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Tja, so schnell vergeht die Zeit! Als ich vor einem Jahr mit dem Bloggen anfing, hatte ich mit vielem nicht gerechnet. Allein die Zahlenbilanz hätte ich so nie erwartet. In dieser Hinsicht und was den Spaß angeht, den ich beim Bloggen habe, wurde der Japankino-Blog also zum vollen Erfolg. Denn es ist vor allem dem Riesenspaß den ich habe zuzuschreiben, dass ich statt der ursprünglich von mir selbst erwarteten 100 Posts über 160 geschrieben habe. Bei all dem Spaß und der Freude über das erste volle Jahr, gibt es doch zwei Aspekte, bei denen meine Erwartungen nicht erfüllt wurden.

Der erste betrifft den Austausch in der Blogosphäre. Vielleicht war ich einfach ein bisschen naiv und blauäugig, aber mein Eindruck als außenstehender Leser von Blogs war eigentlich immer, dass ein hoher Grad an Vernetzung unter Bloggern besteht. Was sich für mich nach außen hin darin äußert, dass häufig wechselseitig verlinkt und kommentiert wird. Davon habe ich in meinem ersten Jahr relativ wenig gemerkt (die wenigen Ausnahmen unter den Blogger-Kollegen wissen, dass ich sie damit nicht meine). Das mag einerseits damit zu tun haben, dass mein Thema ziemlich far out ist, sprich, dass es wenig thematisch verwandte Blogs gibt, bei denen sich Verlinken und Mitdiskutieren anbieten. Und zum anderen muss man sich natürlich erst einen Namen machen und eine gewisse Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Aber inzwischen sollte das eigentlich nicht mehr das große Problem sein, die Aufmerksamkeit ist ja durchaus da. Umgekehrt merke ich natürlich auch, dass ich selbst (außer in der Blogschau) eher selten andere Blogs aufgreife, einfach weil es sich selten anbietet. Und wenn, sind es überwiegend englischsprachige Blogs. Also hängt scheinbar doch alles mit dem sehr speziellen Thema zusammen… Oder mache ich etwas falsch?

Kommen wir zur unerfüllten Erwartung Nummer 2, die sich direkt auf eines meiner Hauptziele, das ich mit dem Bloggen erreichen wollte, bezieht. Ich hatte nämlich die Hoffnung, via Blog mit anderen Cineasten und Japanbegeisterten die von mir besprochenen Filme und natürlich auch andere mittels der Kommentarfunktion (oder zur Not auch per Mail) diskutieren zu können. Von nächtelangen Diskussionen über die “richtige” Interpretation von Go, go second time virgin oder gemeinsamen Lobgesängen auf Hayao Miyazaki hatte ich geträumt. Doch gerade die Filmreviews sind die Beiträge, die alles in allem die wenigsten Kommentare erhalten. Außer in ein oder zwei Fällen kam es zu keinerlei Diskussion über den Film und die unterschiedlichen Sichtweisen und Interpretationsansätze. Liegt das an meinen Reviews? Erschlage ich vielleicht jegliche Diskussion durch Überinterpretation? Sind meine Standpunkte und Aussagen nicht kontrovers genug, als dass sich eine Diskussion daran entzünden könnte? Oder hängt auch das wieder mit dem Faktor Exotik zusammen, und es kennt einfach niemand die von mir besprochenen Filme? Naja, zumindest bei einigen kann das eigentlich nicht der Grund sein…

Sollte sich an diesen beiden Punkten im zweiten Jahr Japankino was bewegen, dann hätte ich tatsächlich noch mehr Spaß, würde das Bloggen noch mehr Freude machen als ohnehin schon. Im Moment kann ich mir das nur schwer vorstellen, aber das vergangene Jahr war ja auch voller Überraschungen! :-)

Am 22. September 2006, vor genau einem Jahr also, ging mein erstes Post online. Viel Wasser ist seitdem die Elbe hinunter geflossen, viele Filme haben mich begeistert und dazu beigetragen, dass das Experiment Japankino-Blog zu einem festen Bestandteil meiner Freizeit wurde. Heute, 365 Tage später, kann ich eine fast durchweg positive Bilanz ziehen.

Die Erfolgsgeschichte des ersten Japankino-Jahres in Zahlen:

  • 162 Artikel
  • 55 Filmbesprechungen
  • über 220 Downloads meines Kurosawa-Essays
  • knapp 40 Feed-Abonnenten
  • fast 10000 Besuche
  • über 1200 Spamkommentare
  • zweistellige Anzahl von Spamkommentaren pro Tag
  • 1 Fan bei Technorati

Natürlich dürfen bei einem solchen Rückblick auch die allseits beliebten Keyword-Analysen nicht fehlen:

  • bestes Keyword: “die besten Animes” (240 Besuche)
  • abstrusestes Keyword: “fliegendes Schwein” (2 Besuche)
  • sinnvollstes Keyword: “Kirsten Dunst nackt” (2 Besuche)
  • hilfreichstes Keyword: “wo gibts MacDonald in Hamburg” (1 Besuch)
  • Keyword from the past: “divided government Bundesrat” (1 Besuch)

Vor ein paar Tagen hatte mir eine studentische Mitarbeiterin einer PR-Agentur eine nette – wenn auch größtenteils wohl standardisierte – E-Mail geschrieben, um mir einen japanischen Film, der demnächst in die Kinos kommt, schmackhaft zu machen. Nun werde ich im Gegensatz zu so manchen Schwergewichten der Blogosphäre mit derartigen Ansinnen nicht gerade täglich bombardiert und habe mich sogar darüber gefreut. Denn Kern der Mail war das Angebot, mir eine Screener-DVD des besagten Films zuzusenden, ganz unverbindlich. Klar, immer her damit!

Und heute war das gute Stück dann in der Post, meine erste Screener-DVD, schön handbeschriftet:

Screener DVD Sakuran

Es geht übrigens um den Film Sakuran, der bereits auf der Berlinale lief. Werde mir das Machwerk am Wochenende zu Gemüte führen und dann meine Meinung kundtun, ob sich der Gang ins Kino lohnt, ab 28. August tourt er durch ausgewählte Kinos zahlreicher deutscher Großstädte:

BERLIN – Festival “Ausgezeichneter Sommer 2007″ in der BAR 25: 28.08.
BERLIN – Babylon Berlin-Mitte: 30.08.-03.09.
BOCHUM – Endstation Kino: 04.10.-10.10.
DRESDEN – KiD-Kino im Dach: 27.09.-3.10.
DÜSSELDORF – Bambi: 27.09.-3.10.
FRANKFURT – mal sehn Kino: 30.08.-12.09.
HAMBURG – 3001 Kino: 13-09.-26.09.
KÖLN – Filmhaus (Open Air), bei Regen im Kino: 05.09.
KÖLN – Filmhaus: 08.09. + 14.09.-19.09.
LEIPZIG – Passage Kinos: 11.09.
MANNHEIM – Cinema Quadrat: 01.11.-03.11.
MÜNCHEN – Neues Arena: 30.08.-12.09.
NÜRNBERG – Filmhaus 13.09.-25.09.
OBERHAUSEN – Kino im Walzenlager: 18.10.-31.10.
REGENSBURG – Filmgalerie: 18.10.-31.10.
WIESBADEN – Caligari: 26.10.-31.10.

Noch in dieser Woche wechsle ich Job und Arbeitgeber, eine Veränderung in meinem Berufsleben, die bei aller Freude über die neue Herausforderung natürlich auch Auswirkungen auf mein Privatleben haben wird. In den ersten Wochen und Monaten im neuen Job werde ich sicherlich einige Zugeständnisse machen müssen, um erstmal in der neuen Umgebung richtig Fuß zu fassen. Darunter wird dann auch der Blog leiden, denn den (doch ganz erheblichen) Aufwand an Zeit, den ich inzwischen fürs Bloggen verwende, werde ich wohl nicht beibehalten können. Deshalb gehe ich davon aus, dass in der nächsten Zeit auch mal eine Woche ganz ohne neuen Artikel vergehen kann.

Aber auch was die Themen meiner Posts angeht, werde ich Konsequenzen ziehen. In der letzten Zeit habe ich mich ja mit einer großen Bandbreite vom klassischen Mizoguchi über den spektakulären Miike bis hin zu Anime-Serien beschäftigt, was eigentlich auch meinem breiten Interesse an der Kinokultur und Filmszene Japans entspricht. Mangels Zeit werde ich mich hier aber etwas einschränken und in der näheren Zukunft – notgedrungen – nun wieder stärker auf die Wurzeln, sprich: die Klassiker, besinnen.

Einige meiner geschätzten Leser werden das sicher gern hören!? ;-)

Kürzlich wurde ich von einem aufmerksamen Leser darauf hingewiesen, dass nicht wie von mir geschrieben An Inlet of muddy water von Kinema Junpo zum besten Film des Jahres 1954 gekürt worden wäre, sondern Vierundzwanzig Augen. Nun hatte ich die von mir gepostete Liste von IMDb übernommen, deren Datenbank sich bisher als durchaus verlässlich erwiesen hatte. Doch die Quellenangaben von Konrad (der mich auf den Fehler aufmerksam gemacht hatte) klangen ebenfalls seriös und so habe ich mich nochmal auf die Suche gemacht und tatsächlich eine japanische Seite gefunden, auf der nicht nur die Sieger sondern alle von KJ prämierten Filme jeden Jahres aufgeführt sind. Und das sogar seit 1924, also noch weiter zurückreichend als bei IMDb.

Mit meinen rudimentären Japanischkenntnissen habe ich mir dann zusammengereimt, dass die IMDb-Liste und die japanische Liste jeweils um ein Jahr voneinander abweichen: Die Reihenfolge der Sieger ist dieselbe, aber IMDb weist sie jeweils ein Jahr später aus (Vierundzwanzig Augen also für 1955 statt 1954, Floating Clouds für 1956 statt 1955). Leider bin ich nicht in der Lage, hier eine endgültige Aussage treffen zu können, welche Angaben richtig sind, dazu müsste ich wahrscheinlich einfach vernüftig Japanisch sprechen, lesen und verstehen können. Trotzdem sehe ich dies als eine lehrreiche Episode. Man sollte sich einfach nie einseitig auf eine Quelle verlassen, auch wenn diese noch so renommiert und scheinbar zuverlässig ist wie IMDb.

Falls du weitere Infos zu Kinema Junpo hast oder der japanischen Seite noch weitere Geheimnisse entlocken kannst, wäre ich sehr verbunden! Auch wenn du ähnliche Erlebnisse mit IMDb hattest und vielleicht selbst schon mal einen Fehler entdeckt hast: Rein damit in die Kommentare. Und besten Dank natürlich auch an Konrad, der mich überhaupt erst darauf aufmerksam gemacht hat!

Bereits seit längerem führe ich meinen persönlichen Terminkalender online, und zwar als Google Kalender. Eine der praktischsten Funktionen dabei ist es, dass man mehrere Kalender zu verschiedenen Themen parallel führen, übereinander legen und sie veröffentlichen kann. Klar, dass einer meiner Kalender ganz der japanischen Filmwelt gewidmet ist und dass ich ihn jetzt auch euch zur Verfügung stelle.

Ich habe mich bisher vor allem bemüht, Geburts- und Sterbedaten wichtiger Persönlichkeiten der japanischen Kinoszene einzupflegen, als nächstes sollen dann noch Festivaldaten, Kinostarts und ähnliches dazukommen. Wer bereits selbst einen Kalender bei Google hat, kann den Japankino-Kalender ganz einfach mit einem Klick auf diesen Button in seinen eigenen Kalender aufnehmen:

Alle anderen können den Kalender im ICal-Format herunterladen.

Erstmal ein dickes Dankeschön an alle, die ihre drei Lieblingsfilme genannt haben und damit an der Verlosung teilgenommen haben! Sieben Teilnehmer, viele gute und bekannte Filme und vielleicht auch der eine oder andere Geheimtipp – so hatte ich mir das vorgestellt.

Jetzt aber genug der Worte, machen wir Butter bei die Fische: Da Bjoern und Marcel ihre Listen außer Konkurrenz einbrachten, blieben noch 5 Lose, und gewonnen hat – tataaa! – orcival! Glückwunsch! :-D

Durch die von euch in den Kommentaren genannten Filme bin ich natürlich auch ins Grübeln gekommen welche denn eigentlich meine Lieblingsfilme sind und habe angefangen, nach Rankings der besten japanischen Filme zu suchen… mit sehr bescheidenem Erfolg bisher. Deshalb möchte ich jetzt selbst eine solche Liste zusammenstellen, in die dann auch eure Favoriten eingehen werden.

Bisher habe ich eigentlich nur bei Listsofthebest ein wirklich gutes und umfassendes Ranking gefunden, in dem japanische Filme zwar nur eine Nebenrolle spielen, das aber immerhin einen guten Eindruck der westlichen Perspektive gibt. Falls von euch noch jemand irgendeine Quelle kennt, insbesondere eine japanische Liste, wäre das super!

Blogger sind ja meist ganz furchtbar auf jede Art von Statistik versessen, die ihnen vorgeblich irgend etwas über ihre Besucher oder über ihre eigene Wichtigkeit sagt. So ganz bin auch ich nicht gegen die Faszination der Statistiken gefeit, und möchte ihr nun ein bisschen frönen. Deshalb heute ein statistischer Rückblick auf das erste Halbjahr 2007.

A) Ranking der seltsamsten Keywords, über die Besucher auf Japankino kamen:

  1. Mädchenpopo (3 Besucher)
  2. Wie werde ich reich (2 Besucher)
  3. Japan Ungerechtigkeit (2 Besucher)
  4. kurze Marienkäfer Geschichte (1 Besucher)
  5. Selbstmord ist nicht edelmütig (1 Besucher)

Disclaimer: Dies ist kein Versuch, mich durch die Verwendung von Wörtern wie “M****popo” in einschlägigen Suchergebnislisten nach oben zu schmuggeln!

B) Spam:

Akismet has caught 351 361 spam for you since you first installed it.

C) Globale Verteilung der Besucher:

Verteilung-Japankino-Leser

D) Städte mit den meisten Besuchern:

  1. Frankfurt/Main
  2. Hamburg
  3. Aachen
  4. Berlin
  5. Wien
  6. München
  7. Mannheim
  8. Köln
  9. Zürich
  10. Wuppertal

Erstaunlich finde ich besonders die Platzierung von Aachen, ich scheine dort ja ein paar echte Fans zu haben? Sehr gefreut hat mich, dass unter den Top-25 Städten immerhin auch drei japanische sind, nämlich Chiyoda, Setagaya und Tokyo.

Schöne Grüße nach Japan bei dieser Gelegenheit!

Über Japankino

Hier dreht sich alles um japanische Filme: Filmgeschichte, Filmbusiness, Rezensionen, Festivals, Tipps zu DVDs und Büchern und vieles mehr. Kommentare und Hinweise sind jederzeit willkommen und ich freue mich immer über Fragen!

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