Die Frage, ob Ponyo nun in die deutschen Kinos kommt oder nicht ist immer noch offen, aber in den Kommentaren dazu hat sich eine kleine Diskussion zwischen stecornized und ponyo entwickelt, in der es um die Lieblingsfilme aus dem Hause Ghibli geht.
Da ich mir bei dieser Frage auch immer sehr schwer tue, hab ich mir gedacht, dass sich daraus doch wunderbar eine kleine Umfrage machen lässt. Weil es doch eine ganze Menge Filme aus dem Hause Ghibli gibt, hab ich die Umfrage erstmal auf die Frage beschränkt, welcher Miyazaki der beste ist. Die Antwort kannst du hier oder in der Sidebar geben:
Ich hab übrigens noch nicht abgestimmt, ich schwanke noch zwischen Totoro und Prinzessin Mononoke
16 Okt
Im Juni hatte ich nach dem J-Film Blogathon schon die imho interessantesten und lesenswertesten Diskussionen daraus genannt. Aber eines hatte ich damals vergessen, was ich jetzt nachholen möchte: Einen Blog vorstellen, der mich damals ganz besonders beeindruckt hat.
Es geht mir um Mikkokoivisto’s Weblog; der Name verrät nicht viel, außer, dass der Blog von einem Finnen geführt wird (damit hat er bei mir natürlich sofort einen Stein im Brett, schließlich habe ich ein Jahr in Finnland studiert). Mikko schreibt hautpsächlich über japanische Filme, manchmal wird auch ein bisschen zu weiteren asiatischen Filmen abgeschweift, aber der Blog ist eindeutig auf J-Film gepolt. So sehr, dass Mikko auch schon mal von Begegnungen mit Nobuhiro Yamashita träumt. In solchen Momenten äußert sich dann auch der typische, trockene finnische Humor. Die Beiträge und besonders die Filmkritiken sind objektiv und eigentlich immer lesenswert, der Blog hat nur ein großes Manko, auf das ich Mikko auch schon einmal angesprochen habe: Man findet nirgends eine Übersicht der von ihm besprochenen Filme, was inzwischen so an die 200 sein dürften (überwiegend Gegenwartskino der letzten 20-30 jahre übrigens). Aber wen das nicht stört und gerne ein bisschen stöbert, kann sich bei Mikko wirklich sattlesen!
Der zweite Blog, den ich heute am Start habe, ist noch ganz frisch – so frisch, dass er anscheinend noch nicht mal einen klar erkennbaren Namen hat
Autor escapistolero, nach dem der Blog wohl benannt ist, beschäftigt sich jedenfalls ganz mit Anime und dabei vorwiegend mit Anime-Serien, von denen ich noch nie gehört habe: Canaan, Ristorante Paradiso, Umi Monogatari oder Endless Eight, um mal ein paar Beispiele zu nennen. Nun ist es wirklich keine Kunst, sich mit Anime-Serien zu befassen, die ich nicht kenne. Mein Ding sind eher Filme und die einzigen Serien, die ich bisher gesehen habe, waren NGE, Cowboy Bebop und Serial Experiments Lain (demnächst kommt noch Haibane Renmei dazu). Eine Kunst ist es aber sehr wohl, so eingänglich-begeisternd und zugleich doch kritisch über diese Serien zu schreiben wie escapistolero das macht. Und wenn daraus ein dauerhaft geführtes Blog-Projekt wird (was man nur hoffen kann) wird das problemlos der beste im Sinne von interessanteste und anspruchsvollste deutsche Anime-Blog werden. Ganbatte!
6 Okt
Original: Okuribito (2008) von Yojiro Takita
Als Departures Anfang des Jahres mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet wurde, war das für die meisten (nicht nur Japaner) eine riesige Überraschung. Der Film hatte zwar schon zuvor reihenweise Auszeichnungen eingesammelt, vor allem in Japan aber auch bei einigen internationalen Festivals, aber die ganz großen Ehrungen, die ihn in eine Favoritenrolle gebracht hätten, waren nicht dabei. Auch ich war damals sehr überrascht, aber jetzt wo ich ihn gesehen habe, finde ich es gar nicht mehr so sehr verwunderlich.
Der Film beginnt mit einem Flashback: Der Cellist Daigo (Masahiro Motoki) kehrt Tokyo den Rücken nachdem sein Orchester aufgelöst wurde und bezieht zusammen mit seiner Frau Mika (Ryoko Hirosue) das alte Haus seiner Eltern in einer ländlichen Kleinstadt. Über eine Stellenausschreibung findet er Arbeit als zeremonieller Leichenpräparator. Eine Aufgabe, die früher traditionell von den Familienangehörigen übernommen wurde, die sich heute aber zu fein dafür sind und lieber andere dafür bezahlen.
Anfangs kostet Daigo die Arbeit viel Überwindung, aber der patriarchalische Firmengründer Sasaki (Tsutomu Yamazaki) fördert und unterstützt ihn und entwickelt sich zu einer regelrechten Vaterfigur für Daigo. Daigos leiblicher Vater ließ ihn und seine Mutter nämlich im Stich, als er noch ein kleiner Junge war, was er bis heute noch nicht verarbeitet hat. Ein Problem mit der Verarbeitung seines neuen Jobs hat dagegen Mika, sie ist entsetzt, ja, angeekelt von ihrem mit Leichen arbeitenden Mann und zieht aus, als der sich keine andere Arbeit suchen will. Hier endet der ca. einstündige Flashback, und der Plot beginnt, die aufgeworfenen Konflikte zu ihrem Höhepunkt zusammenzuführen. Und dabei will ich es auch belassen, schließlich möchte ich niemandem den Spaß an dem Film verderben.
Was mich an Okuribito besonders beeindruckt hat, waren die teilweise überraschenden, aber immer beeindruckend souveränen Stimmungswechsel. Einen Moment werde ich wahrscheinlich nie vergessen: Nach einer sehr emotionalen, traurigen Bestattungszeremonie, bei der eine Leiche gewaschen, angekleidet und geschminkt wurde, schneidet Regisseur Takita direkt auf die Großaufnahme einer Schüssel voll panierter Hühnchenschlegel, die von Daigo und Sasaki mit den Worten “Zum Sterben gut” laut schmatzend verzehrt werden. Der Effekt ist völlig grotesk, aber auch urkomisch, und reisst unvermittelt aber dennoch auf eine positive – weil lustige – Art aus der traurigen Melancholie der Bestattung. Solche beeindruckenden Momente gibt es immer wieder.
Großartig auch, dass im ganzen Film wenig Worte gebraucht werden und statt dessen viel mehr mit Stimmung und Atmosphäre gearbeitet wird (kein Wunder, wenn die Musik von Joe Hisaishi stammt). Das ist natürlich zum einen logische Konsequenz der zahlreichen, intensiv porträtierten Bestattungsriten, zum anderen aber typisch für japanische Filme und auch eine der Eigenheiten, die mich an japanischen Filmen so faszinieren. In so einen Film passt Tsutomu Yamazaki natürlich perfekt, der hier wieder grandios seine Paraderolle des mürrisch-schweigsamen Einzelgängers mit dem großen Herzen spielen kann.
Warum schrieb ich anfangs, dass ich mich über den Oscar für Departures jetzt, da ich den Film gesehen habe, nicht mehr so sehr wundere? Der Film ist sehr gut, keine Frage, aber er ist kein Meisterwerk für die Ewigkeit, dazu ist er zu wenig subtil und arbeitet zu sehr mit Stereotypen. Aber er trifft genau die Mischung aus anspruchsvollem Gefühlskino und gleichzeitiger Mainstreamkompatibilität, die bei der Academy auch in der Vergangenheit schon des öfteren sehr gut funktioniert hat. Zudem greift der Film ein Thema auf, dem durchaus eine gewisse Tabuisierung eigen ist. Insofern finde ich es naheliegend, dass der Oscar an Departures ging und als treuer Freund des japanischen Films freue ich mich natürlich ganz besonders.
Der Herbst scheint es gut zu meinen mit mir und allen Freunden japanischer Filme in Hamburg! Zwar hat das Filmfest Hamburg wieder nur drei Werke aus Japan im Programm, darunter aber immerhin den oscargekrönten Okuribito. Vor allem aber darf ich mich auf eine kleine Ozu-Reihe des Metropolis Kinos freuen! Das sind zwar ebenfalls “nur” drei Filme, aber dafür die Crème de la crème, die ganz großen Namen, die unsterblichen Klassiker, die richtig dicken Bretter: I was born, but…, Später Frühling und Tokyo Story!
Ich sehe hier zwar das Programmheft des Metropolis vor mir liegen, in dem die Termine schwarz auf weiss stehen, aber so ganz glauben kann ich es noch nicht. Kann mich mal jemand zwicken? Ist es wirklich wahr?
Diese Filme einmal auf der großen Kinoleinwand sehen zu können, gehört zu meinen großen Träumen seit ich mich mit japanischen Filmen beschäftige. Dabei habe ich nie daran gezweifelt, dass der Traum eines Tages wahr werden würde, aber ich hatte mir eher vorgestellt, dass ich dazu nach Locarno oder Rotterdam auf eine Retrospektive fahren würde. Und jetzt bekomme ich sie direkt vor der Haustür, in meinem Hamburger Lieblingskino, präsentiert. Danke, Metropolis, danke! *verstohlenträneausdemaugewisch*
Hier die Daten (auch der beiden weiteren, ebenfalls empfehlenswerten Filme auf dem Filmfest Hamburg):
The Dark Harbour: Freitag 25.09. um 21.15 Uhr im Metropolis
Where are you?: Samstag 26.09. um 21.30 Uhr im Metropolis und Sonntag 27.09 um 17.00 Uhr im 3001
Okuribito (Departures): Donnerstag 01.10. um 19.00 Uhr im Cinemaxx
Tokyo Story: Dienstag 13.10. um 17.00 Uhr im Metropolis
Später Frühling: Donnerstag 15.10. um 17.00 Uhr im Metropolis
I was born, but…: Freitag, 16.10. um 19.00 Uhr im Metropolis
Gestern Abend saßen wir mit einigen JFFH-lern zusammen, wie üblich Pläne für die Weltherrschaft schmiedend. Mit dabei Regisseur Takatsugu Naito, der am Freitag seinen Debutfilm The Dark Harbour auf dem Filmfest Hamburg vorstellen wird und der zu meiner großen Freude gutes Englisch spricht! Durchaus keine Selbstverständlichkeit, wie ich in den letzten Jahren immer mal wieder enttäuscht feststellen musste. Leckeres Szegediner Gulasch und kühles Bier trugen das ihre dazu bei, die Verständigung zu erleichtern.
Takatsugu wurde in der Kleinstadt Miyazaki (womöglich ein Omen für eine große Zukunft?) auf der Südinsel Kyushu geboren, in der ich auch mal auf einer Rundreise vorbeikam, von der mir aber nur noch die herrlichen Pazifikstrände in Erinnerung sind. Seine Heimatstadt war die wichtige Inspiration für seinen Film, in dem er das einfache Leben der Fischer darstellt, in einer Mischung aus Melancholie und Humor. Dabei ließ er sich stark von den Filmen Takeshi Kitanos beeinflussen: Die Ruhe des Fischerdorfes, die Ereignislosigkeit hat er mit einer unbeweglichen Kamera eingefangen, und gesprochen wird in dem Film auch nicht viel. Auch von Nobuhiro Yamashita, der in Linda Linda Linda mit vergleichbaren Mitteln eine ganz ähnliche Stimmung erzeugt hat, scheint er große Stücke zu halten.
Auch wenn Takatsugu für seinen Erstling bereits auf dem PIA Filmfest ausgezeichnet wurde, ist er mit dem Film aber nicht wirklich zufrieden. Auf die 19 Drehtage folgten 2 Monate im Schneideraum, die von einer großen Krise gekennzeichnet waren: Den fertig geschnittenen Film fand er so furchtbar, dass er nochmal komplett von vorn anfing und dazu das ganze Material rekonstruieren musste. Bei diesen hohen Ansprüchen bin ich schonmal gespannt, was noch so alles in ihm steckt!
Sein nächstes Projekt, von dem er bisher nur eine vage Idee im Kopf hat, klingt auf jeden Fall sehr interessant. Wieder soll ein kleines Dorf, diesmal in den Bergen, im Zentrum stehen, was ich gern gehört habe, denn das ländliche Japan übt eine ganz besondere Faszination auf mich aus. Aber auch die Idee als solche wirkt, mit selbstreferentiellen Elementen und einer sehr interessanten Konstruktion wie ein Film, den ich unbedingt sehen möchte! Vielleicht klappt es ja mal mit einer Premiere auf dem JFFH?
13 Sep
Original: Fried Dragon Fish (1993) von Shunji Iwai
Ein kleiner Privatdetektiv erhält den Auftrag, einen verlorengegangenen Arowana wiederaufzutreiben, ein seltener Zierfisch der möglicherweise Millionen wert ist. Der Besitzer ist jedoch ein einziges großes Mysterium, an dem Poo (Miyoko Yoshimoto) einen Narren frisst. Sie sollte eigentlich nur ein Computersystem in der Detektei installieren, findet aber schon bald die ersten Indizien, die auf den Wohnort des Fischsammlers hindeuten. Als auf der Suche ihrer Vespa der Sprit ausgeht, bietet ihr ein junger Mann, der ihr Missgeschick von seinem Fenster beobachtet hatte, seine Hilfe an.
Kaum in seiner Wohnung, erkennt Poo an den ganzen Aquarien natürlich sofort, dass sie es mit dem Gesuchten zu tun hat. Der stellt sich als sehr netter, hilfsbereiter Zeitgenosse heraus. Doch Natsuro (Tadanobu Asano) ist nicht nur Fischliebhaber, sondern auch Killer in Diensten eines Waffenhändlers. Das verkompliziert die Angelegenheit etwas, besonders, als die beiden sich ineinander verlieben.

Fürs Fernsehen im 1,33-Format gedreht ist Fried Dragon Fish mit einer guten Dreiviertelstunde Laufzeit noch weniger ein “vollwertiger” Spielfilm als der von Iwai einige Jahre später gedrejte April Story. Einerseits merkt man das an der sehr gerafften Handlung und den in groben Strichen gezeichneten Charakteren. Vieles ist rauh und roh, wird angefangen aber nicht schlüssig in ein großes Ganzen eingebettet.
In Fried Dragon Fish sehen wir die Anfänge sowohl von Regisseur und Autor Shunji Iwai als auch von Tadanobu Asano. Dem gerade mal 20jährigen – und äußerlich noch fast kindlich wirkenden – Asano ist hier schon die typische mysteriös-sphinxhafte Aura eigen, die ihn in vielen seiner später folgenden Filme umgibt. Seine Partnerin Yoshimoto dagegen gibt eine naiv-draufgängerische junge Frau, beide wirken aber schematisch, was wohl nicht zuletzt dem Format des Films geschuldet sein dürfte.

Alles andere als schematisch ist dagegen die Regiearbeit. Regisseur Iwai spielt mit allerlei Varianten, erprobt und testet. Eine ganzheitliche Stimmung, eine dichte Atmosphäre, die seine späteren Filme so auszeichnen und herausheben, kann dabei natürlich gar nicht erst entstehen. Ähnlich wie bei dem späteren Star Asano sind aber auch bei ihm gewisse Eigenheiten schon in diesem Frühwerk erkennbar.
Ein unübersehbares Beispiel ist, wie er sich die Kraft der Farben zur Erzeugung von bestimmten Stimmungen zu eigen macht. Viele Szenen sind in dominanten Farbtönen gehalten, mal blau, mal gelb, mal rot und sehr häufig weiss. Dazu kommen noch sehr durchstilisierte und komponierte Bildarrangements, die schon andeuten, wie sehr seine späteren Filme auf “look & feel” und “style” getrimmt sein würden.

Fried Dragon Fish ist weniger als eigenständiges Werk interessant – er ist letztlich ein ganz ordentlicher, unterhaltsamer Fernsehfilm. Als frühes Sprungbrett für zwei große Künstlerkarrieren ist er aber wertvolles Dokument, das man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn man sich für mindestens einen der beiden näher interessiert. Achja, und eine nette Pointe gibts am Ende auch noch.
10 Sep
If you’re new to samurai films (or Japanese films in general) there are a few adjustments you’ll have to make in the way you normally watch movies. Don’t worry, they’re not painful and you’ll find that a little effort will open up a whole world of insanely great cinematic experiences you can enjoy for years to come.
Dieses kurze Zitat aus dem Abschnitt “This is Not Hollywood” verdeutlicht gut Geist und Stil von Patrick Galloways “Stray Dogs and Lone Wolves“, einem Buch das sich “The Samurai Film Handbook” im Untertitel nennt. Es ist in erster Linie ein Buch für Einsteiger in das Genre und das japanische Kino ganz generell. Es ist aber auch ein Buch geschrieben für Filmfans, geschrieben von einem Filmfan. Wir finden hier keine langatmigen theoretischen Abhandlungen oder Analysen, sondern kurze, gut und eingängig geschriebene Texte, die Lust auf die Filme machen.
Dabei gliedert sich das Buch in drei Teile: Der erste liefert ein gewisses Basiswissen, um die Filme besser einordnen zu können. Galloway reisst hier kurz historische und kulturelle Hintergründe der Samurai an und stellt die wichtigsten Filmstudios und Filmschaffenden vor, sowohl einige Regisseure als auch Schauspieler. Im zweiten Teil werden dann 51 Filme vorgestellt. Auf jeweils 2-3 Seiten erhalten wir einen Überblick über den Plot, mehr oder weniger interessantes Hintergrundwissen und ein paar beurteilende Worte vom Autor. Die Filme sind dabei chronologisch angeordnet, wobei der Schwerpunkt mit 23 Filmen ganz klar auf den 60ern liegt. Den Abschluss bildet der dritte Teil mit einem Glossar, das wichtige Begriffe, einige japanische Wörter sowie Kurzinfos zu weiteren Filmschaffenden enthält, sowie eine (sehr überschaubare) Liste weiterführender Literatur.
Wie gesagt, das Buch richtet sich an Einsteiger, dementsprechend gehen die Filmvorstellungen kaum in die Tiefe, reißen immer nur an und sollen hauptsächlich Lust auf den Film machen. Zudem werden hauptsächlich die Großen des Genres vorgestellt. Für den versierteren Fan ist das Buch also eher keine Offenbarung, aber man entdeckt doch immer wieder bisher Unbekanntes, Interessantes. Dazu streut Galloway immer mal wieder “Infokästen” mit Schauspielerporträts oder den Weisheiten von “Takuan, der allwissende Priester” ein. Der erklärt beispielsweise, wie die charakteristische Haarknoten-Frisur der Samurai entstand oder was es mit den Bannern der Samurai-Clans auf sich hat.
“Stray Dogs and Lone Wolves” ist die perfekte, rundum informative Einstiegslektüre in das Genre der Samuraifilme (wie ich diesen Begriff hasse). Aber auch wer sich hier bereits auskennt wird Spaß an dem Buch haben, vorausgesetzt man hat keine zu hohen filmtheoretischen Erwartungen und zu strikten Genrevorstellungen. Denn dass Rashomon oder Kaidan “Samuraifilme” sein sollen, da wehre ich mich mit Händen und Füßen gegen.
7 Sep
Original: Shigatsu monogatari (1998) von Shunji Iwai
Aus dem noch verschneiten Hokkaido kommt die junge Uzuki (Takako Matsu) zum Studium nach Tokyo, wo gerade die Kirschbäume blühen. Der Gegensatz zwischen der Winterlandschaft und den im Frühlingswind treibenden Kirschblüten könnte kaum größer sein und verkörpert für Uzuki den Beginn eines neuen Lebens und die Erkundung einer fremden Welt.

Schüchtern und verunsichert macht sie die ersten Schritte an der Uni in der großen Stadt, muss sich zurecht finden, ihre kleine Wohnung einrichten, Kurse belegen, neugierige Fragen ihrer Kommilitonen beantworten. Langsam fasst sie Fuß, tritt einem Fliegenfischer-Club an der Uni bei, lernt eine Nachbarin kennen, erkundet die Umgebung auf der Suche nach einem Buchladen. Einem ganz bestimmten Buchladen.
Betrachtet man die Laufzeit von nur 67 Minuten, fällt es auf den ersten Blick etwas schwer, April Story als Spielfilm ernst zu nehmen. In der Tat bietet der Film auch kaum Plot, vielmehr ist er ganz und gar den Gefühlen von Uzuki gewidmet. Dass uns Iwai mit diesem Film regelrecht in sie hineinversetzen will, macht die Auftaktszene deutlich, in der Uzuki im abfahrbereiten Bus stehend von ihrer Familie Abschied nimmt und in der die Kamera uns durch ihre Augen blicken lässt.
Dieses ebenso einfache wie effektive Mittel ist typisch für diesen sehr reduzierten, auf eine sympathische Art schlichten Film. Es gibt keine nennenswerten Charaktere, auch wenn Uzuki immer wieder Menschen begegnet, die ihr helfen, Stabilität und einen Bezugsrahmen aufzubauen: Eine Nachbarin, die mal zum Essen vorbei kommt, eine schräge Kommilitonin, ein Mann der ihr einen Regenschirm leiht. Aber sie sind nur Schemen am Rande.
Uzuki erreicht ihr Ziel letztlich aus eigener Kraft, so wie sie es völlig überraschend auch schaffte, die Aufnahmeprüfung für die Uni zu bestehen. Und genau darum geht es in diesem Film: Mit ganzer Kraft nach etwas zu streben, etwas erreichen zu wollen nach dem man sich sehnt; bereit zu sein, dafür alles aufzugeben und komplett loszulassen. Was könnte das sein? Die Liebe natürlich!

Das Ende des Films kommt zwar abrupt, aber genau zu dem Zeitpunkt, als Uzuki am Ziel ihrer Träume ist. Insofern passt es irgendwie, alles ist stimmig, rund. Das ist überhaupt das, was mich an diesem unspektakulären, unaufdringlichen Film am meisten beeindruckt: Wie alles passt. Der Soundtrack mit seiner einfachen Klaviermusik, die melancholische Stimmung der meist in hellen Tönen gehaltenen Bilder, der langsame Rhythmus. In diesen Film kann man eintauchen wie in ein warmes Entspannungsbad und sich sicher sein, dass man sich hinterher gut fühlt.
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Ghost in the Shell (5):- Kerberos: Besser häte man den Film nicht beschreiben können.Es ist und bleibt ein Meisterwerk was nicht mal meiner Meinung nach...
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