schonmal danke und bis nächstes Jahr beim 11. JFFH! :-)

OK, ich bin etwas spät dran, schließlich ist das JFFH ja schon vorbei. Aber eines muss ich noch loswerden, und zwar den Geburtstagstrailer, ein zweiminütiger Zusammenschnitt aller Eröffnungsfilme, den wir nur am Eröffnungsabend gezeigt haben. Film ab!

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Linda Linda Linda war dabei, Dolls, Zatoichi, Maiko Haaan!!! und einige mehr, die ich zum Teil gar nicht erkannt habe… naja, ich bin ja auch noch recht frisch beim Filmfest dabei. Weil ich irgendwie noch richtig in Filmfest-Stimmung bin und es noch gar nicht wahrhaben kann will, dass jetzt wieder ein Jahr bis zum nächsten JFFH vergeht, hab ich gleich noch ein bisschen nach Trailern anderer Festivals gesucht. Vielleicht findet sich ja Anregung, wie die Zeit rumzukriegen ist?

Sehr cool: Der Trailer zum New York Film Festival von 2006. Bringt die Botschaft klar auf den Punkt, ohne Schnörkel oder Gedöns.

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Ein bisschen zu sehr auf der Klischee-Schiene unterwegs ist mir der Trailer vom New York Asian Film Festival 2007:

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Sehr schön anzusehen der Trailer vom Asia Filmfest 2008:

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Meine absoluten Favoriten kommen aber vom San Francisco International Film Festival 2005:

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Tokyo Sonata

Original: Tokyo Sonata (2008) von Kiyoshi Kurosawa

Dank einer freundlichen Filmvorführerin, die zuerst sehr verantwortungsvoll sicherstellte, dass alle regulären Karteninhaber in der Vorstellung waren, dann aber doch noch eine kleine Gruppe akkreditierter Besucher in den Saal von Orfeos Erben schleichen ließ, konnte ich mir gestern Abend die Wiederholung von Tokyo Sonata auf der Nippon Connection ansehen. Und ich muss gestehen, dass ich nach all dem Buzz und Hype, der in den letzten Monaten um den Film gemacht wurden, etwas enttäuscht bin. Aber der Reihe nach.

Der leitende Angestellte Ryuhei Sasaki (Teruyuki Kagawa) erfährt, dass seine Abteilung aufgelöst und nach China verlagert wird, um Kosten zu sparen. Unfähig, sich mit dieser Situation auseinanderzusetzen, tut er so, als wäre alles beim Alten und geht weiter jeden Morgen “zur Arbeit”, damit seine Frau Megumi (Kyoko Koizumi) und seine beiden Söhne nichts mitbekommen. Während Ryuhei panisch bemüht ist, durch Rituale des Alltags Normalität vorzugaukeln und seine Autorität als Familienernährer zu wahren, zerfällt diese Autorität angesichts der Suche aller Familienmitglieder nach Sinn im Leben mehr und mehr.

Tokyo Sonata beginnt zunächst als bitterböse Gesellschaftssatire, voll ätzender Kritik an einem kapitalistischen System, für das Menschen nur Ressourcen sind und in dem ein Mann ohne Arbeit irgendwo zwischen “wertlos” und “aussätzig” eingestuft wird. Ungläubig und hilflos muss Ryuhei mitansehen, wie eine schneidige junge Chinesin – die aber auch nur instrumentalisiert wird – ihm den Job abknöpft, wie er eiskalt abserviert wird und sich auf einem Arbeitsmarkt wiederfindet, der ihm nur Tagelöhnerdienste zu bieten hat.

Doch dann verschiebt sich der Fokus des Films mehr auf die Familie Sasaki, deren ältester Sohn sich rast- und ziellos die Nächte um die Ohren schlägt, bis er auf die Idee kommt, sich freiwillig für die US-Armee zu melden. Auch der jüngere Sohn sorgt für Ärger, weil er heimlich gegen den Willen seines Vaters Klavierunterricht nimmt. Dazwischen versucht Mutter Megumi, ihre Familie irgendwie zusammenzuhalten und gleichzeitig auch für sich einen Neuanfang zu finden.

In dieser Phase nimmt der Film mehr den Charakter eines Familiendramas an, das zunächst mit leisen Tönen und feinen Beobachtungen beginnt und mit der Eskalation der persönlichen Konflikte Tempo aufnimmt. Dann jedoch passieren merkwürdige Dinge: Eine Entführung, ein mysteriöses Geldpaket in einer Kaufhaustoilette, ein Autounfall, eine Nacht im Gefängnis wegen Schwarzfahrens – der Film, der zuvor bereits den Umschwung von der Gesellschaftssatire zum Familiendrama verkraften musste, gerät nun aus den Fugen.

Tokyo Sonata ist sicherlich ein guter Film voller wunderbarer Ideen, der sich vieler Themen unserer Zeit kritisch annimmt und von enorm starken Darstellern (allen voran Kyoko Koizumi) getragen wird. Aber ihm fehlt die rote Linie, der Rahmen, der alles zusammenfasst und an seinen rechten Platz setzt. Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Regisseur Kurosawa, der mit intelligenten Horrorfilmen berühmt geworden ist, sich für seinen ersten großen “ernsten” Film zu viel auf einmal vorgenommen hat. Das große Meisterwerk, als das der Film immer mal wieder bezeichnet wird, ist er noch nicht. Aber das Potenzial ist da. Ich bin schon auf das nächste Projekt von Kiyoshi Kurosawa gespannt!

Die Nippon Connection in Frankfurt sucht noch dringend freiwillige Helfer und Leute, die eine Unterkunft für Gäste bereitstellen können. Besonders groß scheint der Bedarf an Gästebetreuern zu sein:

Am begehrtesten sind Leute, die unsere japanischen Gäste durch die Gegend fahren, die dafür sorgen, dass unsere Gäste was zu essen bekommen, die die Videokunst-Ausstellung im Mousonturm betreuen und sich als “Mädchen” für alles zur Verfügung stellen.

Helfer werden mit allem Notwendigen versorgt und können kostenlos die Filme ansehen! Aus meiner eigenen Erfahrung vom JFFH kann ich jedem, der in der Frankfurter Region wohnt und Zeit hat nur dringend empfehlen, mitzumachen! Speziell Gästebetreuung macht einen Riesenspaß, diese Gelegenheit solltet ihr euch nicht entgehen lassen!

Wer bereit ist, meldet sich einfach unter helfer[at]nipponconnection.com, und wer noch ein Zimmer frei hat für Gäste des Festivals schreibt an info[at]nipponconnection.com!

So, noch ein Arbeitstag dann beginnt der Osterurlaub und das heisst dieses Jahr auch: Der Besuch auf der Nippon Connection steht kurz bevor! Das wird das erste Mal, dass ich auf dem größten japanischen Filmfest (der Welt? Europas? Deutschlands?) vorbeischaue, und ich bin schon sehr sehr gespannt, naturlich auf die Filme aber ebenso darauf, was die Organisatoren dort so alles auf die Beine stellen, wie die Dinge dort laufen und was neben den Filmen noch alles geboten wird.

Ich werde zwei Tage in Frankfurt sein, und zwar Donnerstag und Freitag, und habe mir folgende Filme vorgenommen:

Donnerstag:
16:00 Tokyo Zokei University Special
19:45 Still Walking (Kore-eda)
22:15 Tokyo Sonata (Kurosawa)

Freitag:
14:00 Osaka Hamlet (Mitsuishi)
17:00 The Kiss (Manda)

Chris MaGee vom Toronto J-Film Pow-Wow ist auch dabei (wenn er seine Erkältung noch auskuriert bekommt)! Wer noch? Jemand Lust auf ein Bierchen oder Yakitori? :-)

So, jetzt ist es raus, das Programm der diesjährigen NipponConnection! Der Oscar-Gewinner Okuribito ist leider nicht dabei, da haben die Kollegen wohl den seit der Preisverleihung durch die Decke gegangenen Preis dieses Films zu spüren bekommen. Mit Tokyo Sonata, All Around Us, Love Exposure, Still Walking und Nightmare Detective 2 sind aber die anderen großen Namen fast vollständig versammelt, und unter den eher Unbekannten verstecken sich bestimmt auch noch einige wunderbare Perlen!

Und hier die Gesamtübersicht:

  • 20th Century Boys (Niju seiki shonen), R: Yukihiko TSUTSUMI, J 2008
  • A Normal Life, Please (Jikken ningyo dami ozuma), R: Tokachi TSUCHIYA, J 2008
  • ABC Short Films, R: Kazuyuki IZUTSU, Kazuki OMORI, Junji SAKAMOTO, Sang Il LEE, Yoichi SAI, J 2008
  • Ain’t No Tomorrows (Oretachi ni asu wa naissu), R: Yuki TANADA, J 2008
  • All Around Us (Gururi no koto), R: Ryosuke HASHIGUCHI, J 2008
  • Animation Soup Special & Live Performance
  • Benshi Brilliance! Hirono YAMADA’s Benshi Heaven von und mit Hirono YAMADA
  • Catman, R: Ryosuke AOIKE (Anime-Kurzfilme)
  • Detroit Metal City, R: Toshio LEE, J 2008
  • digista vol. VII, J 2008 (Kurzfilme)
  • The First Seven Days (Saisho no nanokakan), R: Hisashi SAITO, J 2008
  • Genius Party Beyond, R: Masahiro MAEDA, Koji MORIMOTO, Kazuto NAKAZAWA, Shinya OHIRA,
  • Tatsuyuki TANAKA, J 2008
  • Genius Party, R: Atsuko FUKUSHIMA, Shoji KAWAMORI, Shinji KIMURA, Yoji FUKUYAMA, Hideki FUTAMURA, Masaaki YUASA, Shinichiro WATANABE, J 2007
  • Goodbye (Hebano), R: Bunyo KIMURA , J 2008
  • GS Wonderland, R: Ryuichi HONDA, J 2008
  • Hells, R: Yoshinobu YAMAKAWA, J 2008, OmeU
  • Kanna’s Big Success! (Kanna-san daiseiko desu!), R: Koichi INOUE, J 2008
  • The Kiss (Seppun), R: Kunitoshi MANDA, J 2008
  • Koji MAEDA Special (Kurzfilme)
  • Koo-Ki Special (Werbeclips)
  • Locked Out, R: Yasunobu TAKAHASHI, J 2008
  • Love Exposure (Ai no mukidashi), R: Sion SONO, J 2008
  • Mental (Seishin), R: Kazuhiro SODA, J/USA 2008
  • mime-mime, R: Yukiko SODE, J 2007
  • Musabi Student Film Explosion (Kurzfilme)
  • Parting Present (Omiyage / Mibojin no mofuku –hoshii no…), R: Mamoru WATANABE, J 2008
  • Mononoke (Episode 10-12 „Bakeneko“), R: Kenji NAKAMURA, J 2007
  • Naked of Defenses (Mubobi), R: Masahide ICHII, J 2007
  • Nightmare Detective 2 (Akumu tantei 2), R: Shinya TSUKAMOTO, J 2008
  • Non-Ko (Nonko 36 sai kaji tetsudai), R: Kazuyoshi KUMAKIRI, J 2008
  • Open Art Special: Hiroyuki NAKANO
  • Osaka Hamlet (Osaka hamuretto), R: Fujiro MITSUISHI, J 2008
  • Peaches! (Momo matsuri) (Kurzfilmprogramm)
  • Punch the Blue Sky (Aozora ponchi), R: Go SHIBATA, J 2008
  • Pussy Soup (Neko ramen taisho), R: Minoru KAWASAKI, J 2008
  • Serial Dad (Komori seikatsu kojo club), R: Ikki KATASHIMA, J 2008
  • Still Walking (Aruitemo aruitemo), R: Hirokazu KORE-EDA, J 2008
  • Talk, Talk, Talk (Shaberedomo shaberedomo), R: Hideyuki HIRAYAMA, J 2007
  • Tokyo Zokei University Special (Kurzfilme)
  • Tokyo Sonata, R: Kiyoshi KUROSAWA, Japan/ Niederlande/ Hong Kong 2008
  • The Twilight Samurai (Tasogare seibei), R: Yoji YAMADA, J 2002
  • The Two in Tracksuits (Jaji no futari), R: Yoshihiro NAKAMURA, J 2008
  • Vacation (Kyuka), R: Hajime KADOI, J 2008
  • Yariman (Bara / Ya.ri.ma.n.), R: Rei SAKAMOTO

Und dann gibt es ja auch noch die Pink Eiga Retrospektive:

  • Blue Film Woman (Buru firumu no onna, dir.), R: Kan MUKAI, J 1969
  • Raigyo, R: Takahisa ZEZE, J 1997
  • Gushing Prayer (Funshutsu kigan – 15sai no baishunfu), R: Masao ADACHI, J 1971
  • Secret Hot Spring Resort: Starfish at Night (Maruhi yu no machi: yoru no hitode), R: Mamoru WATANABE, J 1970
  • Abnormal Family: Older Brother’s Bride, R: Masayuki SUO, J 1984
  • S&M Hunter (Jigoku no ropa 2: Kinbaku SM 18-sai), R: Shuji KATAOKA, J 1989
  • No Love Juice: Rustling in the Bed (Fuwa-fuwa to beddo no ue de), R: Kosuke TAKEDA, J 1999
  • Tears of Ecstasy, R: Hiroyuki OKI, J 1995

Beim Durchsehen der Kommentare von Flo und Claus fielen mir ein paar Punkte auf, wie die beiden sich ein Filmfest vorstellen: Genannt werden da vor allem die Lokalitäten, also schöne, reizvolle Kinos und die Atmosphäre. Als Mit-Organisator eines Filmfestivals interessiert mich jetzt natürlich brennend, ob das alle so sehen, und welche Punkte noch wichtig sind.

  • Kinos: groß, alt, ehrwürdig, gemütlich, Technik vom Feinsten… was zählt für euch?
  • Filme: topaktuell, Klassiker, 35mm, große Namen oder eher Nachwuchskünstler?
  • Publikum: popcornmampfende Teenies vs. Rotweintrinker mit Goldrandbrille?
  • Rahmenprogramm: Podiumsdiskussion, Flohmarkt, Sushi-Kurs…

…wie müsste das Festival zum Anfassen für euch aussehen? Und was fehlt noch?

Wer keine Lust auf ausführliches Kommentieren hat, kann auch einfach bis zu drei Punkte aus der ersten Japankino-Abstimmung rechts auswählen. Freue mich aber schonmal auf eine interessante Diskussion mit den Festivalgängern hier!

In zwei Wochen, am 30. Oktober, beginnt das Asia Filmfest 2008 in München und zeigt bis 9. November eine bunte Auswahl an asiatischen Filmen. Die meisten davon interessieren mich nicht die Bohne, aber Japan ist gut vertreten, sowohl mit einer Reihe aktueller Filme wie auch einiger Klassiker. Hier der Überblick:

  • Paco and the Magical Book (vom Regisseur von Memories of Matsuko!)
  • Tokyo Sonata (Kyoshi Kurosawas neuer, lief kürzlich auch auf dem Hamburger Filmfest, hab ihn da leider verpasst, aber Patrick hat dankenswerterweise seinen Eindruck kurz geschildert.)
  • Appleseed Ex Machina
  • Crows Zero (Miike)
  • Monster X Strikes Back (fragt mich nicht!)
  • LoveDeath (im Director’s Cut)
  • The tender throbbing twilight (besser bekannt als Tasogare, lief Anfang September in einigen kleinen Arthouse Kinos)
  • Sword of the Stranger (Regiedebut von Masahiro Ando, einem der bekanntesten Animationskünstler)
  • Sukiyaki Western Django (nochmal Miike)
  • Tokyo Gore Police (Splatter Deluxe)
  • The Machine Girl (dito)

Außer den ersten beiden finde ich das nicht besonders prickelnd, zumal auch einige Werke dabei sind, die bereits von anderen Festivals (z.B. im Mai auch dem JFFH) bekannt sind. Eine Ausnahme, die in der Liste fehlt weil es streng genommen kein wirklich japanischer Film ist, ist Der rote Punkt, mit dessen Machern ich letztes Jahr die Gelegenheit hatte, ein Interview führen zu können und der seine Premiere am 9. November in München hat.

Aber es gibt ja noch die Sektion “Asia Spezial”, und da sind einige Leckerbissen dabei, als da wären:

  • In the Realm of the Senses (!!)
  • Audition (schon wieder Miike)
  • Hana Bi
  • Ghost in the Shell
  • Godzilla (und zwar das Original von 1954)
  • Appleseed
  • Go
  • Hanzo the Razor
  • Tokyo Drifter 

Bis auf Appleseed kann ich die alle empfehlen, wobei für Audition vielleicht vor dem Kinogang ein kurzer Check der Magenstabilität nicht schlecht wäre. Die komplette Übersicht des Filmprogramms enthält neben allen weiteren Filmen auch weiterführende Links zu den schön gemachten und informativen jeweiligen Filmseiten.

Außerdem werden vom 10. bis 12. November Wiederholungen einiger Filme gezeigt und vom 14. bis 16. November wird eine Auswahl von 10 Filmen (hoffentlich sind da auch ein paar gute japanische mit dabei) in Berlin und Hamburg gezeigt. Da gibts aber leider noch keine genaueren Infos drüber.

Edit: Habe ich doch glatt eine ganze Filmsektion übersehen! Im Bereich “Asia Matinee” laufen Hinokio, intergalactic love sowie Spring Snow und der ganz fantastische (aber auch schon lange nicht mehr neue) Linda Linda Linda. Danke an Flo für den Hinweis!

Mein Buch über Akira Kurosawa

Akira Kurosawa ist der mit Abstand bekannteste japanische Regisseur aller Zeiten, seine Filme waren Vorbilder und Inspiration für eine ganze Generation Filmschaffender. "Zwischen Samurai und Helden des Alltags" - das Buch vom Autor des Japankino-Blogs lädt ein zu einer Entdeckungsreise in die Filmwelt des Meisterregisseurs.

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